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Du glaubst, zu Hause bist du sicher?

Die Wohnungstür steht offen. Auf dem Tisch: eine Pizza. Niemand hat sie angerührt. Denn die Frau, die sie bestellt hat, ist spurlos verschwunden. Nur über Umwege finden Polizeikommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca Oswald heraus, dass hinter diesem Vermisstenfall mehr steckt. Ein Täter, wie er perfider nicht sein könnte, fängt seine Opfer mit einer List und hält sie jahrelang gefangen. Alle verschwundenen Frauen waren allein zu Hause, alle haben Essen bestellt. Ihr letztes Lebenszeichen…

 

Die Lieferung 

Autor: Andreas Winkelmann
Verlag: rowohlt
Erschienen: 06/2019
ISBN: 978-3499275173
Seitenzahl: 400 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Viola fühlt sich schon seit Wochen verfolgt. Allerdings kann sie nichts beweisen und nur ihre beste Freundin Sabine glaubt ihr. Aber auch die kann bei der Polizei nichts ausrichten, denn was soll die schon gegen ein Phantom tun? Doch dann verschwindet Viola spurlos…und fast gleichzeitig wird im Wald eine junge Frau aufgegriffen, nackt, total abgemagert und nicht mehr bei Verstand. Jens Kerner und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel – und es ist Eile geboten, wenn sie Viola noch retten wollen.

Andreas Winkelmann hat wieder einmal ein Szenario ersonnen, dass uns alle innerlich schaudern lässt: Das Verschwinden von Frauen, die sich zu Hause sicher fühlen und nur eine Pizza bestellen wollten. Geschickt rollt er das Ganze von mehreren Seiten auf und zieht die Schlinge immer enger zusammen, bis es zum großen Finale kommt. Gut gemacht ist das, wenn auch nicht ganz so überraschend wie gedacht.


Stil und Sprache
Alles beginnt mit der verstörten jungen Frau, die im Wald herumirrt. Davor gibt es zwar einen kurzen Prolog, aber der erschließt sich dem Leser erst viel später. Bis dahin gibt es eine Menge zu lesen und zu sortieren, denn Andreas Winkelmann begibt sich auf mehrere Zeitebenen. Neben den ermittelnden Kommissaren kommen Viola und ihre beste Freundin Sabine zu Wort, dem Täter hingegen nähert man sich eher über die Passagen aus dessen Vergangenheit sowie über seine kurzen Einschübe mit der Überschrift „Vor einiger Zeit“. Das erzeugt von Anfang an Spannung, man ahnt ziemlich früh, dass Violas Gefühl des Verfolgtwerdens nicht von der Hand zu weisen ist - und man kann als Leser absolut nichts dagegen tun.

Dabei ist Andreas Winkelmanns Stil gewohnt gut zu lesen, es gibt keine sprachlichen Stolperfallen und die Seiten fliegen nur so vorbei. Das Finale gibt noch einmal alles, allerdings wirken die falschen Fährten vorher nur bedingt und sind etwas zu leicht zu durchschauen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau und trübt den Lesegenuss nur minimal.


Figuren
Überraschenderweise tauchen in „Die Lieferung“ zwei gute Bekannte aus „Das Haus der Mädchen“ auf, was mich sehr gefreut hat. Sowohl Jens Kerner ist ein grundsympathischer Typ als auch seine Kollegin Rebecca Oswald, mit der ihn irgendetwas - ja was eigentlich? – verbindet. Die beiden ergänzen sich sehr gut und machen mir richtig Spaß.

Aber auch die weiteren Beteiligten sind gut getroffen und passen perfekt in die Szenerie dieses Thrillers. Das hat Andreas Winkelmann wirklich gut raus, lebensnahe Figuren sind immer ein Garant dafür, sich als Leser auch ein bisschen betroffen zu fühlen, was ja bei einem Thriller nicht verkehrt ist.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch ist überwiegend in Schwarz gehalten, durch einen blutbespritzten Türspion hindurch fällt der Blick auf ein leeres Treppenhaus. Sehr passend! Innen gibt es zwischen Prolog und Epilog insgesamt sechs große Kapitel, die wiederum in kleine Kapitel unterteilt sind.


Fazit
Mal wieder Gruselpotential für den Sommer! Ein spannender Thriller, der über weite Strecken relativ unblutig daherkommt, aber mit psychologischen Abgründen und deren Auswirkungen zu unterhalten weiß. Lesenswert!


4 5 Sterne


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