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Die Lupe am Auge, die Pfeife im Mund, den Deerstalker auf dem Kopf: So kennt man Sherlock Holmes, den größten Meisterdetektiv aller Zeiten. Arthur Conan Doyles spannende Geschichten um die geniale Spürnase und den treuen Dr. Watson wurden in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Film und Fernsehen machten den Prototyp des genauen Beobachters, der mit scharfem Verstand die richtigen Schlüsse zieht, zur Kultfigur für Millionen. Doch wer ist eigentlich Sherlock Holmes? Gibt es ein historisches Vorbild? Wie löst er seine schwierigsten Fälle? Kann Sherlock Holmes irren? Dies Buch bleibt keine Antwort schuldig. Es informiert ebenso umfassend wie unterhaltsam und entschlüsselt das Erfolgsgeheimnis der beliebten Erzählungen und Romane.

 

Die Welt des Sherlock Holmes 

Autor: Maria Fleischhack
Verlag: Lambert Schneider Verlag
Erschienen: 1. März 2015
ISBN: 978-3650400314
Seitenzahl: 288 Seiten


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Sherlock Holmes ist zur Zeit mal wieder sehr populär; dazu  trägt nicht zuletzt die BBC-Serie "Sherlock" bei, dennoch weist Fleischhack in ihrem Buch darauf hin, dass das Interesse an Sherlock Holmes und John Watson nie nachgelassen hat. Beide sogar, so ihre These, von vielen Menschen als reale Personen wahrgenommen werden. Diese These untersucht sie in ihrem Buch und es gelingt ihr, sie mit zahlreichen Fakten zu untermauern. Die Autorin gliedert ihr Buch in folgende Kapitel (mit Unterkapiteln):

  • Arthur Conan Doyle als Autor des Meisterdetektivs
  • Die wichtigsten Figuren der Geschichten
  • Die Fälle des Sherlock Holmes
  • Arthur Conan Doyles Spiel mit dem Leser
  • Sherlock Holmes erobert die Welt

Die Biographie Doyles ist angenehm kurz und überrascht mit dem Gegensatz von naturwissenschaftlichem Interesse und dem Glauben an spiritistische Phänomene durch den Autor. "Die wichtigsten Figuren der Geschichten" beschäftigen sich mit Freunden des Detektivs, ebenso wie mit seinen Gegnern. Das Kapitel "Die Fälle des Sherlock Holmes" gibt kurze Inhaltsangaben zu allen 60 Geschichten (davon 4 Romane) wieder. Die Autorin geht dann im folgenden Kapitel auf die von Conan Doyle eingesetzten Stilmittel ein, die Authentizität vermitteln und wesentlich dazu beitragen, dass man Holmes und Watson für reale Personen hält. Schließlich widmet sie sich dem seit über einem Jahrhundert ungebrochenen Interesse der Leser an den Holmes-Geschichten, das dazu führt, dass es noch immer Pastiches und Parodien verfasst werden, Filme und TV-Serien viele neue Zuschauer erreichen und das Netz ebenfalls zur Verbreitung der Geschichten beiträgt, ebenso wie es dem Austausch zwischen den Fans dient. In diesem Kapitel vermisst man allerdings eine Reflexion zur gesellschaftlichen und, grob gesagt, politischen Funktion der Figur. Fleischhack beleuchtet ausschließlich die literarische Figur und ihre Präsenz in anderen Medien.

Angesichts der Tatsache, dass die Autorin an der Universität (Leipzig) lehrt, könnte man auf den Gedanken verfallen, hier einen drögen wissenschaftlichen Aufsatz lesen zu müssen. Dem ist aber nicht so. Sie schreibt wunderbar flüssig, man hängt quasi an ihren Lippen, was aber auch dazu führen kann, dass man einfach weiter liest, sich von ihr und ihrer Begeisterung für Holmes mitreißen lässt und dadurch etliche Informationen gar nicht mitbekommt, bzw. erst im zweiten Anlauf bemerkt, dass sich die Autorin zuweilen wiederholt; bestimmte Sachverhalte z.B. Holmes Verhältnis zu Frauen und Kindern, mit ähnlichem Wort beschreibt.

Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich bei den Erzählungen um Kriminalgeschichten handelt. Die Autorin gibt sich redlich Mühe, keine wichtigen Details und schon gar nicht den/die Täter/in zu verraten, dennoch sollte man die Kapitel zu den Figuren und Fällen nicht lesen, wenn man sich von den Original-Geschichten überraschen lassen möchte. Ein Sachbuch über Holmes zu schreiben und dabei nicht zu spoilern, halte ich für unmöglich. Beide Kapitel lassen sich aber hervorragend als Nachschlagewerk nutzen.


Aufmachung des Buches
Das gebundene, fadengeheftete Buch hat einen schwarzen Einband mit gelben Vorsatzblättern. Der Schutzumschlag ist weiß und das Cover geprägt von der in schwarz gehaltenen Silhouette von Holmes, die sofort als solche erkannt wird, denn Pfeife und Deerstalker sind zu seinen Markenzeichen geworden. Das Lesebändchen hat man dazu passend, ebenfalls in Schwarz gewählt. Sowohl die zahlreichen Zeichnungen, als auch die weniger häufigen Fotos sind schwarzweiß abgedruckt. Der wissenschaftliche Anhang enthält u.a. eine Liste der Erstveröffentlichungen.


Fazit
Ein Buch, das zu Sherlock Holmes im deutschsprachigen Raum gefehlt hat und sich an alle seine Fans wendet, egal ob sie die Originalgeschichten kennen, oder nur Filme und Serien.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

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