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Sean führt ein Doppelleben. Nach außen lebt er das glückliche Leben eines Ehemanns und Vaters, sowie das eines harmlosen Biologen für die Firma Phober Pharmaceuticals. In Wirklichkeit ist er extrem unglücklich, verbirgt seit Jahren seine Homosexualität vor seiner Frau und seiner Umwelt, und sein Job hat sich nach ein paar Wochen zu einem regelrechten Horror-Job entwickelt, aus dem er so leicht nicht mehr rauskommt – außer mit Verdrängung.

Tarben lebt ein einsames Leben, denn er hält Abstand von seinen Leuten, da Homosexualität unter Vampiren nicht akzeptiert wird. Doch das ist im Moment seine geringste Sorge, denn er befindet sich derzeit in einer lebensgefährlichen Situation. Von Phober Pharmaceuticals gefangen, steht er auf der Liste neuer Versuchsobjekte in Seans Labor. Sean und Tarben kennen sich bereits aus einem Club und für beide sitzt der Schock tief, als sie sich in dem geheimen Testlabor von Seans Arbeitgeber wiedersehen. Tarben ist als Vampir ein erklärter Feind der Menschen, und somit auch von Sean. Doch auch für Tarben bricht eine Welt zusammen, denn für Vampire gilt: 'Nur ein toter Phobianer ist ein guter Phobianer.'

Obwohl sich beide gegen ihre Gefühle zu wehren versuchen, werden diese von Tag zu Tag intensiver und die Situation im Labor immer unerträglicher. Wird es Sean gelingen, Tarben aus den Klauen des Pharmakonzerns zu befreien, und wenn ja, hat die Liebe zwischen einem Mensch und einen Vampir überhaupt eine Chance?

 

Gefaehrlicher Geliebter 

Autor: Alexa Lor
Verlag: Sieben Verlag
Erschienen: Dezember 2014
ISBN: 978-3-864-43464-8
Seitenzahl: 324 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Viel gibt es der ausführlichen Inhaltsangabe nicht mehr hinzuzufügen. Alexa Lor hat auf knapp 350 Seiten eine Story kreiert, die derart dicht und fesselnd ist, dass man nach Beenden des Bandes nur baff ist. Sie weiß, mit den verschiedenen Gefühlsebenen des Lesers zu spielen, die erotischen Szenen sind ebenso ansprechend wie auch jene, in denen den Protagonisten Gefahr droht.


Stil und Sprache
Der Stil der Autorin ist locker, nicht gesteltzt oder affektiert. Sie schafft es die Figuren authentisch handeln und klingen zu lassen. Und auch wenn manche Figuren stereotyp erscheinen, überraschen sie einen mit Entwicklungen bzw. Enthüllungen, die man so nicht hat vorher sehen können.

Der Roman ist in der dritten Person und im Präteritum geschrieben, was den Stil nochmal gut unterstreicht und der Autorin die Möglichkeit gibt, in die verschiedenen Figuren reinzuschlüpfen. Spannungsbögen werden mehr als einmal aufgeschlagen, zum einen fiebert man mit, ob Sean seiner Familie gegenüber ehrlich ist und seine Homosexualität verrät. Zudem ist man ebenso wie Sean geschockt, als Tarben in das Labor, in dem Sean arbeitet, gebracht wird. Konfrontiert mit seinen Plfichten muss er Tarben Schmerz zufügen, was entgegen seiner Überzeugungen geht. So gut wie möglich versucht er, seinen Geliebten davor zu bewahren. Als es dann im Roman ein zweites Mal spannend wird, ist man als Leser mehr als gespannt, wie alles ausgeht. Man erhofft sich so sehr, dass Tarben und Sean ihr Glück finden.
Die erotischen Szenen sind sehr explizit und heiß dargestellt. Man ist sogleich in der Sache drin, es wird durch den gezielten Einsatz von Wörtern eine Kulisse von der Autorin geschaffen, in die man sich als Leser fallen lassen kann. Genauso genussvoll wie die Figuren die Szenen erleben, lesen sie sich: heiß, sinnlich und anregend. Im Kontrast dazu stehen die Laborszenen und die gnadenlose Umsetzung der Tests, die an den Vampiren durchgeführt werden. Mit klaren Worten wird beschrieben, was passiert und an mancher Stelle leidet man mit den Figuren mit.

Die Dialoge sind den Figuren entsprechend ausgebaut, jede Figur hat seine eigene „Stimme“, seinen eigenen Tonfall, was sehr positiv ist, da man so das Gefühl hat, dass man ihnen näher ist. So sagt z.B. Sean zu Tarben nicht „Zwei-Sechsundvierzig“, wie seine Nummer im Labor ist, sondern „Zwo-Sechundvierzig“. Diese Mündlichkeit zieht sich an mancher Stelle durch das Buch, was die Dialoge lebendig und die Figuren dreidimensionaler erscheinen lässt.
Ebenso positiv ist die Dichte an Informationen, die man als Leser erhält. Es wird auf den knapp 350 Seiten einiges über die Lebensweise von Vampiren genannt, dabei wird der alte Mythos um sie neu aufgerollt und bietet so eine neuartige Unterhaltung, da Änderungen von der Autorin vorgenommen wurden, damit keine Langeweile entsteht. Persönlich hat mir ihre Adaption des Vampir-Mythos sehr gut gefallen, und auch das Auftreten verschiedener anderer Lebewesen bzw. das Erwähnen davon macht einen als Leser neugierig.


Figuren
Ein großer Pluspunkt, den der Roman hat, sind die Figuren und wie sie auftreten. Man kann die einzelnen Handlungen verstehen, auch wenn sie teilweise skrupellos erscheinen. Schnell erfährt man als Leser, was Sean wirklich denkt, wird mitgenommen in sein Handeln und Denken. Diese Dimensionalität findet man in anderen Romanen selten.
Sean war mir als Protagonist sehr sympathisch, nicht nur als Familienvater , der seine Tochter Molly abgöttisch liebt. Auch aufgrund der Pflichten seiner Ehefrau Ellen gegenüber die eigene Homosexualität zu verdrängen. Menschlicher als ohnehin schon, wird einem der als Durschnittstyp präsentierte Mann durch seine Beweggründe, wieso er überhaupt bei  Phober Pharmaceuticals arbeitet. Tarben, sein vampirischer Geliebter ist ein ebenso starke, wenn auch imposantere Figur als Sean.
Mit Sean und Tarben haben wir zwei sich eher kontrastierende Figuren. Sean wird uns mit wellig braunem Haar vorgestellt und markanten Gesichtzügen. Tarben trägt sein Haar lang und glatt, Größe über 1,80m, eine imposante Gestalt. Dazu Gesichtszüge, die Augen und das Gesicht umschmeicheln und Sean sogleich anziehen. Beide muskulös und attraktiv wirken die Figuren auf den Leser sehr anregend und die erotischen Szenen sind mehr als nur heiß.

Weitere Figuren wie Seans Kollegen, Bob oder Jake, erfüllen ihren Zweck und kommen als absolute Antipersonen rüber. Ihr Handeln ist derart abstoßend, dass man angewidert ist. Nebenfiguren wie Ellen und Molly sind nicht sonderlich tiefgründig ausgearbeitet, dafür sind sie sehr liebenswert und sympathisch.
In dem Roman tauchen eine Handvoll Figuren auf, manche haben nur kurze Auftritte, andere erweisen sich im Verlauf als wichtige Unterstützer Seans und Tarbens. Allen voran, dessen Veränderung im Charakter den Leser ebenso erstaunt wie Tarben, erzeugt Tarbens Vater Impurus. Am Ende sympathisiert man mit ihm sehr, ebenso wie mit Tarbens Onkel Furor.
Trotz der relativ wenigen Seiten hat man nicht wirklich das Gefühl, es käme jemand zu kurz, die Auftritte sind geschickt eingesetzt und in der Regel ist man ihnen auch sogleich positiv gegenüber eingestellt. Diese Vielfalt an Figuren ist für Romane aus dem Bereich selten und daher positiv zu bewerten. In viele Figuren konnte ich mich gut hineinversetzen.


Aufmachung des Buches
Das Buch zeigt ein männliches Paar, was einem schon signalisieren dürfte, um es inhaltlich gehen wird. Bei der Wahl der Männer hat man sich gut an die Beschreibungen gehalten, wenngleich sie nicht hundertprozentig passen. Der Einband ist Softcover, ein flexibler Einband ohne weitere Verziehrungen. Das Logo ist verschnörkelt designed, zwei kontrastierende Farben wurden verwendet, was sich angenehm vom Rest abgebt. Die schlichte Rückseite des Buches hat den detailreichen Klappentext abgedruckt. Das Cover spricht Leser an, die Gayromance erwarten, zulgeich weckt es durch die Blutflecken das Interesse, da man nicht automatisch auf Vampir schließen kann. Außer dem Inhalt enthält der Roman keine Extra, abgesehen von verlagsinterner Werbung


Fazit

Mit "Gefährlicher Geliebter" hat Alexa Lor einen randvoll mit Action, Leidenschaft und Spannung gefüllten Roman geschaffen, der mehr als nur gut unterhält. Der Roman ist eine Achterbahn auf der Gefühlsebene, er schaukelt den Adrenalinsspiegel hoch und man kommt kaum zur Ruhe. Man fiebert mit den Figuren mit, die nachvollziehbar und sympathisch sind.


4 5 Sterne


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