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Im Untergrund von Gotham

James Gordon, Polizeichef von Gotham, wurde das Opfer einer groß angelegten Verschwörung und sitzt nun im Gefängnis. Während Barbara Gordon alias Batgirl einer Spur nach Brasilien folgt, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, und sich dort schließlich mit Batwoman und Batmans Ex-Partner Red Hood zusammentut, begibt sich der Mitternachtsdetektiv in die düstere Welt unterhalb von Gotham, die beherrscht wird von Kreaturen wie dem furchterregenden Killer Croc ...

 

Badman Eternal 2 

Originaltitel: Batman Eternal - Kirche des Bösen
Autor: Scott Snyder, Ray Fawkes und weitere
Übersetzer: Steve Kups
Illustrator: Jason Fabok, Andy Clark und weitere
Verlag: Panini Comics
Erschienen: 10. Mai 2016
ISBN: 978-3-95798-742-6
Seitenzahl: 228 Seiten
Altersgruppe: ab 14 Jahre (Empfehlung des Rezensenten)

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Die Grundidee der Handlung
Während Batman weiterhin versucht die Bandenkriege zu stoppen und die Unschuld des Commissioners aufzuklären, begibt sich Batgirl nach Brasilien, um die wahren Verbrecher hinter Gordons vermeintlicher Straftat aufzuspüren. Derweil stellen die anderen Superhelden fest, dass es offensichtlich verschiedene "Brandherde" in Gotham gibt. Einerseits entwickelt sich unter der Psychiatrie Arkham Asylum ein okkulter magischer Geisterzirkel, andererseits greifen Nano-Roboter die Stadt an. Zwischen diesen ungewöhnlichen Bedrohungen müssen die Helden alles aufbieten, um parallel noch die Schlacht zwischen dem Pinguin und Falcone, aber auch die Korruption der Polizei zu bekämpfen.

Mit bestechenden Charakteren, die in großer Vielzahl aufeinander treffen und einem doch sehr umfangreichen Storytelling setzen die Autoren und Zeichner die komplexe und hoch gelobte Comicserie "Batman Eternal" fort. Was zunächst klein begann, baut sich mehr und mehr zu etwas Großem auf und verspricht, ein episches Aufeinandertreffen der Helden und Bösewichte zu werden. Doch was steckt hinter dem ganzen Chaos?


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Obgleich der Comic nach dem Superhelden Batman benannt ist, dreht es sich um eine Vielzahl an Charakteren, die gar nicht alle aufgezählt werden können. Da auch alle gleichmäßig an Häufigkeit und Wichtigkeit im Comic beteiligt sind, ist es an dieser Stelle einfacher, auf das Gesamterscheinungsbild einzugehen. Einen großen Aspekt spielen sicherlich die Bat-Helden. Ob Batgirl, Nightwing, Red Robin oder Batman: alle Figuren sind charakterlich bekannt ausgebaut, haben ihre Vergangenheit und agieren in den jeweiligen Strängen des Comics separat. Batman wird - wie auch Nightwing oder Red Hood - gerne muskulös gezeichnet und besonders die halb erkennbaren Gesichter legen sehr viel wert auf Mimik und Eindruck. So sind die Gesichter sehr pedantisch und akkurat gezeichnet, zeigen Falten und Bartschatten und andere "Gebrauchsspuren". Batman, der ja gerne aus dem Dunkel agiert, ist oft in Schatten und schwärzeren Ecken verwinkelt gezeichnet, so dass man ihn nur halbwegs erkennt. Das behält den typischen Charme des Dunklen Ritters bei, den man als Batman-Fan erwartet. Auch Batgirl oder Batwoman sind durchaus muskulös umgesetzt, zeichnen sich aber eher durch Schnelligkeit und einen sehnig geformten Körper aus. Hierbei liegt der Fokus oft auf fast schon opulente Frisuren hinter fledermausähnlichen Gesichtsmasken - alles in allem aber perfekt passend zum Gesamtbild des Comics.

Ein sehr aussagekräftiger Charakter der Serie ist und bleibt Gordon. Dieser steht trotz seiner vermeintlichen Unschuld dem Gesetz treu zur Seite, lässt alles über sich ergehen und hält an seinen Prinzipien, an seinem Glauben an Gotham fest. Gordon wird sehr angeschlagen gezeichnet, was den Umstand seiner Situation zu Gute kommt. Er wirkt einerseits standhaft und entschlossen, aber es wird auch deutlich, dass er gebrochen und müde ist. Diese Emotionen zeichnen sich hervorragend in seinem Gesicht wieder, dass streckenweise zerfurcht, angespannt und faltig wirkt. Nun ist Gordon nicht mehr der Jüngste, dennoch kann man hier das Leid in seinem Gesicht perfekt herauskristallisieren. Einen gelungenen, zeichnerischen Hochgenuss bietet diese Figur, um die sich scheinbar so vieles dreht. Oder doch nicht?

Hervorragend eingebaut werden auch die zahlreichen Schurken und Bösewichte. Der alternde Falcone, zwar muskulös, aber auch schon an einigen Grenzen seines Körpers gestoßen oder der garstige Vogel Pinguin, der wirklich brillant in Szene gesetzt ist. Als kleiner dicklicher Gnom mit hässlicher Fratze und grimmigen Zügen avanciert er fast zum Superschurken. Auch vermeintliche Gastauftritte, die an den Joker oder an Harley Quinn erinnern lassen, werden zeichnerisch gruselig und fast schon morbide umgesetzt. Dieser Umstand gibt den Bösewichten einen völlig neuen Schliff und lässt die sonst teilweise fast schon lustigen Charaktere sehr fies, dreckig und bedeutend tückischer wirken. Daneben gibt es auch Schurken, die eher lächerlich wirken, aber auch diese finden in der Geschichte ihre Berechtigung.

Prinzipiell baut der Comic auf fein gezeichnete Charaktere, die dann doch sehr akribisch und detailliert ausgebaut werden und so gesehen jeder für sich ein kleines Highlight darstellen. Zeichnerisch wird ein Standard angeboten, der so hoch angesetzt ist und dieses Level auch nicht verlässt. Durch Schattentechniken und idealem Farbeinsatz bekommt der Comic erst den richtigen Schliff und lässt so manche Actionszene noch lebendiger und gefährlicher wirken. Wirklich toll sind auch die großflächigen Bilder und die Hintergrundgestaltung, die dem Ganzen noch mal einen Push verpassen.

Neben wirklich gelungenen Dialogen und ausführlichem Storytelling ist jedoch anzumerken, dass es mehr und mehr Stränge gibt, die diese Batman Geschichte doch erheblich splitten. Man hat den Eindruck, es werden Parallel sechs Geschichten erzählt, wobei der Zusammenhang einer Gesamtstory bisher schwer erkennbar ist. Häufige Szenenwechsel und stark verschachtelte Momente erschweren den Eindruck weiterhin. Es bleibt zu hoffen, dass "das Große Ganze" sich mehr und mehr erschließt.


Aufmachung des Comics
Das Cover zeigt den entschlossenen Batman, der Gotham im Hintergrund hat und somit klar für den Kampf um die verlorene Stadt steht. Rechts hinter ihn ist Gordon in Knastkleidung und bewaffnet mit einem Schlagstock hinter einer Zellenkulisse zu sehen, die seine Problematik in der Geschichte aufzeigt. Darüber links gehalten befindet sich Batgirl, die hinter brasilianischer Kulisse etwas überrascht wirkt. Aus diesem Dreiergespann entsteht ein hervorragendes Cover, was die drei Hauptstränge thematisiert. Oberhalb befindet sich im bekanntem Logo der Titel der Serie, unten steht der Untertitel des zweiten Bandes.

Die Rückseite zeigt ein Panel aus dem Comic, in der Batman und Gordons Sohn in der Kanalisation vom Killer Croc überrascht werden. Ein tolles Bild mit Ausdruck aller Charaktere und einem bedrohlichem Szenario. Darunter folgt der gewohnt ausführliche Buchrückentext sowie einige Kritiken. Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es seitengroße Bilder in Farbe und Schwarzweiß, die quasi wie ein kleines Geschenk der Zeichner daherkommen.


Fazit
Zahlreiche Stränge, komplexe Handlungen vielschichtige Charaktere und super Bösewichte: Dieser Comic bietet mit allem auf und ist an Ausbau und Komplexität uneinholbar.


5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Verschwörung in Gotham

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