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Du bist so wütend auf ihn. Du hasst diesen Menschen mehr als alles auf der Welt - obwohl du ihn gar nicht kennst. Und dann schlägst du zu...
Eine Serie von grauenvollen Morden gibt den Hamburger Kriminalkommissaren Nina Salomon und Daniel Buchholz Rätsel auf: Einem Patienten wird während einer OP ins Herz gestochen, ein Mann totgeschlagen, ein anderer niedergemetzelt...Die Täter sind schnell gefasst. Nur ihre Motive sind völlig unbegreiflich, denn keiner von ihnen hat sein Opfer gekannt. Das einzige, was sie verbindet: Die unermessliche Wut auf das Opfer. Und dass sie nicht wussten, was über sie kam. Kann es sein, dass sie manipuliert wurden? Aber von wem und vor allem: wie? Was Salomon und Buchholz schließlich aufdecken, wirft ein ganz neues Licht auf die Dinge, die unser Leben so bequem machen...

 

invisible 

Autor: Ursula Poznanski & Arno Strobel
Verlag: Wunderlich
Erschienen: März 2018
ISBN: 978-3805200158
Seitenzahl: 368 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Der ausführlichen obenstehenden Verlagszusammenfassung gibt es nichts hinzuzufügen, denn sie fasst den neuen Fall von Nina Salomon und Daniel Buchholz sehr gut zusammen, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Im zweiten Band ihrer gemeinsamen Thriller-Reihe haben Ursula Poznanski und Arno Strobel sich wieder einiges für ihre Ermittler einfallen lassen und einen außergewöhnlichen Fall konstruiert. Die Glaubwürdigkeit bleibt dabei leider ein wenig auf der Strecke, aber der Thriller-Fan wird trotzdem gut unterhalten.

Auch wenn der Fall unabhängig vom ersten Band ist, sollten Neulinge die Reihe doch lieber vorne beginnen. Es fehlen sonst einige Hintergrundinformationen zu den Charakteren, denn das Ermittlerteam bleibt mit wenigen Ausnahmen identisch.


Stil und Sprache
Die Handlung von „Invisible“ wird größtenteils in der ersten Person abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Ermittler erzählt. So ist der Leser nicht nur bei der Fallklärung live dabei, sondern auch bei den persönlichen Problemen von Daniel und Nina. Diese Probleme nehmen eine deutlich größere Rolle ein, als man es erwarten würde und geben so auch den Passagen, in denen der Fall nicht vorankommt, interessante Handlung. Ursula Poznanski und Arno Strobel haben dabei eine gute Mischung aus emotional-persönlichem und kriminalistisch-spannendem Inhalt gefunden – so ganz packen konnte mich der Thriller aber trotzdem nicht. Obwohl der erste Band noch gar nicht so lange her ist, hatte ich die meisten Figuren vergessen und bin nur schwer wieder ins Team reingekommen. Zusätzlich sorgt die scheinbare Willkür bei der Wahl der Opfer dafür, dass man lange nicht mitraten kann und auch die Ermittler auf der Stelle treten. Sobald das Vorgehen des Täters jedoch deutlicher wird, nimmt die Handlung Fahrt auf und das letzte Drittel ist dann so spannend, wie man es von den beiden Autoren gewohnt ist. Auch der Schreibstil ist so gut, wie man es kennt, sodass sich das Buch selbst zum gemächlichen Einstieg gut und schnell lesen lässt. In Summe könnte das einen guten Thriller auf hohem erzählerischen Niveau mit interessanten Figuren ergeben, also ein wahrer Lesegenuss – wenn da nicht die Auflösung zum Schluss wäre. Schon zwischendurch gibt es die eine oder andere wenig glaubwürdige Entwicklung, aber mit dem Schluss war ich dann vollends unzufrieden. Die Lösung wirkt für mich völlig unglaubwürdig. Zwar scheint sie generell möglich zu sein, aber dem überführten Täter nimmt man das einfach nicht ab und vor allem nicht in der kurzen Zeit.


Figuren
Die beiden Hauptcharaktere Nina Salomon und Daniel Buchholz kennt man bereits aus dem ersten Band der Reihe und auch das Team drumherum ist bekannt. Die schiere Menge der Figuren – zu den Ermittlern kommen noch diverse Opfer, Täter und sonstige Verdächtige – erschlägt einen beim Lesen ein wenig. Gerade wenn der erste Band nicht mehr ganz präsent ist, fällt es schwer, alle Ermittler auseinander zu halten und bei einigen Nebenfiguren hatte ich den Eindruck, irgendeine wichtige Entwicklung hat zwischen den Bänden stattgefunden und ist mir völlig entgangen.

Bei den Hauptfiguren ist das zum Glück nicht so, was vor allem auch daran liegt, dass die persönlichen Probleme der beiden stärker in den Fokus rücken. So lernt man sie nochmal besser kennen und kann sich die Hintergründe ihrer Handlungen erschließen. Ein wenig unglaubwürdig finde ich lediglich eine Entwicklung rund um Nina, die der Leser schon lange geahnt hat und ausgerechnet die sonst so aufmerksame Ermittlerin tappt bis zuletzt im Dunkeln.


Aufmachung des Buches
Anders als der erste Band „Anonym“ ist „Invisible“ nicht als Hardcover, sondern als Klappbroschur erschienen. Das Covermotiv ist wieder ein recht verschwommenes Bild, das zu einem der Handlungsschauplätze passen könnte. Sowohl durch die Farbgestaltung als auch die veredelte Oberfläche hebt sich das Buch angenehm von der üblichen Thriller-Flut ab.


Fazit
Wenn zwei so hochkarätige Thriller-Autoren wie Ursula Poznanski und Arno Strobel sich zusammenschließen, kann das Ergebnis nur gut werden. Tatsächlich schaffen die beiden es auch mit ihrem dritten gemeinsamen Buch „Invisible“, den Leser zu unterhalten – hundertprozentig überzeugen konnten sie mich diesmal aber leider nicht.

3 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

Backlist:
Band 1: anonym

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