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Ein Toter in einem Wasserloch, eine ermordete Anwältin und Spuren, die in eisige Tiefe führen.

An einem verregneten Herbsttag stößt ein Golfballtaucher in einem Wasserhindernis auf die Überreste einer männlichen Leiche. Der Tote entpuppt sich bald als baltischer Schmuggler, der bereits seit 20 Jahren tot ist. Wenig später wird die erfolgreiche Anwältin Anna-Lena Hammarskjöld ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen führen Kommissarin Ingrid Nyström und ihre junge Kollegin Stina Forss zum schwersten Schiffsunglück der europäischen Nachkriegsgeschichte: dem Untergang der Ostseefähre Estonia, um den sich bis heute zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien ranken.

 

Aus eisiger Tiefe 

Autor: Roman Voosen/Kerstin Signe Danielsson
Verlag: KiWi
Erschienen: 09/2014
ISBN: 978-3462046946
Seitenzahl: 464 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
… wird im Rückentext schon relativ umfassend dargestellt, so dass sich eine weitere Beschreibung an dieser Stelle erübrigt. Das Team um Ingrid Nyström ist etwas größer als gewohnt, neben Stina Forss agieren noch einige andere Ermittler, was ein paar neue Aspekte in die Rahmenhandlung bringt.

Der Untergang der Estonia steht im Mittelpunkt der Ermittlungen, das Unglück von 1994 dürfte zumindest älteren Lesern noch im Gedächtnis sein. Bis es soweit kommt, vergeht allerdings eine Menge Zeit und das erste Drittel des Buches ist schon fast vorbei, bis die Ermittler auf diesen Punkt kommen. Dann allerdings kann man sich Stück für Stück zusammenreimen, worum es hier wirklich geht und ist am Ende den Ermittlern fast einen Wimpernschlag voraus auf dem Weg zur Aufklärung des Falles.


Stil und Sprache
Alles beginnt mit einem Prolog: Ein kleiner Junge wacht nachts auf und findet sich allein im Haus wieder, seine Eltern sind verschwunden und bleiben es auch. Unklar ist, wann das alles geschieht, denn danach geht es sofort mit dem Golfballtaucher weiter, der bei der Arbeit auf einen Schädel stößt. Dann steigt die Ermittlergruppe um Ingrid Nyström ein und sie und Stina Forss erzählen abwechselnd in der dritten Person ihre Sicht der Ereignisse. Nur gelegentlich kommen andere Beteiligte zu Wort, wenn es für das Verständnis der Handlung erforderlich ist.

Wie schon kurz erwähnt steigt die Spannung nur langsam an, das hängt natürlich damit zusammen, dass die Identifizierung einer 20 Jahre alten Leiche nicht ganz einfach ist. Als dann auch in der Gegenwart des Jahres 2014 ein Mord passiert, geht es etwas flotter voran, dennoch gibt es immer wieder Längen, die man als Leser nur durch flottes Weiterlesen überbrücken kann.

Immerhin entwickelt sich die Rahmenhandlung rund um Ingrid Nyström und Stina Forss etwas weiter und ein actionreiches Finale gibt es auch, was einen dann ein wenig mit der nur mäßig spannenden Geschichte versöhnt.


Figuren
Stina Forss und Ingrid Nyström sind ein eher ungleiches Paar, die junge Deutschschwedin hat sich immer noch nicht so richtig in der schwedischen Provinz eingelebt. Aber ihr Vater lebt hier in einem Heim und so bleibt sie doch – auch wenn sie eigentlich nicht genau weiß, warum, denn ihr Vater und sie haben ein sehr distanziertes Verhältnis. So ganz anfreunden mag man sich als Leser mit ihr nicht, geht sie doch bei ihren Ermittlungen eher unorthodox vor und bringt sich und andere immer wieder in Gefahr.

Ingrid Nyström ist da ganz anders gestrickt – und hat doch auch ihre Parallelen zu Stina, denn auch sie baut eine gewisse Distanz um sich herum auf. Diese sind zu einen in ihrer Brustkrebserkrankung begründet, zum anderen in einem nie ausgesprochenen Rollenkonflikt, den sie mit sich herumträgt.

Neben den beiden Hauptdarstellerinnen gibt es eine ganze Menge Randfiguren, weitere Ermittler, Zeugen, Verdächtige usw. Sie alle wirken authentisch, werden aber nur ihrer Bedeutung entsprechend beschrieben.


Aufmachung des Buches
Der Seriencharakter des Taschenbuchs ist an der Silhouette auf dem Cover zu erkennen, dieses Mal ist es ein Krebs, passend zur „eisigen Tiefe“. Darunter sieht man einen Küstenstreifen mit Felsen und Leuchtturm im Hintergrund. Innen ist die Handlung nach Tagen unterteilt, innerhalb der einzelnen Tage gibt es kurze, nummerierte Kapitel.


Fazit
Der historische Hintergrund des Estonia-Untergangs ist spannend, leider ist der darum gestrickte Fall nicht ganz so geschickt konstruiert, so dass es dieses Mal nur zu einer Durchschnittsbewertung für die beiden schwedischen Ermittlerinnen reicht.


3 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Später Frost
Band 2: Rotwild 

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