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Thanks for the Hunt ... Du bist fündig geworden.

Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind. In Plastikbehälter verpackte Leichenteile. Zeugen, die nach der Befragung sterben. Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss. Der Fall scheint unlösbar. Und plötzlich wird sie selbst zur Beute ...

 

Fuenf 

Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Wunderlich
Erschienen: 02/2012
ISBN: 978-3805250313
Seitenzahl: 384 Seiten



Die Grundidee der Handlung
Im Salzburger Umland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, schwer misshandelt und gefesselt wurde sie von einer Klippe geworfen. Als einziger Hinweis finden sich auf ihren Fußsohlen Tätowierungen, die sich als Koordinaten herausstellen. Als Beatrice Kaspary und ihr Kollege Florin Wenninger der Spur folgen, finden sie unter den angegebenen Koordinaten ein Kästchen, aufgemacht wie ein „Cache“, das Objekt einer modernen Schatzsuche mit GPS. Darin befindet sich eine menschliche Hand zusammen mit einem Hinweis des Täters auf ein weiteres Opfer. Beatrice und Florin begeben sich auf eine makabre „Schatzsuche“ und versuchen einen Täter einzukreisen, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

Geocaching als Grundidee für einen Thriller zu verwenden ist eine spannende Idee mit viel Potential. Moderne Schatzsuche gepaart mit schaurigen Leichenteilen ist ein Nervenkitzel der besonderen Art, der hier mit viel Detailwissen aufs Papier gebracht wurde.


Stil und Sprache
Schon der kurz gehaltene Prolog schockiert in seiner Direktheit, die einiges verrät, aber dennoch genug offen lässt, um im Gedächtnis des Lesers zu bleiben. Kurz glaubt man, einen zentralen Punkt des Falls entdeckt zu haben, um dann im ersten „richtigen“ Kapitel eines besseren belehrt zu werden. Aus völlig anderer Perspektive beginnt die Geschichte auf einer Viehweide, auf der eine Leiche „gelandet“ ist, nachdem sie einen Hang hinunterstürzte. Kurze Zeit später übernimmt dann Beatrice Kaspary das Erzählen und sie ist bis auf wenige Ausnahmen auch die Einzige. Obschon sie in der dritten Person von den Ereignissen berichtet, ist man ihr sehr nahe, steht mit ihr im Zwiespalt zwischen Arbeit und Familie, erlebt ihren Stress hautnah mit.

Abgesehen von der sich stetig steigernden Spannung im Fall legt Ursula Poznanski sehr viel Wert auf das Privatleben ihrer Ermittlerin, deutet vieles zunächst nur an, um dann bröckchenweise mehr preiszugeben. Dieser Kniff macht auch das Private so interessant, dass man schon nach wenigen Seiten das Buch kaum noch zur Seite legen kann. Und auch, wenn man irgendwann eine Ahnung hat, wer der Täter sein könnte, ist die Auflösung am Ende dennoch eine Nummer größer als gedacht - zwar phantasievoll, aber keineswegs unrealistisch.

Ursula Poznanskis Stil ist detailliert, aber nicht schnörkelig, mit sorgfältigen, manchmal auch bildhaften Beschreibungen und lebensnahen Dialogen. Das macht „Fünf“ zu einem leicht lesbaren, aber nie oberflächlichen Thriller.


Figuren
Beatrice Kaspary steht eindeutig im Mittelpunkt der Handlung und sie ist es auch wert. Sie ist eine vielschichtig angelegte Hauptfigur mit vielen Ecken und Kanten, einem guten Instinkt und großer Menschenkenntnis. Dass sie schon einiges hinter sich hat im Leben, merkt man ihr an, sie kämpft mit einem hasserfüllten Exmann, der ihr die Kinder abspenstig machen will, eigenen Schuldgefühlen deswegen und vielem mehr. Gerade durch diese Brüche, die erst nach und nach offenbar werden, bleibt sie spannend, ebenso wie alle anderen Charaktere auch.

Sowohl Florin Wenninger als auch Beatrices Chef Hoffmann haben ihre Eigenheiten und Geheimnisse, sind nicht glatt und einfach zu nehmen, sondern lassen Lücken offen, bleiben spannend und nachdenkenswert. Das gilt übrigens auch für den Täter, der nicht nur böse oder grausam ist, sondern auch ein Stück Verletzlichkeit zeigt, was ihn menschlicher macht - ebenso wie die unzähligen Nebenfiguren, die trotz ihrer großen Zahl im Gedächtnis bleiben und sichtlich mit Liebe ausgedacht sind.


Aufmachung des Buches
Das gebundene Buch zeigt auf dem Cover den Blick auf eine im Dunst verschwimmende Wiese. Im Vordergrund sitzt eine Dohle auf einem Pfosten, der zu einem schräg über das Bild verlaufenden Holzzaun gehört. Titel und Autorenname sind ebenfalls schräg zwischen den Zaunlatten platziert. Eine eher schlichte, aber gelungene Aufmachung, die neugierig macht. Innen sind die recht langen Kapitel nach einem kurzen Prolog mit Koordinaten überschrieben, die nach Angaben der Autorin auf reale Orte verweisen. Spannend!


Fazit
Der erste Thriller der Jugendbuchautorin lässt auf mehr in dieser Richtung hoffen; ein spannender und wirklich ungewöhnlicher Fall wird packend erzählt, was will man mehr? Absolut lesenswert, allerdings nichts für allzu zarte Gemüter!


5 Sterne


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