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Nachts sind alle Städte grau? Pulitzer-Preisträger Vincent Laforet belehrt uns eines Besseren – mit Luftbildern von leuchtenden Metropolen wie New York, London und Sydney, die er bei Dunkelheit fotografierte. Wagen Sie mit seinem Projekt AIR einen Blick in Häuserschluchten und auf faszinierende urbane Muster. Schweben Sie über Berlin und beobachten Sie das Leben auf der Überholspur in Los Angeles. Atemberaubende Luftaufnahmen, seitenweise faszinierend.

„Unsere Städte von oben sind ein spektakulärer Anblick – eine wunderschön anzusehende und völlig unbeabsichtigte Auswirkung menschlicher Zivilisation, eine ins All gesendete Lichtbotschaft.“ - Donald Pettit – NASA Astronaut

 

City Lights 

Originaltitel: AIR
Autor: Vincent Laforet
Übersetzer: Gabi Krause
Fotograf: Vincent Laforet
Verlag: National Geographic
Erschienen: Oktober 2017
ISBN: 978-3-86690-645-7
Seitenzahl: 236 Seiten

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Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Eine ebenso künstlerische, wie herausragende Idee trieb Vincent Laforet zu einem umfangreichen Projekt und schließlich zu diesem Bildband. Noch bevor ich zu den Luftaufnahmen gekommen bin, hat mich Laforet bereits mit seinem Vorwort gefangen und begeistert: ebenso dramatisch wie – nicht nur für leidenschaftliche (Nacht)Fotografen – spannend beschreibt er das Vorgehen, die Mühen und nicht zuletzt auch Gefahren, die er und sein Team auf sich genommen haben, um diesen einzigartigen Bildband zu ermöglichen. Aus einem offenen Hubschrauber, zum Teil auf den Kufen stehend, hat er aus Höhen von bis zu 3.444 Metern Großstädte bei Nacht fotografiert.

Laforets Werk widmet sich kapitelweise den Städten New York, Chicago, Los Angeles, Berlin, London, Miami, San Francisco, Barcelona und Sidney. Jedes Kapitel startet mit einer Luftkarte der Stadt sowie einer Skala, die neben dem höchsten Gebäude der Stadt auch die außergewöhnliche Flughöhe des Helikopters darstellt. Ohne große Worte geht es zu den Bildern über, die ganz für sich sprechen und schlicht atemberaubende Perspektiven – ob nun vertikal nach unten oder mit enormer Weite der Städte horizontaler ausgerichtet – bieten. So ist beispielsweise noch keinem Fotografen zuvor gelungen, mir begreiflich zu machen, welche gigantischen Ausmaße der Central Park in New York tatsächlich hat. Lange verweilt der Blick des Betrachters auf den Fotografien bei dem Versuch, die unzähligen Details wahr- und in sich aufzunehmen.

Dabei ist Vincent Laforets Fotografie sehr vielfältig: verschiedene Brennweiten und Blickwinkel, Lichtstimmungen und Tageszeiten sowie Jahreszeiten geben jeder Aufnahme einen unvergleichlichen Ausdruck, während Schärfe und Brillanz faszinieren und die Städte in unglaublicher Schönheit portraitieren. Die meisten Aufnahmen erstrecken sich über die volle Doppelseite, aber es gibt auch zahlreiche Fotografien, die einzeln eine Seite bestimmen, wie in einem Passepartout angeordnet.

Wenngleich schon die Aufnahmen der Städte bei Sonnenauf- und -untergang aus vergleichsweise niedriger Höhe viele Details entfalten und einzigartige Panoramen zeigen, so sind doch besonders die Dämmerungs- und Nachtaufnahmen aus großer Höhe das, was mich am nachdrücklichsten begeisterte: die Verkehrsadern scheinen in ihrem Gelb-Orange vor Leben förmlich zu pulsieren, während Gebäude in verschiedenen Farben, besonders einem herausstechenden und brillanten Blau gegenüber den Gelbtönen erstrahlen und einzelne Stadtteile oder Komplexe sich gegenüber der schieren Größe dieser Großstädte abheben. Spielt Vincent Laforet dann noch mit Perspektiven und Effekten – insbesondere dem Miniatureffekt aus für Helikopter extremer Flughöhe – wirken die Städte teils wie große Modellbauwelten, teils wie raffiniert angeordnete und farbenfroh beleuchtete Computerplatinen. Dieser Filtereffekt ist gerade bei dieser Art der Fotografie ausgesprochen wirkungsvoll. Möchte man überhaupt einen Ansatz für Kritik finden, dann der, dass sich der Miniatureffekt – trotz seiner grandiosen Wirkung – im Laufe des Bildbandes abzunutzen beginnt, kommt er doch recht häufig zum Einsatz.

Allein die förmlich unvorstellbare Größe amerikanischer Städte wie Los Angeles oder New York, die hier in einigen Fotografien aus weit über 3.000 Metern Höhe dennoch nur angedeutet werden kann, ist überwältigend, ja nahezu unbegreiflich. Und besonders in der Nachtfotografie entfalten sie eine Wirkung, ein Potpourri aus Lichtern, Farben und Kontrasten, aber mit ihrem Lichtermeer auch eine Weitläufigkeit, wie sie Luftaufnahmen bei Tage nie auszudrücken vermögen.


Aufmachung des Buches
Großformatig, wuchtig, schwer: das sind die ersten Adjektive, die zu „City Lights“ einfallen. Der mit bedrucktem Leinen bezogene, feste Umschlag mit geprägtem Titel und Namen des Fotografen wirkt edel. Über Rück- und Vorderseite des Covers zieht sich eine Nachtfotografie von Miami, steil nach unten fotografiert. Hellblaues Vorsatzpapier sorgt für eine Balance zum Schlichten. Eine Widmung, ein nach Städten gegliedertes Inhaltsverzeichnis, ein Vorwort des NASA Astronauten Donald R. Pettit sowie die Einleitung von Vincent Laforet eröffnen den Bildband.

Sowohl die Verarbeitung, als auch Materialwahl und Druckqualität auf den festen, griffigen Seiten sind so tadellos, wie man es von einer National Geographic-Publikation nur erwarten kann, und bürgen für langjährige Freude an diesem Werk.

Der Epilog besteht aus einem Rückblick mit umfangreicher Danksagung von Vincent Laforet, zahlreichen Begleitfotos des "Making of", sowie umfangreichen Städteporträts zu den 10 Metropolen, die noch einmal von den klein abgedruckten Fotos begleitet werden. Die Anzahl der Aufnahmen pro Stadt kann dabei stark variieren, so umfasst z.B. das Kapitel New York 18 Fotografien, Berlin und Chicago 8 Bilder und Miami nur 7 Aufnahmen. Abschließend sind noch einmal die 10 Großstädte sowie die jeweilige, maximale Flughöhe der Helikopter aufgeführt.


Fazit
Ein Bildband, bei dem man sich in Superlativen verliert beim Versuch, ihn in Worte zu fassen – nicht nur leidenschaftliche Nachtfotografen werden sich staunend und fasziniert an den Arbeiten von Vincent Laforet erfreuen. Für mich ist dieser Bildband eines, wenn nicht sogar DAS Highlight des Jahres.


5 Sterne


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