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Aktfotografie für Einsteiger

So gelingen erotische Fotos – ohne umfangreiches Equipment und in den eigenen vier Wänden! Für Hobbyfotografen perfekt: Die Grundlagen der Fotografie werden leicht verständlich und mit vielen Bildern erklärt. Im großen Workshop-Kapitel lernen Sie Schritt für Schritt, worauf es bei Aktfotos ankommt. Alle Beispiele sind zum Nachfotografieren geeignet. Dazu gibt es wertvolle Tipps zu geeigneten Modelposen, zum perfekten Bildaufbau oder zum gekonnt gesetzten Licht. Der gelungene Einstieg in die Aktfotografie!

Alles drin: Technisches Grundwissen, kreative Bildideen, Posing, einfache Hilfsmittel und vieles mehr.

 

Aktfotografie zu Hause 

Autor: Henrik Pfeifer
Verlag: humboldt
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3-86910-216-0
Seitenzahl: 224 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
In einem sehr persönlichen Vorwort erzählt Henrik Pfeifer von seinen Träumen, Aktfotograf zu werden, seinen ersten Schritten, Erfahrungen und Fehlschlägen, und animiert den Leser, seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Und gerade bei diesen ersten Schritten soll dieses Buch unterstützen. Zielgruppe sind dabei Einsteiger und evtl. noch Fortgeschrittene in der Aktfotografie. Danach folgt der für diese Adressaten obligatorische, 74 Seiten umfassende Abschnitt zu den Grundlagen: angesprochen werden Kamera- und Objektivwahl, technisches Grundwissen zu ISO, Blende und Verschlusszeit, Belichtungsmessung, Verwendung von Licht und Bildaufbau, Komposition und Umgang mit dem Model. Den Abschluss bilden Hilfestellungen für gutes bzw. richtiges Posen. Getreu dem Motto „Im Rahmen der Kreativität geht alles, nichts muss“ bleibt Henrik Pfeifer im Grundlagenteil erstaunlich unkonkret und überlässt dem Leser alle Entscheidungen, animiert ihn zum Entdecken. Dafür stellt er viele Entscheidungsansätze vor, ohne sie zu vertiefen. Was jedoch fehlt, sind konkrete Ratschläge, wie man Models für Aktshootings finden und gewinnen kann. Selbst fortgeschrittenen Aktfotografen fällt es nicht immer leicht, Models für diese intime Zusammenarbeit zu begeistern, und gerade für Einsteiger kann das eine echte Herausforderung werden.

Tipps, Merksätze und andere wichtige Aspekte stechen in blauen Textfeldern aus dem Fließtext hervor. Gerade im Grundlagenteil fügt der Autor zahlreiche Bildbeispiele und -varianten ein, um dem Leser beispielsweise die Wirkung verschiedener Lichtrichtungen oder Bildschnitte zu demonstrieren. Henrik Pfeifer duzt seine Leserschaft und schlägt einen angenehmen Ton an, eine gelungene Mischung aus Fachkompetenz und lässigem Plauderton.

Nach dem Abschluss der Grundlagen folgt der zweite und größere Teil des Buches: die Fotoworkshops, die ebenso Anleitung und Hilfsmittel, als auch Inspirationsquelle sind. Entgegen vielen anderen Büchern aus humboldts „1, 2, 3 Fotoworkshop kompakt“-Reihe stammen hier die Bildbeispiele nicht nur vom Autor, sondern von einer Vielzahl von Fotografen, womit sich das Buch als Gemeinschaftsprojekt entpuppt. Der Aufbau jedes Workshops ist identisch – rechts das Bild, unterschrieben mit den Aufnahmedaten, links finden sich Bildtitel, Fotograf, die Idee des Bildes, die benötigte Ausrüstung und, Schritt für Schritt erklärt, die Umsetzung. Tipps, Anmerkungen, Bildvariationen und kurze Erläuterungen sind wieder in blaue Kästchen eingefügt.

Insbesondere beim ersten Workshop Seite 90/91 sind mir irritierende Angaben aufgefallen. Hier heißt es in der Umsetzung zunächst „Weil nur wenig Licht vorhanden ist, empfiehlt sich unabhängig von dem Wunsch nach wenig Tiefenschärfe eine möglichst offene Blende f2“ – laut Bildunterschrift kam jedoch f10 zum Einsatz. Weiter heißt es „Durch die Wahl der offenen Blende kam ich bei 1/80 Sekunde Belichtungszeit trotz des geringen Lichts mit ISO 100 zurecht“, verwendet wurde jedoch eine Verschlusszeit von 1/200 Sekunde. Weitere Fauxpas sind seltener und betreffen dann nur 1 Angabe.

Auch wenn nicht wenige Workshops Tageslicht nutzen, bieten sie insgesamt doch unterschiedlichste Locations und Lichtsetups an: vom eingebauten Kamerablitz, über Ringblitz sowie Aufsteck- und Studioblitze mit diversen Lichtformern bis hin zu Scheinwerfern bzw. Baustrahlern kommen verschiedene Systeme zum Einsatz; zudem Brennweiten von Weitwinkel bis Tele. Ein Umfang, der etwas für jeden bieten mag, es zugleich aber – entgegen dem Versprechen auf der Buchrückseite „ohne umfangreiches Equipment“ – Einsteigern erschwert, alle Bildbeispiele nachzuahmen, besonders die Aufnahme im Penthouse-Stil, Seite 120/121.

Inhaltlich bieten die Workshops einen sehr großen Umfang unterschiedlicher Stile und Bildideen und beinhalten für Einsteiger sowie manchen Fortgeschrittenen einen enormen Fundus an Inspiration für eigene Projekte, aber auch Anleitungen, um solche und ähnliche Situationen nachstellen zu können.


Aufmachung des Buches
Das tadellos verarbeitete Taschenbuch mit Softcover-Broschur ist nur minimal größer als das DIN A5-Format und bringt auf 224 Seiten ca. 300 Fotos unter. Das überwiegend hochglänzend gestaltete Cover, von dem sich nur das Titel-Feld matt abhebt, stimmt mit einer passenden Aufnahme auf den Inhalt ein, der übrige Umschlag ist – bis auf wenige Spotlack-Applikationen – matt gehalten.

Schon am Seitenschnitt ist der Workshop-Teil klar von den Grundlagen zu unterscheiden und bietet einen schnellen Zugriff. Navigiert wird durch ein Inhaltsverzeichnis zu Beginn und ein Register zum Abschluss des Buches, welches mit einem Glossar, Kurzinformationen zu den beteiligten Fotografen und einigen Hinweisen auf andere humboldt-Titel abgerundet wird.


Fazit
Insgesamt ein gutes, jedoch nicht völliges stimmiges Konzept, das durch Vielfalt zu eigenen Ideen und Experimenten inspiriert, für Einsteiger aber nicht immer umsetzbar ist. Speziell für diese Zielgruppe ist „Grundlagen Porträt- und Aktfotografie“ vom gleichen Autoren besser geeignet.


3 5 Sterne


Hinweise
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Autor: Henrik Pfeifer
Verlag: humboldt
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3-86910-216-0
Seitenzahl: 224 Seiten

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