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In Nilfgaard wird die Verlobung des Kaisers mit Cirilla, der Thronerbin von Cintra, proklamiert. Aber handelt es sich wirklich um die echte Cirilla? Geralt, halbwegs von seinen schweren Verletzungen genesen, macht sich auf den Weg nach Nilfgaard, begleitet von Rittersporn und der Bogenschützin Milva sowie einem Vampir, der sich das Trinken von Blut schon seit Langem abgewöhnt hat. Doch auch eine gerade erst gegründete Geheimloge von Zauberern beschließt, Cirilla um jeden Preis zu finden und zur Königin zu machen, um so die Macht der Zauberer zu sichern ...

 

Feuertaufe 

Originaltitel: Chrzest Ognia
Autor: Andrzej Sapkowski
Übersetzer: Erik Simon
Sprecher: Oliver Siebeck
Verlag: audible.de
Erschienen: Juli 2014
ISBN: keine ISBN, da audible-Exklusivtitel
Spieldauer: 862 Minuten; ungekürzte Fassung

Hier geht’s zur Hörprobe


Die Grundidee der Handlung
Während die Feuer des Krieges durch die Nordlande toben und Nilfgaard ein Königreich nach dem nächsten zerschlägt, machen sich Rittersporn, Geralt und Milva auf  eine lange, beschwerliche Reise – sie wollen Ciri finden, die nach den Ereignissen auf Thanedd verschollen ist und in Nilfgaard vermutet wird. Doch die Reise verläuft brandgefährlich: Marodeure, Armeeregimenter und Flüchtlingstrecks kommen ihnen immer wieder in die Quere. Doch sie finden auch Verbündete, die mit ihnen durchs Feuer gehen – jeder von ihnen erlebt seine Feuertaufe in diesem alles zerstörenden Krieg.

Währenddessen gründen einige Zauberinnen eine geheime Loge, um die Magie zu erhalten und zu lenken. Doch geht es wirklich um einen höheren Zweck, oder nur um persönliches Machtstreben und Intriegen?

Andrzej Sapkowski zählt für mich zu einem der besten Fantasy-Autoren überhaupt. Feuertaufe ist intelligent, aber bedrückend und dramatisch inszeniert, während der Autor die Auswirkungen eines mittelalterlichen Zerstörungskrieges in einem High-Fantasy-Szenario schildert.


Darstellung des Hörbuches
Oliver Siebeck bringt einmal mehr die ganze Palette seiner Stimm- und Sprachkunst ein, um die ohnehin schon spannende und allzu oft auch dramatische Story zusätzlich mit Leben zu füllen. Dabei trifft er den Ton exakt auf die Bedingungen einzelner Szenen: von dem Krächzen eines Papageis über das zickige Gekeife von versammelten, nicht nur freundschaftlich gesinnten Zauberinnen bis hin zum wutverzerrten, tiefen Knurren des Hexers reicht die vielfältige Varianz. Besonders Geralt sticht diesmal deutlich heraus – im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen hat er diesmal eine kehlig-raue Stimme, aus der die ganze Hilflosigkeit und Verzweiflung auf seiner Suche nach der verschollenen Ciri herausklingt; ihm gelingt es nicht mehr wie zuvor, seine Ruhe und Souveränität zu bewahren. In einer entscheidenden Schlachtszene überrascht er ebenso wie Cahir und Rittersporn mit brüllenden Stimmlagen, mit denen er andere Krieger zum weiteren Kampf gegen Nilfgaard anspornt. Einen wirklich schaurigen Klang hingegen hat Siebeck dem Kopfgeldjäger Bonhardt verliehen, der hier seinen ersten Auftritt hat – schon aus dem Tonfall hört man dessen Gnadenlosigkeit und Grausamkeit heraus. So vergibt Siebeck jedem Sprechenden eigen individuellen, wiedererkennbaren Klang, auch nichtmenschliche Wesen wie Gnomen, Zwergen und Dryaden haben wieder eine ganz eigene, charakteristische Form zu sprechen. Zusammen mit der ausdrucksstarken, raffiniert eingesetzten Betonung verleiht Oliver Siebeck der Geschichte noch mehr Lebendigkeit, mehr Dramatik und Dringlichkeit, mehr Dynamik.

In der von Krieg und Zerstörung heimgesuchten Welt gilt es für die Hauptcharaktere, Heimlichkeit zu bewahren und sich vor feindlichen Soldaten zu verbergen. Daher gibt es in diesem Teil der Hexer Geralt Saga nicht wenige Szenen voller Anspannung, aber auch Geheimniskrämerei und Geflüster. Dem wird Oliver Siebeck besonders gerecht, variiert er doch nicht nur die Palette an unterschiedlichen Stimmen, sondern auch die Lautstärke. So wird in zahlreichen Abschnitten so sehr geflüstert, dass – trotz mittlerer Lautstärke-Einstellung des MP3-Players – Siebeck kaum noch zu verstehen ist, spätestens wenn es beim Hörenden Umgebungsgeräusche gibt. Dies macht es wirklich schwierig, dem Hörbuch beispielsweise beim Autofahren, Sport, Einkaufen oder Spazierengehen in allen Einzelheiten folgen zu können – ein ständiges Anpassen der Lautstärke-Einstellung ist erforderlich. In anderen Bereichen hebt der Sprecher den Ton deutlich an, z.B. um Kriegsgeschrei authentisch wiederzugeben. Diese Anpassungen sorgen für Authentizität, auf der Kehrseite steht, dass man Siebeck nicht immer versteht.


Aufmachung des Hörbuches
Das Hörbuch im audible-eigenen Datenformat ist für den einfacheren Download in zwei Teile gegliedert. Die Klangqualität ist, wie immer bei audible, ausgesprochen gut.


Fazit
Oliver Siebeck gelingt es, die faszinierende und raffiniert inszenierte Saga Andrzej Sapkowskis mit Leben zu füllen und die Atmosphäre von Krieg, Zerstörung und Verzweiflung zu verstärken – als Sprecher ist er eine gute Wahl. Getrübt wird die Lesung lediglich durch die vielen, sehr leise vertonten Passagen, in denen es schwer fällt, alles zu verstehen.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Hörbuch kaufen bei: amazon.de oder audible.de

Backlist:
Teil 1: Das Erbe der Elfen
Teil 2: Die Zeit der Verachtung

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