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Eine afrikanische Künstlerin, die junge Claire Elbar, wird tot neben einer ihrer Skulpturen aufgefunden. Radioreporterin Emma Vonderwehr ist zunächst wenig begeistert, dass sie über den Fall berichten soll. Denn Edgar Blume, Berlins jüngster Hauptkommissar, leitet die Ermittlungen, und mit ihm hatte sie eine kurze aber intensive Liebesaffäre. Aber Emma steckt bald schon viel zu tief in den Ermittlungen: anscheinend hatte Claire Elbar versprochen, einen kleinen Jungen aus dem Kongo nach Deutschland zu holen. Ist er der Schlüssel zu Elbars Tod?

 

Berliner Blut 

Autor: Mechthild Lanfermann 
Verlag: btb
Erschienen: 10. August 2015
ISBN: 978-3-442-74915-7
Seitenzahl: 352 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Emma Vonderwehr ist alles andere als begeistert als sie erfährt, wer den Fall der jungen afrikanischen Künstlerin, die tot aufgefunden wurde, leiten wird. Denn mit Hauptkommissar Edgar Blume verbindet sie mehr als nur eine berufliche Vergangenheit. Je mehr Hintergründe Emma jedoch in diesem Fall erhält, desto weniger lässt dieser sie noch los. Eine Mine in Togo, in der Coltan geschürft wird, scheint ein wichtiger Anlaufpunkt zur Entschlüsselung des Rätsels zu sein. Die Ermittlungen stellen sich jedoch gefährlicher als zunächst gedacht heraus ...

Die Autorin widmet sich dieses Mal dem Thema des Coltanabbaus, das vielleicht nicht jedem sofort präsent ist, schlussendlich aber doch auch außerhalb der Lektüre zum Nachdenken anregt. Gekonnt verbindet Mechthild Lanfermann die Thematik mit einer wahren Hetzjagd, die sich vor Spannung kaum retten kann.


Stil und Sprache
Die hier vorherrschende beobachtende Perspektive, derer die Autorin sich bedient, macht es erneut möglich, das Geschehen aus mehreren Blickwinkeln zu beleuchten, den Leser an verschiedene Orte und zu verschiedenen Charakteren zu bringen, sowie mehrere Handlungen parallel laufen zu lassen. Dadurch ergibt sich im Laufe der Lektüre ein großes Gesamtbild, dessen Interpretation allerdings gar nicht so einfach ist, wie man zunächst möglicherweise angenommen hat.

Mit ihrem eingängigen Schreibstil fängt Mechthild Lanfermann den Leser wieder sehr schnell ein, egal ob man die Vorgängerbände bereits kennt oder nicht. Für das Verständnis des vorliegenden Falls ist eine Kenntnis nicht unbedingt nötig, einzig die Entwicklung der Personen könnte hin und wieder für Stolpersteine sorgen. Da wichtige Erkenntnisse, die man bereits aus den anderen Bänden gewinnen konnte, aber kurz angerissen werden, hält sich die Problematik in Grenzen. Hier wird von Anfang an ganz klar auf Spannung gebaut, die bereits aus jeder Zeile hervorzutreten scheint. Es gibt keine großartige Einführungsphase, man befindet sich sofort mitten im Geschehen.

Die Geschichte entwickelt sich von Seite zu Seite weiter und steigert somit auch stetig die Spannung, bis die Ereignisse sich regelrecht überschlagen, um das Finale einzuläuten. Man darf sich auf diverse Wendungen gefasst machen, die nicht nur unvorhersehbar, sondern gänzlich überraschend um die Ecke kommen, so dass es bald schon unbedingt notwendig ist, den Verlauf mit Konzentration zu verfolgen.


Figuren
Emma Vonderwehr ist nach wie vor nicht unbedingt die Offenheit in Person, doch wer sie bereits aus den vorangegangenen Bänden kennt, weiß sie inzwischen zu nehmen. Dadurch ergeben sich auch Möglichkeiten, aus ihrem Verhalten - und vor allem zwischen den Zeilen - abzulesen, was gerade in ihr vorgeht. Dass sie auf Edgar Blume stoßen musste, war unumgänglich, schön zu sehen ist hier die Professionalität, die die Charaktere an den Tag legen, wenn es um den Fall geht. Wäre vermutlich auch nicht unbedingt jedem gelungen, man muss sich nur einmal selbst in diese Situation hinein versetzen. Das Bild Emmas wird immer klarer und strukturierter, je mehr man ihr und ihrer Arbeit beiwohnt.

Es fällt nicht leicht, vor allem die Nebenfiguren sofort richtig einzuordnen, da sie nicht durchleuchtet werden, sondern sich eine schleichende Entwicklung einstellt. So ist man zunächst ein wenig vorsichtiger was Sympathiebekundungen angeht, da man überhaupt noch nicht weiß, welche Richtung schließlich eingeschlagen wird. Dass einiges unter der Oberfläche brodelt ist schnell klar, doch kann man zu dem Zeitpunkt noch nicht konkret ermitteln, wo sich der Ankerpunkt befindet.


Aufmachung des Buches
Wie auch die Vorgänger ist dieser Titel als Taschenbuch bei btb erschienen. Doch entgegen der vorangegangenen Reihencharakters liegt hier ein sehr düsteres Cover vor. Der Hintergrund ist komplett schwarz gehalten, der Titel passend in blutrot auf der unteren Hälfte zu finden. Im oberen Bereich befindet sich ein silbernes Herz, welches scheinbar von Wasser umgeben ist. Inwiefern Cover und Inhalt sich ergänzen, muss jeder selbst herausfinden, Neugierde wird jedenfalls auf den ersten Blick geweckt.


Fazit
Auch Emma Vonderwehrs vierter Fall liefert atemlose Spannung mit zahlreichen Wendungen. Sowohl für eingefleischte Leser der Reihe als auch für Neulinge unbedingt empfehlenswert.


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

Backlist:
Band 1: Wer im Trüben fischt
Band 2: Wer ohne Liebe ist
Band 3: Wer ruhig schlafen kann

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