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Er sollte ihr Wesen sein? Er war ein Mann! Und ein Dämon. Ihre Eltern sagten oft, sie sei ihr Engel, und ausgerechnet sie, ein „Engel“, sollte einen Dämon als Wesen bekommen?

Die Existenz von Vampiren, Feen und anderen Paranormalen ist längst kein Geheimnis mehr. Doch in der Öffentlichkeit dürfen sie sich nur in Begleitung des ihnen zugeteilten Delegierten bewegen. Ausgerechnet bei der warmherzigen Light versagt jedoch das raffinierte Auswahlsystem: Entgegen aller Regeln wird ihr der männliche Dämon Dante zugewiesen. Schon bald stellt sich ihr die Frage, wen sie schützen muss – ihn oder sich selbst?

 

Light Darkness 

Autor: Laura Kneidl
Verlag: Carlsen
Erschienen: Juli 2016
ISBN: 978-3-551-31594-6
Seitenzahl: 400 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Endlich ist es soweit. Light bekommt als Delegierte ihr erstes paranormales Wesen zugeteilt. Seit Jahren wurde Light darauf vorbereitet, hat gelernt, Fragebögen ausgefüllt und Tests absolviert, damit ihre Seelenverwandte, ein vom System ausgesuchtes Wesen, bei ihr einziehen kann. Doch irgendetwas ist komplett schief gelaufen, denn statt einer Frau wurde ihr verbotenerweise ein junger Mann zugeteilt. Und Dante ist erst noch ein Dämon, den man einfangen und zwingen musste. Dementsprechend unkorporativ ist Dante, bringt Light an ihre Grenzen und hat mit ihr eine Wette ausgehandelt: 10 Tage, in denen er sie zum Aufgeben zwingt. Kann er sie brechen, bestimmt Dante danach, wo es lang geht, oder Light hält durch und er unterwirft sich ihrer Führung. Doch so einfach ist die Sache nicht, denn Dämonen werden noch immer gejagt, auch wenn dies verboten ist, und auch Dantes Vater ist nicht gewillt, seinen Sohn mit den gefährlichen Geheimnissen ziehen zu lassen …

Mit einem klaren, einfachen Schreibstil hat die Autorin einen wundervollen Fantasyroman geschrieben, der beim Lesen in vielerlei Hinsicht bewegt. Ausgezeichnet gelungen.


Stil und Sprache
Light steht kurz vor ihrem ganz großen Auftritt und präsentiert die darauf folgenden Tage zusammen mit Dante und wenigen Nebenfiguren aus der dritten Person. Sie ist eine sehr sympathische Protagonisten, die den Leser sofort für sich einnimmt, womit der Einstieg leicht fällt. Im Jahr 2047 leben Menschen und paranormale Wesen in einer Welt, wie wir sie kennen. Die Handlung hätte auch ebenso gut in die heutige Zeit gepasst, denn neue Entwicklungen oder Erfindungen werden nicht aufgegriffen, der Fokus liegt ganz bei den beiden Protagonisten, ihren Gefühlen und Problemen. Es dauert denn auch nicht lange, bis die erste Katastrophe in Form der missglückten Systemauswahl eine Lawine von Ereignissen auslöst, die mit vielen Emotionen, spannenden sowie überraschenden Wendungen unaufhörlich ihren Lauf nimmt. Die Gefahr für Dante und sein Umfeld steigert sich von Kapitel zu Kapitel, Verletzte und gar Tote kommen vor, wobei die brutalen Szenen meist nur kurz angeschnitten werden oder danach die Auswirkungen zu lesen sind. Das Ende ist zwar ein Abschluss der Handlung, ist für mich aber eher der Zwischenhalt nach einem Auftaktband. Ich hätte mir daher sehr gewünscht, dass es eine Fortsetzung geben würde.

Der Schreibstil ist flüssig, mit Humor, Sarkasmus aber auch mit vielen anderen Emotionen ausgestattet, sodass man mit ihnen lacht, bangt und leidet. Jedes Kapitel beginnt mit einem Auszug eines Artikels aus dem Buch der Delegierten, wodurch die Vorgaben, Regeln und Verstöße nach und nach dem Leser nahe gebracht werden.


Figuren
Light ist erst 17 Jahre alt und hat die letzten 7 Jahre die Ausbildung zur Delegierten absolviert. Der nächste Schritt ist die erste Zuteilung eines Wesens, über das Light die Verantwortung übernimmt und das bei ihr einzieht. Light ist einerseits ein typischer Teenager, andererseits bewahrt sie Ruhe und hat eine Entschlossenheit, die nicht ganz zu ihrem Alter passt. Sie ist ausgesprochen sympathisch, zu allen freundlich und nimmt ihre Pflichten sehr ernst. Mit der Zuteilung von Dante kommen ihre Gefühle komplett in Aufruhr. Zuerst ist Light schockiert, danach steht sie für Dante ein, wenn er missachtet und übergangen wird und entwickelt romantische Gefühle, die verboten sind.

Dante wurde entführt und gezwungen, an der Zuteilung teilzunehmen. Er ist ein 20-jähriger Dämon in seinem ersten Lebenszyklus, sozusagen ein normaler Teenager mit übersinnlichen Kräften. Sein Vater ist der berüchtigte Anführer von paranormalen Terroristen, die Mord und Totschlag verbreiten. Dante kann man lange Zeit nicht völlig durchschauen. Eigentlich passt er überhaupt nicht zu Light und doch haben sie vieles gemeinsam und verstehen sich trotz Reiberein und der Wette erstaunlich gut.

Die meisten Nebenfiguren sind Familienangehörige oder Freunde aus der Schule. Sie alle sind ihrer Rolle und entsprechend ihrem Hintergrund als Mensch, Vampir usw. mit differenzierten Facetten ausgestaltet. Sie wirken lebensecht und bleiben als eigenständige Figuren gut im Gedächtnis haften.


Aufmachung des Buches
Das Cover des Taschenbuches zeigt für mich ein typisches Bild dieses Genres. Eine junge Frau und ein junger Mann blicken in komplett entgegengesetzte Richtungen wobei sich die Hinterköpfe überschneiden, so als ob zwei Fotos übereinander gelegt wurden. Getrennt wird das Motiv noch mit blauen Ranken, die über die Abbilder gemalt wurden. Der Hintergrund ist nur verschwommen dargestellt, sodass keine weiteren Details zu sehen sind. Die Rückseite ist dunkelbau und zeigt nur den Text zur Inhaltsangabe. Obwohl ich das Buch nur einmal sorgfältig gelesen habe, weist der Buchrücken sichtbare Rillen auf.


Fazit
Ein großartiges Jugend-Fantasy-Buch, das auch erwachsene Leser begeistern dürfte. Wundervolle Protagonisten, ausgezeichnete Emotionen und eine spannende Handlung. Leider nur ein Einzelband, obwohl eine Fortsetzung aufgrund des Endes durchaus möglich wäre. Ich hätte Light und Dante gerne noch weiter begleitet.


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

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