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Ein Kind stirbt, eine Mitarbeiterin verschwindet – Wenner Pharma steht am Pranger. Da hilft nur noch Mats Holm, Genie der Krisen-PR. Wird er mit seiner Partnerin Laura May den Karren für den Konzern aus dem Dreck ziehen? Für die perfekte PR braucht er nur eins: die Wahrheit. Doch in diesem Fall steht mehr auf dem Spiel als nur ein Image-Schaden …

 

Riskante Manoever 

Autor: Birand Bingül
Verlag: btb
Erschienen: 04/2018
ISBN: 978-3442716388
Seitenzahl: 448 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Mats Holm und seine Partnerin Laura May werden von einer großen Pharma-Firma damit beauftragt, einen Image-Schaden von der Firma abzuwenden. Mehrere Kinder sind schwer krank, nachdem sie Validolor eingenommen haben, ein von Wenner hergestelltes Schmerzmittel speziell für Kinder. Als ein Mädchen stirbt, ist die Krise perfekt und Holms Dienste gefragter denn je. Allerdings haben die beiden PR-Profis den Verdacht, dass bei Wenner Pharma noch mehr nicht stimmt. Die Geschäftsführung gibt sich undurchsichtig und eine Mitarbeiterin ist spurlos verschwunden, angeblich hatte sie Kontakte zur Konkurrenz. Stimmt das wirklich oder geht es hier um etwas ganz anderes?

Birand Bingül hat für seinen ersten Krimi ein Thema gewählt, mit dem jeder etwas anfangen kann: Medikamentenfirmen gelten als skrupellos und undurchsichtig, die Nebenwirkungen mancher Arzneimittel sind alles andere als kalkulierbar. Aus diesen Zutaten plus einem interessanten Ermittlungsteam hat er einen spannenden Kriminalfall gestrickt, der besonders zum Ende hin mit zahlreichen Extra-Twists aufwarten kann.


Stil und Sprache
Die Handlung spielt sich innerhalb von nur vier Tagen ab, alles beginnt gegen 16 Uhr an Tag eins, wie man aus den jeweiligen Kapitelüberschriften ersehen kann. Zunächst begleitet der Leser die 10jährige Sophie und ihre Eltern. Sophie ist schwer krank, hat eine Lungenentzündung und ihre Eltern sind verzweifelt, weil es keine Anzeichen einer Besserung gibt, ganz im Gegenteil. Doch bevor etwas Entscheidendes passiert, schweift die Handlung ab und man begleitet Mats Holm und Laura May zu deren Antrittsbesuch bei Wenner Pharma. In dieser Weise geht es weiter, schnell wechselnde Schauplätze und Perspektiven machen den Reiz dieser Geschichte aus und sorgen für einen starken Spannungsbogen.

Zunächst geht es für die beiden PR-Spezialisten nur um die mediale Bewältigung der aktuellen Krise, doch nach und nach steigen sie selbst in Ermittlungen ein, um die verschwundene Mitarbeiterin aufzuspüren und herauszufinden, welche Geheimnisse Wenner Pharma vor ihnen verbergen will. Dabei gibt es immer wieder neue Wendungen, die Kombination aus PR-Tricks und psychologischen Finessen fesselt die Leser an die Geschichte, da braucht es gar keinen ausgefeilten Schreibstil und die flotte Art des Autors reicht völlig aus. Schnörkellos erzählt, überzeugt die Geschichte durch ihren brisanten Inhalt.


Figuren
Mats Holm war früher selbst Journalist und hat dann die Seiten gewechselt. Warum genau, wird nicht klar, aber es steckt auf jeden Fall eine Geschichte dahinter, die vielleicht ja in einem Folgeband erzählt werden wird. Auch seine sonstigen Hintergründe bleiben im Dunkeln, ebenso wie die seiner Partnerin Laura May. Zwar wird eine mögliche frühere Beziehung zwischen den beiden angedeutet, aber so richtig klar ist hier quasi nichts.

Allerdings ist mir Mats Holm in manchen Dingen etwas zu perfekt und glatt geraten, nie verliert er die Kontrolle und stets beherrscht er sich. Hier wären ein paar Ecken und Kanten gar nicht verkehrt gewesen. Auch Laura May bleibt ein bisschen auf Distanz, dafür werden die zahlreichen Nebenfiguren gut dargestellt, auch wenn ihnen an manchen Stellen etwas Tiefe fehlt. Das gilt zum Beispiel für Sandra Schönbaum, die verschwundene Mitarbeiterin der Wenner Pharma und für einige andere, die ich an dieser Stelle nicht nennen kann. Aber alles in allem kann ich mit solchen Kleinigkeiten gut leben.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch ist in Klappbroschur aufgemacht und zeigt auf dem Cover einen fast senkrechten Blick zwischen zwei Hochhäusern nach oben in einen bedrohlich dunklen Himmel. Titel und Autorenname sind leicht erhaben aufgebracht und mit Spotlack versehen. Innen ist die Handlung in vier Tage unterteilt und die Kapitel mit Uhrzeiten des jeweiligen Tages voneinander abgegrenzt.


Fazit
Ein absolut ungewöhnliches Ermittlerduo in einem spannenden Fall, flott geschrieben und mit einigen Überraschungen. Ein starkes Krimi-Debüt!


4 5 Sterne


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