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Mein Name ist Anna Brix. Ich bin 35, mein Bindegewebe hat seine beste Zeit hinter sich, und das Sportlichste an mir ist der Eisprung. 
Apropos Eisprung: Ich wünsche mir ein Baby. Also, zuerst mal natürlich einen Mann. Und damit nimmt das Chaos auch schon seinen Lauf ...

 

Loeffelchenliebe 

Autor: Julia Kaufhold
Verlag: Page & Turner
Erschienen: 22. Juli 2013
ISBN: 978-3-442-20425-0
Seitenzahl: 288 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Anna Brix ist eine erfolgreiche, freiberufliche Reisejournalistin, die quer durch ganz Europa reist und über ihre Erlebnisse schreibt. Da müsste man eigentlich annehmen, dass sie viele Männer kennen lernen würde, doch dem ist leider nicht so. Und ihre biologische Uhr tickt und tickt und lässt die Hormone in den Himmel schiessen. Ihre letzte Beziehung ist schon zwei Jahre her und ihre beiden Freundinnen sowie ihre Mutter drängeln auch mehr und mehr. Da lernt sie den 10 Jahre jüngeren David kennen und ihr Herz ist hin und weg. Doch leider muss Anna mit Schrecken feststellen, dass David, noch immer Student in einer WG wohnend, überhaupt nicht an Familienplanung denkt. Was tun? Aber da ist ja auch noch die Reisebekanntschaft Hector, der reich und ungebunden sich genauso gerne Kinder wünscht wie Anna. Und schon sitzt sie mitten in einem Chaos ohne Ende ...

Anna ist das Paradebeispiel einer erfolgreichen Geschäftsfrau, die manchmal privat im Chaos versinkt und bei der sich ab und zu fast das gesamte Selbstvertrauen in Luft aufzulösen scheint. Es macht sie sehr sympathisch, wie sie in manches Fettnäpfchen stolpert, und völlig unberechenbar ... 


Stil und Sprache
Die Geschichte wird in Ich-Form von Anna erzählt und lässt den Leser hautnah an ihren Gedanken teilhaben. Die sind nämlich immer gleich angefügt und machen einen beträchtlichen Teil aus, wobei noch zusätzliche Anekdoten in Klammern bei den Gedanken und Erinnerungen eingefügt sind. Das Ganze wirkt zu Beginn etwas chaotisch und überdreht, bis man sich an die rasanten Verwicklungen ihres Gehirns gewöhnt hat. Man lernt sie dadurch aber auch besonders gut kennen und meine Sympathie ist ihr sofort zugeflogen. Schon klar, manchmal reagiert sie übermäßig, wie ein kopfloses, verrücktes Huhn und ihre Gedanken machen sich fast selbstständig, schweifen ab und werden von Anna wieder unter Kontrolle gebracht. Dies macht jedoch einen großen Teil des Charmes dieses Buches aus und die Handlungen oder Reaktionen sind oft überraschend und erfrischend. Einige Gedankengänge oder auch Situationen sind urkomisch, sodass ich häufig schmunzeln und lachen musste. Immer, wenn ich dachte, dass ich den zukünftigen Verlauf erraten hätte, wurde ich mit einer neuen Wendung eines besseren belehrt. So wurde ich zunehmend neugieriger, was da wohl noch alles kommen mag und konnte schon nach kurzer Zeit das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Die Gefühle von Anna fahren teilweise Achterbahn und der Leser fiebert und leidet mit der Protagonistin mit. Sie sind sehr differenziert ausgearbeitet, manchmal etwas überzeichnet aber trotzdem noch glaubhaft. Das Ende überrascht – und doch auch wieder nicht – und lässt den Leser zufrieden zurück. 


Figuren
Anna Brix ist 35 jährig, steht mit beiden Beinen im Beruf und hat privat so ihre Probleme. Die letzte Beziehung ist vor rund zwei Jahren auseinander gebrochen, unter anderem, weil ihr damaliger Partner so sehr auf Kinder gedrängt hat. Nun hat sie ihr Schicksal – und die Hormone – eingeholt, ihre biologische Uhr tickt immer lauter. Ihre Freundinnen sind ihr da auch keine große Hilfe. Für Ina, alleinerziehende Mutter von vierjährigen Zwillingen, sind Männer nur wandelnde Eispender und Rosalie ist kinderlos glücklich mit Mann und Restaurant. Doch zusammen gehen die drei Frauen durch dick und dünn.

David ist zehn Jahre jünger als Anna, Student und Umweltaktivist, der in einer WG wohnt. Er ist zwar sehr reif für sein Alter, aber für ihn sind Kinder im Lebensplan nicht enthalten. David hat auf Anna und ihren Hang zu Peinlichkeiten eine beruhigende Wirkung. Er scheint eigentlich zu gut um wahr zu sein, außer seiner Abneigung gegen Kinder, besitzt jedoch auch viele Facetten, die erst gegen Ende richtig bemerkbar werden.

Hector ist ein reicher Immobilienhändler, den Anna auf einer ihrer Reisen kennen lernt. Zu Beginn scheint er der perfekte Mann und Vater für Anna und die zukünftigen Kinder zu sein. Nach und nach offenbart er jedoch ungewöhnliche Seiten und seine Familie und deren Freunde sind zwar reich, aber völlig abgehoben vom Normalbürger und überhaupt nicht sympathisch.

Besonders gut gefallen hat mir bei den Nebenfiguren Davids Opa Richard. Er lebt nicht weit entfernt in einem Seniorenheim und leidet unter Alzheimer. Richard büxt immer mal wieder aus und taucht an den verschiedensten Orten auf. Manchmal ist sein Verstand messerscharf, oft jedoch erkennt er kaum jemanden. Dieses Thema ist perfekt in die Handlung verwoben. 


Aufmachung des Buches
Das Buch ist als Paperback mit Klappbroschur erschienen und zeigt zwei knuffige Pandabären von hinten auf einem satten, roten Hintergrund. Ganz speziell ist die Oberfläche des Covers sowie der vorderen Klappe. Die schwarzen Teile der Bären sind mit einer rauen Oberfläche aufgedruckt. Auch der Schriftzug „Löffelchenliebe" ist glänzend und als leichtes Relief gestaltet. Die Klappen sind türkis wie auch die Innenseite des Einbandes, die die gleichen Bären zeigen. Ein spezielles, passendes Cover, gefällt mir gut.


Fazit
Eine völlig überdrehte, sympathische Protagonistin, die sich durch das Leben und die Liebe kämpft und die man einfach lieben muss. Das Buch garantiert kurzweilige, entspannende Lesestunden und einige Lacher.


4 5 Sterne


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Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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