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Hilfe! 34 Röcke – und nichts zum Anziehen? Ein humorvolles Plädoyer für ein bewussteres Shoppen

Plötzlich war er da, der Gedanke: ein Jahr lang keine neue Kleidung kaufen. Für viele wäre es wohl ein Albtraum. Aber die junge Wienerin Nunu Kaller beschließt, den Gedanken in die Tat umzusetzen. Mit Charme und Witz erzählt sie in „Ich kauf nix!“ von den Höhen und Tiefen ihrer Shopping-Diät, von Momenten der Versuchung und von der wiederentdeckten Freude am Selbermachen. Ohne moralischen Zeigefinger berichtet sie außerdem von den vielen Alternativen zum sozialen und ökologischen Wahnsinn der „Fast Fashion“.

 

Ich kauf nix 

Autor: Nunu Kaller
Verlag: KiWi
Erschienen: November 2013
ISBN: 978-3462045895
Seitenzahl: 272 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Ein Jahr lang keine neuen Kleidungsstücke kaufen – für Nunu Kaller, die eigentlich eher in die Kategorie shooping-süchtig fällt, eine wahre Herausforderung, aber gleichzeitig auch ein wichtiger Schritt zu einem bewussteren und glücklicheren Leben. In ihrem Buch „Ich kauf nix!“ beschreibt sie diesen Selbstversuch und gibt gleichzeitig viele Hinweise zu den Missständen in der Kleidungsproduktion. Ihr Buch ist somit eine Mischung aus Erfahrungsbericht und Faktendarlegung. Von Interesse ist es entsprechend nicht nur für diejenigen, die selbst eine Konsum-Diät starten wollen, sondern auch für jeden, der sich über die Bekleidungsindustrie und die Konsequenzen von Billigstangeboten informieren will.

„Ich kauf nix!“ liest sich keinesfalls wie ein dröges Sachbuch, sondern tatsächlich sehr lebendig und persönlich. Das liegt vor allem daran, dass das Buch auf dem Blog der Autorin beruht und auch in Form einzelner, datierter Post verfasst wurde. Diese decken in kleineren und größeren zeitlichen Abständen das gesamte Jahr der Shopping-Diät ab. Im Anschluss folgen die Regeln in der Übersicht und ein kurzer Bericht über die bereits in einzelnen vorherigen Abschnitten erwähnten Fakten zur Bekleidungsindustrie. Selbst diese lesen sich noch angenehm. Grundsätzlich hat Nunu Kaller einen schön zu lesenden Schreibstil, immer wieder auch mit einigem Humor versetzt. Durch die Blog-Form sind natürlich auch persönliche Details aus dem Jahr enthalten und insbesondere die Momente der Beinahe-Schwäche und das Zusammenspiel mit ihrem Partner werden oftmals sehr lustig beschrieben. Gleichzeitig merkt man an den nachdenklicheren Einträgen die Veränderung, die die Autorin im Laufe des Jahres durchmacht. Und indem sie diese so deutlich beschreibt, inspiriert sie auch den Leser, sein Konsumverhalten zu überdenken. Die Fakten zur Bekleidungsindustrie tun ihr übriges, damit man seinen eigenen Kleiderschrank – und auch andere Bereiche des Konsums – kritisch betrachtet und überdenkt. Wie weit diese Nachdenklichkeit reicht und ob irgendwelche Konsequenzen folgen, hängt letztendlich aber natürlich vom einzelnen Leser ab. Viel Inspiration findet man in „Ich kauf nix!“ aber auf jeden Fall. Diese richtet sich nicht nur an Frauen, auch wenn das Buch deutlich weiblich geprägt ist.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch „Ich kauf nix!“ zeigt neben dem Titel und dem Autorennamen noch verschiedene Kleidungsstücke und eine junge Frau auf dem Cover. Durch die Trennung dieser beiden Teile durch den Titel wird die Konsumverweigerung symbolisiert. Das Cover ist in meinen Augen entsprechend durchaus passend, allerdings weder besonders auffällig noch eine Schönheit.


Fazit
„Ich kauf nix!“ passt wunderbar zum immer stärker verbreiteten Interesse an Nachhaltigkeit und bewusstem Konsumieren. Es gibt einige Anregungen, gewürzt mit einer amüsant zu lesenden persönlichen Geschichte und vielen schockierenden Fakten zu den Missständen in der Bekleidungsindustrie.


3 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

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