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Er trieb Kolumbus nach Amerika, aber auch die Tschernobylwolke nach Mitteleuropa: Wind, der zentrale Macher unseres Wetters. ARD-Meteorologe Sven Plöger reiste mit einem Kamerateam in die Regionen, aus denen die Winde kommen: Lappland im Norden, Sibirien im Osten, Marokko im Süden und Irland im Westen. Überall traf Sven Plöger Menschen, die sich auf die - teilweise extremen - klimatischen Bedingungen eingestellt haben.
Dieser hervorragend bebilderte Band macht erlebbar, welche Bedeutung der Faktor Wind für unser Wetter hat. Verständlich und unterhaltsam erklären die Autoren die Entstehung von Wind und Wetter und zeigen die manchmal dramatischen Auswirkungen auf unser tägliches Leben.  

Wie Wind unser Wetter bestimmt 

Autor: Sven Plöger; Rolf Schlenker
Verlag: Belser Verlag
Erschienen: 23. November 2017
ISBN: 978-3763027873
Seitenzahl: 128 Seiten  

 
Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Bei "Wie Wind unser Wetter bestimmt" handelt es sich um den Begleitband zum ARD-Zweiteiler gleichen Titels (Januar 2018), der der Frage nachging wo die vier Großwetterlagen, die das Wetter in Europa bestimmen, entstehen, welche Rolle der Wind dabei spielt, und - um das Thema aufzulockern - wie die Menschen dort leben.

Der Band vertieft den Inhalt der Reportage und die Autoren gliedern ihn in fünf Abschnitte (mit Unterkapiteln):
- Nordlage – kalte Grüße aus Skandinavien
- Südlage – wenn die Sahara zu uns kommt
- Ostlage – Besuch von Mütterchen Russland
- Westlage – (leider) unsere Nr.1
- Was Wind mit uns macht

Die Texte sind eine kurzweilige Mischung gut verständlicher Erklärungen, wie und wo die jeweilige Großwetterlage entsteht, und der Schilderung der Lebensumstände der Menschen, die in diesen Gebieten leben. Dazwischen eingefügt sind kleine Gimmicks, z.B. wieso der Spruch "Was gut ist gegen die Kälte, ist auch gut gegen die Hitze" seine Berechtigung hat. Auch die Beschreibung des einen oder anderen physikalischen Experiments lässt den Leser staunen. Dabei verlieren die Autoren ihr eigentliches Thema nicht aus den Augen. Anschaulich erklären sie komplexe meteorologische Zusammenhänge mittels ungewöhnlicher Vergleiche, Modellen, sehr vieler Fotos, Hinweisen auf you-tube-Filme und Internetseiten, die das Gesagte verdeutlichen. Bestimmte Fachbegriffe werden in farblich abgehobenen Infoboxen erläutert. Diese Infoboxen sind im Inhaltsverzeichnis extra aufgeführt, so dass man auch schnell mal etwas nachschlagen kann und nicht googeln muss. Die "Wetterbasics" werden nur kurz zusammengefasst wiedergegeben; Wissbegierige auf das Vorgängerbuch "Wo unser Wetter entsteht" verwiesen. Die Texte sind gut lesbar und bei aller gebotenen Sachlichkeit doch auch teils mit einem Augenzwinkern verfasst.

Ein wenig Interesse für physikalische Vorgänge sollte man aber mitbringen, denn das Windgeschehen beruht nun mal auf physikalischen Gesetzen.
Mancher wird nun vielleicht sagen:"Okay, das Wetter, das haben wir jeden Tag, aber was ist mit dem Klima; wie sieht es damit aus?". Plöger und Schlenker sparen diesen Themenblock nicht aus, er steht aber nicht im Mittelpunkt. Sie sprechen eine eindeutige Warnung vor den Folgen des sich verändernden Klimas aus, setzen aber nicht auf billigen Alarmismus. Außerdem verschweigen sie nicht die Tatsache, dass manches, das nach den Folgen des Klimawandels aussieht, gar nicht davon kommt, sondern auf einer fahrlässige Verschwendung von Ressourcen fußt, z.B. Golfplätze in Gebieten mit wenig Wasser.

Bücher zum Film haben immer ein Problem, nämlich die fehlende Eigenständigkeit. So auch hier. Filme funktionieren nach anderen Regeln als Bücher, was im Film z.B. wichtig ist, um Spannung zu erzeugen, kann im Buch als Fremdkörper wirken. Ich fand die Beschreibungen der Lebensumstände der Menschen im Film genau richtig, im Buch lenkte es mich zu sehr ab; interessant, aber nicht zielführend. Aus diesem Grund ziehe ich 1/2 Punkte ab. 

Aufmachung des Buches
Das gebundene Buch hat ein handliches Format, durch die hochwertige Ausstattung allerdings doch Gewicht. Es verfügt über einen sehr stabilen Einband, festes, matt glänzendes Papier und Fadenheftung. Das Cover zeigt dicke Wolken vor einem grau-blauen Himmel. Davor "steht" Sven Plöger in der typischen Haltung, mit der Meteorologen die Wetterkarte in den Nachrichten erklären. Der Titel in weißen Lettern ist nicht zu übersehen. Als unangenehm empfand ich den Geruch des Buches, der auch nach 2 Wochen noch deutlich wahrnehmbar war. Am Ende des Bandes findet man den Bildnachweis und zwei kurze Informationstexte zu den beiden Autoren. 

Fazit
Den Autoren ist es gelungen, leicht verständlich die allabendliche Wetterkarte mit ihren Hochs und Tiefs und ihrem Kind, dem Wind, zu erklären. So machen Wind und Wetter Spaß.


4 Sterne


Hinweise
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