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Sie waren die besten Freundinnen, bis ein Verrat sie auseinanderriss. Michelle verließ die idyllische Heimatinsel, Carly blieb – mit dem Mann, den eigentlich Michelle liebte. Nach zehn Jahren führt ein Erbe Michelle zurück. Als sie das in Schwierigkeiten steckende Hotel Blackberry Island Inn betritt, das ihr Vater ihr vermacht hat, steht sie unerwartet Carly gegenüber. Nur mit Carlys Hilfe, deren Leben inzwischen eng mit dem Inn verwoben ist, kann Michelle den Familienbetrieb retten. Aber können die beiden Frauen nach all den tiefen Wunden an einem Strang ziehen? 

 

Wie zwei Inseln im Meer 

Originaltitel: Barefoot Season
Autor: Susan Mallery
Übersetzer: Valerie Schneider
Verlag: HarperCollins
Erschienen: August 2016
ISBN: 978-3-95967-036-4
Seitenzahl: 304 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Michelle kehrt nach zehn Jahren zurück nach Hause, da ihre Mutter gestorben ist und sie die Pension Blackberry Island selbst übernehmen will. Richtig fähig ist Michelle dazu aber nicht, denn nach 10 Jahren Militärdienst und vor allem nach ihrer schweren Verletzung ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Da hilft auch nicht gerade, dass sie auf ihre einstige beste Freundin Carly angewiesen ist, die Michelle am liebsten vor die Türe setzen würde. Doch die Bank sitzt ihr im Nacken, jemand aus dem Personal bestiehlt sie und ihre Gesundheit geht immer mehr den Bach runter. Nur wenn Carly und Mischelle den Täter überführen und an einem Strang ziehen, können sie ihr einstiges Zuhause retten …

Für einmal präsentiert uns Susan Mallery ernste Themen und keine locker-flockige Liebesgeschichte. Die Handlung ist tiefgründig mit einem zuweilen berührenden Schreibstil. Einzelne Charaktere hingegen sind teilweise überzeichnet dargestellt.


Stil und Sprache
Wer einen lockeren Liebesroman wie in der Fool’s Gold-Serie erwartet, der ist hier an der falschen Stelle. Auch Familiendrama ist ein zu eng gefasster Rahmen für die teils ernste Handlung mit lauten und manchmal eher leisen Zwischentönen. Nach 10 Jahren kehrt Michelle nach Hause zurück, von wo sie damals regelrecht geflohen ist. Der Einstieg in die Handlung fällt leicht und man kann sich schon nach wenigen Seiten gut vorstellen, wie es Michelle ergangen ist und welche schockierenden Erlebnisse sie überstanden hat. Danach flacht die Handlung schnell ab. Viele Hinweise über die gemeinsame Vergangenheit von Carly und Michelle sind eingeflochten, aber nichts Konkretes, sodass sich die anfängliche Spannung nicht zu halten vermag. Der Fokus ist in diesem Teil oftmals auf die beiden Protagonistinnen und deren Gefühlswelt gelegt, ohne dass die Handlung wirklich vorangetrieben wird. Doch nach und nach wird ein Rätsel aus den verschiedenen Vergangenheiten gelöst und packt den Leser mit den aktuellen Wendungen, die immer mal wieder kurze Überraschungen für den Leser bereithalten. Viel zu lachen gibt es nicht und trotzdem sind kleine humorvolle Lichtblitze, sarkastische Bemerkungen und hartnäckige Freunde da, die den schwierigen Einstieg in den Alltag als Zivilistin und die gemeinsame Vergangenheit auflockern. Die bunt gemischten Charaktere verleihen der Handlung zudem Farbe und bieten eine angenehme Abwechslung.

Michelle und Carly teilen sich die Erzählperspektive, die in der dritten Person verfasst ist. Die herrliche Umgebung mit einer malerischen Landschaft, einer farbigen Tier- und Pflanzenwelt wurde ausgezeichnet in die Handlung eingebettet.


Figuren
Michelle ist in einer Abwärtsspirale gefangen. Nicht nur, dass sie körperlich an einer schlimmen Schussverletzung zu leiden hat, ihre Nächte sind eine einzige Katastrophe und auch tagsüber kann ein kurzer Knall ihre Welt zum Einsturz bringen. Keine gute Voraussetzung um ein überschuldetes Hotel wieder rentabel zu machen, zumal Michelle von jemandem aus dem Personal bestohlen wird. Michelles Figur ist großartig ausgearbeitet, man fühlt und leidet mir ihr und ihre Reaktionen sind glaubhaft, wenn auch teilweise heftig – wen wundert es. Carly hingegen hat mich nicht im gleichen Maß überzeugt. Sie verkauft sich unter Wert, lässt sich zu viel bieten und zweifelt oft an sich, obwohl sie die einzige ist, die das Hotel am Überleben hält. Ihre Ängste drehen sich mehrmals im Kreis und an der einen oder anderen Stelle hätte ich ihr gerne mehr Durchsetzungskraft gewünscht.

Die Nebenfiguren sind ein bunter Mix aus Angestellten, Einheimischen und Gästen. Im großen Ganzen sind sie eher überzeichnet, entweder zu impulsiv und flatterhaft oder engstirnig und uneinsichtig. Eine Ausnahme bilden da die beiden Männer, die Michelle und Carly ins Auge springen. Wer eine romantische Liebesbeziehung sucht, wird keine finden. Trotzdem überzeugen die beiden mit ihrer ruhigen sowie vernünftigen Art und sind so etwas wie ein Ruhepol in einer stürmischen Landschaft.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch mit Klappbroschur ist in einem größeren Format erschienen, als sonst bei Susan Mallery üblich. Das Cover ist eher schlicht. Die abgebildeten Muscheln sowie Meerestiere und die restlichen Gegenstände kann ich nicht wirklich mit dem Inhalt der Geschichte, die mehr zufällig auf einer Insel angesiedelt ist, in Einklang bringen. Die Schriftzüge des Autorennamens sowie des Buchtitels sind leicht erhaben. Das Covermotiv wird über den Rücken bis zur Rückseite weitergeführt. Ein kurzer Text gibt Auskunft darüber, was den Leser erwartet.


Fazit
Keine locker-flockige Liebesgeschichte, wie sie Susan Mallery schon oft geschrieben hat. Wer nicht darauf fixiert ist, wird von einer vielschichtigen Handlung voller Emotionen empfangen. Nicht immer ganz einfacher Lesestoff, aber trotzdem sehr unterhaltsam.


4 Sterne


Hinweise
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