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Mondlicht ist pure Magie.
Das weiß jeder.

Es war einmal eine Stadt am Rande des dunklen Waldes. Dort lebte die Hexe Xan. Keiner hatte sie je gesehen, doch sie war böse. Und gefährlich. Das wusste jeder. Jedes Jahr holte sie sich das jüngste Kind und verschonte dafür die Stadt. Na gut, sie holte es sich nicht, die Bewohner der Stadt setzen es im Wald aus, und Xan nahm es mit. So war es immer gewesen. Bis in einem Jahr das Mädchen Luna an der Reihe war, Xan ihm aus Versehen Mondlicht zu trinken gab und Luna herausfand, dass die Geschichte über die böse Hexe eine einzige große Lüge war ...

 

Das Maedchen das den Mond trank 

Originaltitel: The Girl who Drank the Moon
Autorin: Kelly Barnhill
Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Verlag: Sauerländer
Erschienen: 22.02.2018
ISBN: 978-3-7373-5538-4
Seitenzahl: 464 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Jedes Jahr am Tag des Opfers wird das jüngste Baby im Wald ausgesetzt und so der Hexe geopfert, damit diese die restlichen Bewohner der von Trauer umwölkten Stadt in Frieden lässt. Doch eine Opferung ändert alles, denn die Mutter des kleinen Mädchens weigert sich, ihr Kind herzugeben und wird, nachdem es ihr entrissen wurde, verrückt und in einen Turm gesperrt. Das Mädchen wiederum wird von der Hexe Xan mitgenommen und versehentlich mit Mondlicht gefüttert, was verheerende Folgen nach sich zieht ...

Kelly Barnhill hat mit "Das Mädchen, das den Mond trank" ein wunderschönes modernes Märchen zu Papier gebracht. Die vielschichtige und mit lebendigen Worten geschriebene Geschichte bezaubert junge wie jung gebliebene Leser gleichermaßen.


Stil und Sprache
Der bildreiche Schreibstil Kelly Barnhills lässt die Szenen und Schauplätze vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. Scheinbar mit Leichtigkeit gelingt es der Autorin für eine dichte, packende Atmosphäre zu sorgen, wobei dieser stets etwas märchenhaftes anhaftet. Insbesondere die Kapitel aus Sicht der Hexe Xan sind herrlich humorvoll und warten mit tollen Beschreibungen auf: "[...] während jede einzelne Lüge von ihren Lippen fiel und auf dem Boden zerschellte, klirrend und glitzernd wie Glas" (Seite 232).

Die vorherrschende Stimmung fängt Barnhill dabei gut ein, sodass die Fröhlichkeit einer Szene genauso spürbar ist, wie die Schwermut einer anderen. Stellenweise ist das Buch nichts für Zartbesaitete, denn eine Figur (es soll an dieser Stelle nicht verraten werden, welche) ist weitaus grausamer, als man es erwartet hat.

Verschiedene Erzählstränge - stets in 3. Person verfasst - erlauben es dem Leser, eine Begebenheit aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und unterschiedliche Figuren zu begleiten, wobei sich bei einem in kursiver Schrift verfassten Erzählstrang erst zum Ende der Geschichte erschließt, was es mit diesem auf sich hat.


Figuren
Xan ist eine ganz wunderbare Figur. Mit ihrer großmütterlichen Art gewinnt man sie schnell lieb und verzeiht ihr auch die Fehler, die sie im Laufe der Handlung macht. Ihr treuer Begleiter und Sumpfbewohner Glerk besticht durch seinen besonnenen Charakter, spricht mit seiner poetischen Ader aber das eine oder andere Mal in Rätseln. Ganz anders ist da der flatterhafte Ganz Und Gar Gigantische Drache Fyrian, der eine etwas verdrehte Sicht auf die Welt hat. Seine naive Art ist herzallerliebst - kein Wunder, dass er und Luna sich so gut verstehen. Luna wird auf Seite 162 sehr treffend beschrieben: "Sie hatte einen rastlosen Verstand, einen unstillbaren Wissensdurst und außerdem ein außergewöhnliches Talent zum Zeichnen, Basteln und Erfinden."

Neben diesen sympathischen Figuren gibt es auch einige zweifelhafte und auch den einen oder anderen ganz und gar niederträchtigen Charakter in der Geschichte. Diese sorgen für die gewisse Würze und sind ebenso authentisch ausgearbeitet wie die bereits zuvor erwähnten Figuren.


Aufmachung des Buches
Das gebundene und mit einem wunderschön gestalteten Schutzumschlag versehene Buch ist im Sauerländer-Verlag erschienen. Die Kapitel sind durchnummeriert und mit einem Halbsatz überschrieben, beispielsweise: "Kapitel 4, ... in dem das alles nur ein Traum war" - ein Aspekt , der das Besondere der Geschichte unterstreicht.


Fazit
Kelly Barnhills märchenhafte Geschichte "Das Mädchen, das den Mond trank" bezaubert von der ersten Seite an. Unbedingt empfehlenswert!


5 Sterne


Hinweise
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