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Ein neuer Fall für Schwedens ungewöhnlichstes Ermittlerpaar Mina und Vincent.

Stockholm wird von einer Hitzewelle heimgesucht. Mitten in dieser brütenden Sommerzeit verschwindet ein kleiner Junge aus einer Kita in Södermalm. Für die Stockholmer Kommissarin Mina Dabiri und ihre Kollegen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie stellen sofort Ähnlichkeiten mit einer früheren Kindesentführung fest, die tödlich endete, und fürchten, dass sie es mit einem Wiederholungstäter oder gar einer Gruppe von Tätern zu tun haben. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass weitere Kinder verschwinden werden. Mina bittet den Mentalisten Vincent Walder um Hilfe, denn sein Talent, aus kleinsten Details erstaunliche Schlüsse über die Psyche eines Täters zu ziehen, hat sich schon einmal in einem Fall als äußerst nützlich erwiesen. Können Mina und Vincent dem Grauen rechtzeitig ein Ende setzen?

 

 Finsternebel

Originaltitel: Kult
Autoren: Camilla Läckberg und Henrik Fexeus
Übersetzerin: Katrin Frey
Verlag: knaur
Erschienen: 06/2023
ISBN: 978-3426227633
Seitenzahl: 704 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Fast zwei Jahre sind vergangen, seit Mina und Vincent ihren gemeinsamen Fall aufgeklärt haben. Es herrschte absolute Funkstille zwischen ihnen, auch wenn beide eigentlich nicht wissen, warum. Als Minas Team in einem Fall von Kindesentführung ermittelt, fasst sie sich ein Herz und bittet Vincent um Hilfe. Schnell stellt sich heraus, dass hinter der Entführung etwas weit größeres steckt und dass auch dieser Fall eine höchst persönliche Komponente mit sich bringt: Mina muss sich ihrer Vergangenheit stellen.

Camilla Läckberg und Henrik Fexeus haben auch im zweiten Fall für die beiden ungewöhnlichen Ermittler ein komplexes Konstrukt erschaffen, das man auch als Leser nicht so schnell durchschaut. Ab und zu weiß oder ahnt man zumindest etwas, aber im Großen und Ganzen steckt „Finsternebel“ voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen.


Stil und Sprache
Mina ist die Protagonistin dieses Falles, aber sie erzählt ihn nicht allein. Als Leser bekommt man viele weitere Einblicke in die Perspektiven anderer Charaktere und das betrifft nicht nur Vincent, sondern zum Beispiel auch Minas Tochter. So nimmt man selbst die Rolle eines übergeordneten Beobachters ein, kommt den einzelnen Figuren aber trotzdem sehr nahe.

Da alles mit der Entführung eines Kindes beginnt und alle Ermittler wissen, dass ihnen die Zeit davonläuft, kommt direkt Tempo in die Handlung und es entwickelt sich eine Dynamik, die bis zum Ende kaum Zeit lässt, etwas Luft zu holen. Es gibt höchstens kleine Atempausen, wenn Mina ein Date hat oder Vincent mit seiner Frau streitet, aber insgesamt wird das Tempo hochgehalten und kleine Cliffhanger sorgen immer wieder zwischendurch für weitere Spannungsspitzen. Das Finale ist ausgesprochen furios und es ist lange unklar, wer welche Blessuren davongetragen hat und wer mit heiler Haut aus allem herausgekommen ist. Großes Kino!


Figuren
Mina Dabiri lebt nun schon lange mit ihren Ängsten und Verletzungen, aber sie schafft ihren Alltag ganz gut. Alles ändert sich erst, als ihre Mutter nach Jahren wieder Kontakt zu ihr aufnimmt und dann auch zu Minas Tochter. Sie wird von den Autoren sehr sensibel charakterisiert, einerseits klar in ihrer Haltung, wenn es um ihre Arbeit geht, dann wieder total verloren, wenn ihre persönlichen Gefühle betroffen sind. Man schließt sie einfach sofort ins Herz!

Auch Vincent ist grundsympathisch und man lernt viele Facetten von ihm kennen. Wie Mina ist auch er ambivalent dargestellt, eben wie ein echter Mensch, niemals nur schwarz oder weiß. Für Mina würde er fast alles tun und am Ende ist es auch nötig…aber mehr verrate ich an dieser Stelle nicht. Dieses Ermittlerteam, das ja eigentlich keins ist, passt einfach perfekt zusammen und ich bin sehr gespannt, wie es mit Mina und Vincent weiter geht.

Auch die Nebenfiguren machen einen guten Job, alle sind stimmig und sehr differenziert gezeichnet, einfach klasse!


Aufmachung des Buches
Das fest gebundene Buch ist wieder komplett schwarz, auf dem Titel ist lediglich ein brennendes Streichholz zu sehen. Wieder wirkt das Buch wie eingewickelt in eine Kordel oder ein Seil, dieses Mal in roter Farbe. Innen ist die Handlung in sechs Wochen unterteilt, die kurzen Kapitel haben weder eine Nummerierung noch Überschriften.


Fazit
Was für eine Fortsetzung! Komplex, spannend und mit einem tollen Figuren-Ensemble, hier bleiben keine Wünsche offen.


5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Schwarzlicht

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