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New York, acht Uhr morgens. Alice, eine Polizistin aus Paris, und Gabriel, ein amerikanischer Jazzpianist, wachen auf einer Bank im Central Park auf – mit Handschellen aneinander gefesselt. Und sie sind sich nie zuvor begegnet. Wie in aller Welt sind die beiden hierher gekommen? Und vor allem: Warum?

 

Nacht im Central Park 

Originaltitel: Central Park
Autor: Guillaume Musso
Übersetzer: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
Verlag: Pendo
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3866123786
Seitenzahl: 384 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Mehr, als die Verlagszusammenfassung bereits beinhaltet, kann man von „Nacht im Central Park“ nicht erzählen, ohne zu viel der Handlung vorweg zu nehmen. Das Ausgangsszenario wurde gut getroffen und danach überschlagen sich die Ereignisse und gefühlt jede zweite Seite bringt eine neue Überraschung. Wie immer ist Guillaume Musso dabei eine spannende Mischung aus Thrillerelementen, romantischen Passagen und Dramatik gelungen. Eine Genre-Zuordnung ist damit unmöglich, aber für beste Leseunterhaltung gesorgt.


Stil und Sprache
Einen langsamen Einstieg habe ich bei Guillaume Mussos Romanen noch nie erlebt und auch „Nacht im Central Park“ macht da keine Ausnahme. In der ersten Szene wacht Alice auf einer Parkbank auf. Sie ist an einen fremden Mann gekettet, hat Blut auf ihrer Bluse und kann sich absolut nicht erinnern, wie sie dahin gekommen ist. Auf den ersten Seiten ist also bereits für Hochspannung gesorgt und diese wird bis zum Schluss gehalten. Immer wieder unterbrechen Rückblicke die fortlaufende Handlung, aber auch diese sind interessant und geben wichtige Hintergrundinformationen. Die Handlung wird abwechselnd aus Alice‘ und aus Gabriels Perspektive in der dritten Person erzählt. Die Perspektivenwechsel haben diesmal keinen ganz so großen Einfluss, weil die Protagonisten fast durchgängig gemeinsam unterwegs sind, aber sie wurden trotzdem sehr gut umgesetzt und tragen zur Atmosphäre des Romans bei.

Wie vom Autor gewohnt, ist nichts so, wie es anfangs scheint, und jede Wendung birgt neue Geheimnisse und Überraschungen, sodass man das Ende nicht mal erahnen, geschweige denn erraten kann. Das Ende selbst fand ich sehr gelungen – die letzte Szene war ein großartiger Abschluss –, aber die letzten Enthüllungen waren mir zu unglaubwürdig. Zwar wird alles logisch erklärt, aber es wirkt nicht wie die stimmige Lösung der Geschichte und hat mich ein wenig enttäuscht. „Nacht im Central Park“ ist trotzdem ein großartiger Roman, aber der Gesamteindruck wurde so leider getrübt. Dafür entschädigt jedoch der wunderschöne Schreibstil von Guillaume Musso. Insbesondere die thrillerartigen Szenen sind ihm wieder großartig gelungen und auch das Leid von Alice, was man nach und nach versteht, hat er so gut eingefangen, dass die eine oder andere Träne beim Lesen fließt.


Figuren
Obwohl die Handlung sowohl aus Alice‘ als auch aus Gabriels Perspektive erzählt wird, ist Alice ganz klar die Protagonistin. Wir lernen sie direkt in der ersten Szene kennen und man kann gar nicht anders, als die toughe Ermittlerin ins Herz zu schließen. Sie ist einer der Menschen, der niemals aufgibt und für den die Pflicht eindeutig vor dem eigenen Vergnügen kommt. Umso schwerer kann man sich vorstellen, wie sie in diese verrückte Situation gekommen ist. Das Bild, das man sich von ihr macht, wandelt sich einige Male im Laufe des Romans, weil man immer wieder neue Details aus ihrer Vergangenheit erfährt. Jedes Detail macht sie aber nur umso glaub- und liebeswürdiger. Eine tolle Protagonistin.

Gabriel ist von Anfang an schwerer zu greifen als Alice. Auch aus seiner Perspektive sind einige Passagen geschrieben und doch konnte ich zu ihm keine ebenso enge Bindung aufbauen. Natürlich wartet er mit einigen Überraschungen auf. Nicht alle davon fand ich glaubwürdig, besonders die große Enthüllung am Schluss fand ich schlicht zu absurd. Schade, so wie diese Figur angelegt war, hätte da mehr draus gemacht werden können.

Die Nebencharaktere bleiben passenderweise im Hintergrund. Immer wieder helfen Freunde dem unfreiwilligen Pärchen und auch alte Feinde spielen ihre Rolle, aber im Großen und Ganzen liegt der Fokus auf Alice und Gabriel. Trotzdem wirken die Nebencharaktere dreidimensional und glaubwürdig.


Aufmachung des Buches
„Nacht im Central Park“ erscheint als Klappbroschur im zu den anderen Romanen von Guillaume Musso passenden Design. Ein Bild von New York dient als Hintergrund und im Vordergrund sieht man auf dem Cover das Profil einer blonden Frau, auf der Rückseite das Profil eines Mannes. Wie immer sieht es ein bisschen zu romantisch aus für den tatsächlichen Romaninhalt, aber diesmal finde ich es durch den ernsten Gesichtsausdruck der Frau durchaus gelungen. Im Buchinneren ist jedem Kapitel ein Zitat vorangestellt.


Fazit
Wie immer hat Guillaume Musso einen spannenden Roman voller Wendungen und Überraschungen vorgelegt, und so bietet auch „Nacht im Central Park“ beste Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite – leider aber mit einem nicht ganz überzeugenden Ende.


4 Sterne


Hinweise
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