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Eine unwahrscheinliche Freundschaft und eine unvergessliche Reise

„Ein zeitloses Buch – und ganz und gar nicht das, was man von einem kitschigen Engelbuch erwartet. Wie  „Driving Miss Daisy“ aber mit starkem übernatürlichen Element.“ The Guardian

Davy David, ein 13-jähriger Waisenjunge, lebt in Brownvale, einer Stadt der harten Herzen, die von einem strengen Pastor beherrscht wird. Davy ist künstlerisch begabt und liebt es, heimlich Renaissance-Engel in den Staub auf Straßen und Höfen zu zeichnen. Er ist allein, abgesehen von einem kleinen Hund, der ihm überall hin folgt, jobbt und verbringt viel Zeit in der Bücherei, um sich Anregungen für seine Engelbilder zu holen. Eines Tages begegnet er einer älteren Dame, die einen besonderen Auftrag für ihn hat: Er soll sie mit ihrem alten Auto zu ihrem Elternhaus fahren, wo sie am ersten Weihnachtsfeiertag zu sterben gedenkt. Und so brechen Davy, der Hund und Miss Flint zu einer unvergesslichen Reise auf.

 

Ein Engel fuer Miss Flint 

Originaltitel: The Road to Ever After
Autor: Moira Young
Übersetzer: Alice Jakubeit
Verlag: Fischer Taschenbuchverlag
Erschienen: 26. Oktober 2017
ISBN: 978-3-596-29836-5
Seitenzahl: 222 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Der Waisenjunge Davy David ist dreizehn Jahre alt und lebt in einem Gebüsch am Friedhof von Brownvale. Wie die anderen obdachlosen Menschen wärmt er sich in der alten Bücherei auf und verdient sich das Essen mit kleinen Arbeiten bei den Bewohnern des Ortes. Der künstlerisch begabte Junge malt im Geheimen Renaissanceengel in Straßenstaub und in Höfe. Doch nicht jedem sind die Engelbilder recht, die auf unerwartete und geheimnisvolle Weise im ganzen Ort entstehen. Als er vom tyrannischen Pfarrer Fall beim Malen eines Bildes entdeckt und wenig später als Dieb denunziert wird, kann er noch gerade so vor der Verhaftung fliehen. Um sich in Sicherheit zu bringen, begleitet er die gebrechliche Miss Flint, die er kurz zuvor kennengelernt hat, als Fahrer ihres Oldtimers zu ihrem Heimathaus am Meer, in dem sie am ersten Weihnachtsfeiertag sterben will.
Und so beginnt ein skurriles, herzerwärmendes und mystisches Abenteuer, welches das Schicksal des jungen Davy David immer enger mit dem der alten Dame verknüpft...

Eine berührende Geschichte, deren Thema sehr intensiv und gefühlvoll umgesetzt wurde.


Stil und Sprache
Das Buch ist aus der Sicht des allwissenden Erzählers in der dritten Person geschrieben. Schon die ersten paar Sätze lassen den Leser in die Geschichte rutschen und mit der Hauptperson, dem Waisenkind Davy David, mitfiebern. Man spürt seine Furcht vor dem herrischen Pfarrer Fall, der den ganzen Ort tyrannisiert, genießt die Wärme in der Bücherei beim alten Mr. Timm und begleitet ihn zu seinem Zuhause in dem Busch am Friedhof. Die Szenerie wurde so anschaulich und bunt dargestellt, dass man sich die einzelnen Orte gut vorstellen kann und fast das Gefühl hat, selbst dabei gewesen zu sein.

Die Figuren, allen voran Davy und Miss Flint, die sich hervorragend ergänzen, wirken plastisch und lebendig und sorgen für eine sehr kurzweilige Lektüre. Die Autorin hat auch den Gefühlen von Davy und Miss Flint genug Raum gelassen um zu wachsen und sich weiterzuentwickeln, wie man als Leser gut nachverfolgen kann. Die Dialoge zwischen dem Jungen und der alten Frau sind aufschlussreich und oft durchaus amüsant, vor allem dann, wenn die jugendliche Meinung und die Alterssturheit aufeinandertreffen. Das Buch beginnt sehr bedrückend. Die beschriebenen Orte wirken düster und kalt und die Angst von Davy David vor dem fanatischen Eiferer Pfarrer Fall und dem Schlepper Mr Kite, der Jagd auf Obdachlose macht, ist sehr gut zu spüren. Mit der Begegnung mit Miss Flint bekommt die Geschichte dann aber recht bald eine unerwartete, originelle Wendung.
Während der gemeinsamen Reise lernen sich die Figuren besser kennen, hadern mit sich und ihren Gefühlen, während gleichzeitig die Themen Leben und Sterben, der Tod und das „Danach“ behandelt werden.

Zu Beginn der Geschichte vorerst nur sehr unaufdringlich und ganz leicht eingeflochten, bekommen diese Themen mit Fortschreiten der Handlung jedoch eine immer größere Bedeutung. Und zwar auf eine ganz besondere Weise, die mit einem gut portionierten, sehr ansprechenden Hauch Mystik verstrickt wurde.
Einige kleinere Ungereimtheiten, die dem aufmerksamen Lesern vielleicht auffallen könnten, werden von der Intensität und Gefühlsmacht im Buch mühelos überspült, sodass sie nicht wirklich auf- bzw. ins Gewicht fallen.

"Ein Engel für Miss Flint" ist ein ganz besonderes Buch für Leser jeden Alters, die eine zeitlose, beeindruckende Geschichte mit unkonventionellen, aber durchaus liebenswerten Charakteren suchen und es genießen, wenn sich die Hauptfiguren permanent weiterentwickeln und an ihren Aufgaben wachsen.


Figuren

Davy David (13 Jahre), der geheime „Engelmaler von Brownvale“, ist ein Waisenkind, das unter einer Hecke auf dem Friedhof lebt. Er ist freundlich, höflich und hilfsbereit, allerdings ist Brownvale kein guter Ort, um obdachlos zu sein. Als Davy von Pfarrer Fall als Engelmaler entlarvt wird und ihn der bösartige Mann als Dieb beschuldigt und verhaften lassen will, muss er aus dem Ort fliehen.
Miss Elisabeth Flint ist eine alte, gehbehinderte Frau, die von den Kindern im Ort als Hexe beschimpft und gefürchtet wird. Sie wohnt im alten, verlassenen Museum und hat sich vorgenommen am ersten Weihnachtsfeiertag in ihrem Heimathaus zu sterben. Da trifft es sich gut, dass Davy David unverhofft in ihren Garten stolpert. Die alte Frau engagiert Davy kurzerhand als Fahrer ihres Oldtimers, damit er sie in ihr Elternhaus ans Meer bringt.
Ein struppiger schwarz-weißer kleiner Terrier heftet sich gleich zu Beginn der Geschichte an Davys Fersen und begleitet ihn auch brav die ganze Geschichte hindurch.
Pfarrer Fall ist ein unangenehmer, tyrannischer Fanatiker. Er hat den ganzen Ort und seine Bewohner unter seiner Fuchtel und ist der Grund, warum Davy aus seinem Heimatort fliehen muss.

Die Figuren wirken lebendig und dreidimensional und da sich die Hauptpersonen permanent weiterentwickeln, kommt garantiert keine Langeweile auf.


Aufmachung des Buches
Das Coverbild des Taschenbuches passt hervorragend zur Geschichte wie man bei der weiteren Lektüre erkennen kann. Der Rückseitentext ist nicht sehr aussagekräftig, da zwar "The Guardian" zitiert, aber nicht auf den Buchinhalt eingegangen wird. Aus diesem Grund ist oben auch ausnahmsweise die Inhaltsbeschreibung, die man auf der Innenseite des ersten Blattes im Buch findet, dem kurzen Rückseitentext angeschlossen. Das Buch umfasst 222 Seiten, die in drei große Abschnitte - „Der Engelmaler“ „Die Straße nach Westen“ und „Das Haus am Meer“ - unterteilt sind. Diese Teile enthalten wiederum unterschiedlich lange Kapitel, die mit einem stilisierten Zweig bzw. einer Feder gut erkennbar voneinander abgegrenzt sind.
Auf der Innenseite des ersten Blattes findet man eine kurze Buchbeschreibung, sowie eine Kurzvita der Autorin. Ein Anhang mit den im Roman angesprochenen Spielfilmen und eine Danksagung runden die Geschichte gut ab. Auf der letzten Seite gibt’s noch einen kurzen Ausblick auf Charles Dickens Weihnachtsgeschichten Band 90113 aus dem Verlagsprogramm.


Fazit
Alle Leser die ein außergewöhnliches, kurzweilig-gefühlvolles Buch kennenlernen möchten, das sich deutlich vom „Alltagslesefutter“ abhebt, werden von dem Roman bestimmt begeistert sein.


4 5 Sterne


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