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Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

 

Das erste Opfer 

Autor: Krystyna Kuhn 
Verlag: Oetinger
Erschienen: Juli 2015
ISBN: 978-3789140617
Seitenzahl: 384 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Bluehaven ist eine ruhige Kleinstadt in Maine. Verbrechen gibt es hier keine, alle Einwohner kennen sich schon von klein auf und über allem thront der Monday Club, eine elitäre Gemeinschaft der mächtigsten Familien der Stadt. Für Faye stand schon immer fest, dass sie eines Tages Teil dieses Clubs werden würde und dass die wöchentlichen Treffen eigentlich gar nicht so spannend sind. Da wird schließlich nur über wohltätige Zwecke gesprochen, oder? Doch dann stirbt ihre beste Freundin und schnell muss Faye erkennen, dass der Club mehr verbirgt als sie je vermutet hätte. Wem kann sie noch vertrauen?

Von Krystyna Kuhn bin ich höchst spannende Jugendthriller gewohnt und auch der erste Teil ihrer Monday Club Trilogie enttäuscht da nicht. In einem an sich idyllischen Kleinstadtambiente baut sie atemlose Spannung auf, bis man schließlich das Gefühl hat, niemandem in dem kleinen Örtchen trauen zu können.


Stil und Sprache
Die Protagonistin Faye ist zugleich auch die Ich-Erzählerin des Romans. Lediglich der Prolog ist aus einer anderen Perspektive geschrieben und bildet den von Thrillern gewohnten mysteriösen Einstieg in den Roman. Auch danach flacht die Spannung nicht lange ab, sondern nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht es direkt rasant weiter. Durch den Tod von Fayes bester Freundin und die Zweifel, die schnell an der offiziellen Version bestehen, kommt direkt ein Bedrohungsgefühl auf. Zwischendurch wird dieses immer wieder in kurzen Spannungsspitzen gesteigert und so fesselt das Buch bis zur letzten Seite. Selbstverständlich bleiben die meisten Fragen noch offen und wie sich das für einen ersten Band gehört, werden viele Vermutungen und wenig Lösungen präsentiert. Zwar scheint eine der wichtigsten Fragen gelöst zu sein, aber gleichzeitig wurden viele neue aufgeworfen. Den zweiten Teil kann man entsprechend kaum erwarten.

Der Schreibstil von Krystyna Kuhn passt gut zu ihrer Erzählerin. Sie kann die Verzweiflung, die Angst und die Wut von Faye transportieren. Gleichzeitig fängt sie auch die Stimmung in der Stadt gut ein, die vielen Geheimnisse ebenso wie die alten Verbindungen. Besonders die Unterschiede zwischen den normalen Freunden von Faye und dem elitären "Adel" der Stadt kommen großartig zur Geltung und unterstützen gleichzeitig die Spannung.


Figuren
Faye lernt man direkt als sympathische, bodenständige Protagonistin kennen. Sie ist Schülerin im Abschlussjahr, hat einen Freund und wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer besten Freundin. Trotzdem ist sie kein normales Mädchen, denn sie hat eine seltene Schlafkrankheit, die dazu führt, dass sie phasenweise gar nicht oder nur sehr wenig schlafen kann. Deswegen ist sie schon ihr Leben lang in medizinischer Behandlung und leidet trotzdem immer wieder unter Halluzinationen und sonstigen Einschränkungen. Dass Faye ihren Sinnen nicht immer trauen kann, bringt zusätzliche Spannung in den Roman rein - dass sie trotz ihrer Krankheit nicht geschont werden will, lässt sie noch stärker erscheinen. Alles in allem ist Faye eine ideale Protagonistin. Man kann sich schnell in sie hinein versetzen, leidet mit ihr und gleichzeitig ist sie interessant genug, dass man ihr gerne durch drei Bände folgen will.

Die Nebencharaktere kennen sich alle schon seit Jahren und sind größtenteils zusammen aufgewachsen. Ebenso wie Faye denkt der Leser anfangs, sie schnell durchschauen und einordnen zu können, doch dann verschiebt sich das anfangs gefasste Bild immer mehr und zum Schluss des ersten Bandes hat man das Gefühl, dass jeder noch eine andere Seite und dunkle Geheimnisse verbirgt. Zum Glück wirkt das aber nicht bemüht, sondern bleibt realistisch.


Aufmachung des Buches
Der Oetinger Verlag hat "Monday Club - Das erste Opfer" als gebundenes Buch mit Schutzumschlag herausgebracht. Das Cover zeigt das für Jugendbücher typische Mädchengesicht, allerdings sticht es durch die gewählten Farben und den an eine Zeichnung erinnernden Stil aus der Menge hervor.

Im Buchinneren ist eine Karte von Bluehaven abgedruckt, die während des Lesens die Orientierung erleichtert. Im Anschluss an den Roman sind ein Lexikon mit Erklärungen zu den verwendeten medizinischen Begriffen und ein Literaturverzeichnis angehängt. Den Abschluss bildet eine an den Roman angepasste Danksagung.


Fazit
Krystyna Kuhn gelingt mit "Monday Club  - Das erste Opfer" ein großartiger Auftaktband! Spannend von der ersten Seite an, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen kann und nach der letzten Seite direkt ungeduldig auf den nächsten Band wartet.


4 5 Sterne


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