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Inspector Lynley und Barbara Havers auf der Spur eines mysteriösen Giftmords ...

Barbara Havers folgt am liebsten ihrem Instinkt, Regeln und Vorschriften interessieren sie wenig. Nach ihren letzten Alleingängen hat sie aber keinen guten Stand bei ihrer Chefin Isabelle Ardery. Ein falscher Schritt und sie könnte strafversetzt werden. Mit Unterstützung von DI Thomas Lynley will sie ihrer Chefin beweisen, dass sie ein guter Detective ist. Da kommt es ihr gerade gelegen, dass sich in Cambridge ein mysteriöser Todesfall ereignet hat: Die Bestsellerautorin Clare Abbott wurde tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden. Aber war es überhaupt ein Mord? Clares Freundin und Lektorin Rory Statham glaubt jedenfalls nicht an einen natürlichen Tod. Auch Barbara hat das Gefühl, dass es im Verborgenen einen Gegenspieler gibt, der einem perfiden Plan folgt – ein Gefühl, das bestätigt wird, als sie Rory kurz darauf mit dem Tod ringend in ihrer Wohnung auffindet ...

 

Bedenke was du tust 

Originaltitel: A Banquet of Consequences
Autor: Elizabeth George
Übersetzer: Charlotte Breuer, Nobert Möllemann, Marion Matheis
Verlag: Goldmann
Erschienen: 10/2015
ISBN: 978-3442313723
Seitenzahl: 704 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
…wird im Rückentext schon recht gut beschrieben, auch wenn sich das Ganze dann als deutlich weniger gradlinig herausstellt, als es erst den Eindruck macht. Bevor überhaupt der erwähnte Tod der Autorin eintritt, vergehen schon rund 200 Seiten des 700 Seiten starken Wälzers, nicht langweilig, aber auch nicht wirklich zielführend geht es da ellenlang um Barbara Havers und wie die Dezernatssekretärin sie zu einer Durchschnittsfrau „erziehen“ will.

Als es dann endlich losgeht mit der Mordermittlung, bekommt das Ganze zwar etwas mehr Schwung, die Idee hinter allem ist jedoch kaum vermittelbar und was als Krimireihe begann, verkommt mehr und mehr zu – ja, zu was eigentlich? Familienaufstellung? Psychologischer Entwicklungsroman? Wer einen guten Krimi lesen möchte, sollte sich auf jeden Fall an die ersten Bände der Reihe halten.


Stil und Sprache
Ich habe mir extra einen der ersten Fälle mit Inspector Lynley noch einmal angesehen, um festzustellen, ob dieser ermüdend detaillierte Schreibstil Elizabeth Georges neu ist oder ich ihn bisher nur überlesen habe. Und ja, sehr detailliert war sie schon damals (1989) in ihren Schilderungen, allerdings auf eine andere Art, es passte besser in den Zusammenhang und war bei weitem nicht so ausufernd. Dieser Stil ist das große Problem dieses Romans, als Krimi mag ich ihn gar nicht bezeichnen. Wenn seitenlang ermüdende Dialoge zwischen nur am Rande der Geschichte Beteiligten stattfinden und dazwischen der Plot mit der Schilderung allerkleinster Gefühlsregungen aufgeblasen wird, geht der Krimi doch ziemlich unter. Spannung vermag so kaum aufzukommen und irgendwann will man nur noch endlich die Auflösung des Ganzen wissen. Tja, und auch die hat zwar noch den ein oder anderen Dreh zu bieten, ist aber insgesamt ziemlich weit hergeholt und – zumindest in meinen Augen – komplett unbefriedigend.


Figuren
Seit Erscheinen des ersten Lynley-Havers-Romans auf Deutsch sind 26 Jahre vergangen, die Akteure selbst sind allerdings nicht annähernd diesen Schritt mitgegangen. Rechnet man etwas genauer nach, so sind seit dem Tod von Lynleys Frau Helen (Fall 13 aus dem Jahr 2006!) gerade mal 17 Monate vergangen und Lynley hat seitdem nicht nur eine Affäre mit seiner Chefin hinter sich, sondern schon seit einiger Zeit eine neue Angebetete und das, wo er doch in so unsäglicher Trauer wegen Helen ist…naja. Lebten die vorhergehenden Bände auch von dem ständig schwelenden Konflikt zwischen Lynley und Havers (mit zwischenzeitlicher Besserung), den Spannungen wegen der doch sehr unterschiedlichen Herkunft der beiden, so wirkt diese Beziehung inzwischen recht abgenutzt, beide sind müde geworden und ihre Geplänkel haben nicht mehr viel vom Charme der frühen Fälle.

Auch die anderen Beteiligten wirken nur bedingt authentisch, oft überzeichnet, Alastairs Liebesschwüre an seine Affäre Sharon sind an Schmalzigkeit kaum zu überbieten und die hysterische Caroline nervt irgendwann nur noch. Einziger Lichtblick ist Nkata, Barbaras Kollege sowie Rorys Begleithund Arlo, dessen Schicksal mir oft näher ging als das anderer Figuren.


Aufmachung des Buches
Der ziemlich genau 700 Seiten umfassende 19. Band der Serie ist als Hardcover erschienen und zeigt auf dem Cover eine britische Küstenlinie mit Steilküste und idyllisch gelegenen Wohnhäusern. Innen sind die Kapitel mit dem jeweiligen Datum sowie bei Ortswechseln mit dem Ort der jeweiligen Handlung überschrieben.


Fazit
Elizabeth George schafft es leider erneut nicht, an die Genialität der frühen Bände anzuknüpfen, stattdessen wird eine krude Geschichte unnötig aufgeblasen. Nur für absolute Fans der Reihe halbwegs lesenswert.


2 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 14: Am Ende war die Tat
Band 15: Doch die Sünde ist scharlachrot
Band 16: Wer dem Tode geweiht
Band 17: Glaube der Lüge
Band 18: Nur eine böse Tat

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