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Neue Schule, neue Liebe?

Auf einer Mädchenschule ist es nicht leicht, eine neue Liebe zu finden, doch umso leichter, sich Ärger einzuhandeln. Das muss Yuzu feststellen, als sie sich gleich an ihrem ersten Tag mit der strengen und schönen Schülerratspräsidentin Mei anlegt. Und dann kommt am Abend auch noch raus, dass Mei die Tochter ihres neuen Stiefvaters ist und sie von nun an unter einem Dach leben sollen! Die verführerische, geheimnisvolle Schönheit schlägt Yuzu schon bald in ihren Bann ...

 

Citrus 1 

Originaltitel: Citrus Vol. 1
Autor: Saburouta
Übersetzer: Verena Maser
Illustration: Saburouta
Verlag: Tokyopop
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-8420-1185-4
Seitenzahl: 168 Seiten
Altersgruppe: ab 15 Jahre (Verlagsempfehlung)

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Yuzu, ein quirligesjunges Mädchen, kommt an eine Mädchenschule, was ihre Ambitionen, einen Freund zu bekommen, auf einen Schlag zu Nichte macht. Doch nicht nur mit diesem Problem muss sie auskommen, auch negativ aufzufallen scheint sie und gerät an die Schülerratspräsidentin Mei, die gleichzeitig ihre neue Stiefschwester ist. Doch statt die freundliche Annäherung anzunehmen, ist Mei distanziert und kalt. Zudem hat Yuzu komisches Herzklopfen, wenn sie in ihrer Nähe ist. Yuzu versteht ihre eigenen Gefühle nicht mehr ...

Der erste Band des Girl Love-Manga kommt wie sein Name mit einer sehr spritzigen Hauptfigur daher, sowie einer kühlen Schönheit als Kontrast daneben. Die zarten, plötzlich aufkommenden Gefühle, die Yuzu für ihre Stiefschwester empfindet, sind gut illustriert und man fühlt sowohl mit Yuzu, als auch mit Mei mit. Die Mangaka unterhält mit einer interessanten Story und schönen Zeichnungen.


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Yuzu wird als offenherzige, eher laute und spritzige Figur eingeführt, mit blond gefärbten Haaren, lang und stets nach dem neusten Trend gestylt. Das in Kombination mit ihren langen Fingernägeln, dem Make-up und der lässigen Schuluniform bringt ihr gleich Probleme auf der neuen Mädchenschule ein, auf die sie wechselt. Vom Charakter her ist Yuzu offen und sagt frei ihre Meinung weg, man sympathisiert mit ihr als Figur schon sehr stark.

Mei, ihre plötzliche Stiefschwester, ist das genaue Gegenteil: kühl, reserviert, streng. Zudem ist sie auch optisch ein absoluter Kontrast. So hat sie langes, schwarzes Haar, nicht frisiert, akkurat getragene Schuluniform ohne gekürzten Rock wie bei Yuzu. Sie ist sehr streng, ermaht die  Schülerrinnen an die Regeln und meldet jeden Verstoß. Obwohl man sie für gefühlskalt halten kann, lernt man schnell eine andere Seite kennen. Man entdeckt zusammen mit Yuzu, dass Mei zu vielen Dingen gezwungen wird bzw. sich damit umstandslos arrangiert. Zudem scheint sie auch gegenüber Yuzu nicht ganz so kühl sein zu können, wie sie gerne möchte.

Weitere auftretende Figuren sind Yuzus Mutter, die eine Frohnatur ist, sehr jung dargestellt ist mit einem feschen Bobschnitt. Meis Großvater und gleichzeitig Direktor der Schule kommt ebenso steif und streng wie Mei vor, der einem nicht unbedingt sympathisch ist. Optisch erntspricht er dem Aussehen eines alten Mannes mit Bart, Brille und Anzug.
Trotz ihres schlechten Starts schafft es Yuzu, eine Freundin zu finden. Harumi ist wieder ein anderer Typ Mädchen, was somit für Vielfalt und frischen Wind sorgt. So hat sie eine Zopffrisur und einen Pony, was sie von den anderen hervorhebt. Ihr ist Charaker auch eher offenherzig und lässig, sodass sie sich gleich mit Yuzu versteht.

Zeichnerisch sind die Figuren gut dargestellt. Yuzu hat eine bemerkenswert tolle Figur, man sieht das in einer Szene, als sie und Mei sich im Bad befinden. Da der Manga dem Genre Girls-Love angehört, sind diverse Interaktionen in diese Richtung zu sehen, allerdings sind die Szenen nicht so explizit, sodass der Altershinweis ab 15 Jahre angemessen und gut gewählt ist. Dennoch zeigen die Badeszenen, dass die Künstlerin durchaus in der Lage ist, anatomisch korrekte und ansprechende Figuren zu zeichnen, weshalb man annehmen kann, dass es in späteren Werken zu etwas deutlicheren Szenen zwischen Mei und Yuzu kommt. Die Linienführung ist sauber, die Strichdicke weder zu dick noch zu dünn. Details wie Yuzus Haarspangen oder ihre Fingernägel werden genau gezeichnet. Zudem verwendet die Künstlerin nicht wenig Rasterfolie, sodass Schattierungen entstehen. Die Bilder werden plastischer, sind sind nicht so leer.

Der Stil entspricht dem eines Shojo-Manga, so haben die Figuren große Augen, allerdings nicht so extreme Kulleraugen, was natürlich für Abwechslung sorgt. Anatomisch sind die Figuren korrekt, an Statur und Körperbau ist nichts auszusetzen und auch die Bewegungen der Figuren kommen weder steif noch ungelenkt vor. Dadurch wird neben der Erzählstruktur eine gewisse Dynamik erzeugt, wodurch der Manga zu einer guten Unterhaltung wird. Im Bezug auf Emotionen zeigt die Künstlerin, dass sie in der Lage ist, diese darzustellen. So ist man genauso verwirrt wie Yuzu, als sie ihre Gefühle für Mei entdeckt, man ist ebenso erbost wie sie auf Meis Opa, als dieser Yuzu fälschlicherweise beschuldigt. Meis Emotionen kann man hingegen weniger lesen, allerdings macht die Kühle sie nicht unbedingt unysmpathischer, im Gegenteil, man ist sogleich involviert und hat Verständnis für sie.

Im Bezug auf wichtige Szenen benutzt der Manga viele Close-ups, um die Emotionen noch stärker hervorzuheben, starke Bewegungsabläufe gibt es nicht, dennoch wirkt der Manga nicht statisch.


Aufmachung des Manga
Der Manga zeigt Mei und Yuzu. Yuzus Verlegenheit ist ihr deutlich anzumerken, und anhand der deutlichen Geste und Haltung Meis wird dem Leser signalisiert, um was es in dem Band geht. Die verwendeten Farben des Covers sind Braun- und Beigetöne, was eher ungewohnt ist, aber vollends überzeugt. Der Manga wird im gewohnten Softcover von Tokyopop ausgeliefert, als Extra liegt der ersten Auflage eine ShoCo-Card bei, wie man sie aus anderen Manga kennt, die unter der I love Shojo-Kampagne laufen.
Die erste inhaltiche Seite wird in Farbe präsentiert, danach folgt eine doppelseitige Farbillustration, die das erste Kapitel einleitet. Am Ende des Mangas gibt es einen Bonuscomic sowie ein Nachwort der Künstlerin.


Fazit
Mit den Sympathieträgerinnen Yuzu und Mei wird uns der Manga Citrus präsentiert. Man fühlt mit beiden Figuren gut mit, zugleich ist man gespannt, wie sich die Gefühle der beiden füreinander entwickeln. Gepaart mit schönen, ansprechenden Zeichnungen überzeugt der erste Band der Serie und macht Lust auf Band 2.


4 5 Sterne


Hinweise
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