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So hat sich Ally den Tag nicht vorgestellt. Erst entpuppt sich ihr Onkel als waschechter Gauner. Als Nächstes entdeckt sie, dass ihr Vater nicht vor Jahren ums Leben gekommen, sondern der Kopf eines mächtigen Syndikats ist und sich in Paris versteckt. Um ihn aufzuspüren mischt sich die Siebzehnjährige in seine illegalen Geschäfte und zwingt ihn aus dem Untergrund. Dass sie sich dabei in den Feind verliebt, war nicht geplant. Viktor sieht nicht nur heiß aus. Er ist Mr. Bad Boy, ein Draufgänger und bekannter Herzensbrecher. Darüber hinaus ist er der Sohn des russischen Oligarchen Sergej Iwanow, Mafiaboss von Paris, der ein Kopfgeld auf Allys Vater ausgesetzt hat. Spielt Viktor nur mit Ally oder hat er sich ernsthaft in sie verliebt?

 

Operation Heartbreaker 

Autor: Christine Thomas
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erschienen: 10/2014
ISBN: 978-1-5029-0984-8
Seitenzahl: 302 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Ally kann ihr Glück nicht fassen. Ausgerechnet sie soll nach Paris fliegen und Mr. Bad Boy, Viktor Iwanow, höchstpersönlich interviewen. Vor lauter Freude schwebt sie fast schon auf Wolke Sieben, als ihr Onkel ihr einen gewaltigen Strich durch die Rechnung macht. Doch der hat diese ohne ihre Freundin Julie gemacht. Ein Einbruch in ihr Zuhause, ein Laptop mit merkwürdigen Daten und etliche Akten über sie und ihr bisheriges Leben lassen Ally schnell den Entschluss fassen, dass sie so schnell wie möglich aus den Staaten verschwinden und nach ihrem Vater suchen muss. Aber Paris, die Stadt der Liebe, wird für sie zur Stadt der Lebensgefahr und es beginnt eine aufregende und mehr und mehr verwirrende Hetzjagd, die Ally nicht nur einmal in Lebensgefahr bringt.

Im lockeren Tonfall und mit einer einfachen Sprache hat Christine Thomas Operation Heartbreaker in Szene gesetzt.


Stil und Sprache
Der Schreibstil ist sanft, die Wortwahl witzig und der eine oder andere Dialog hat auch herrlich schlagfertige Antworten. Mittels der personalen Erzählperspektive durch Ally und Viktor wird der Leser in eine sehr überlegungsreiche (denn Ally denkt viel nach) Handlung hineingezogen, die an einigen Stellen sehr actionreich ist und an anderer Stelle etwas unglaubwürdig wird -  weil man den Eindruck bekommt, dass da ein bisschen zu dick aufgetragen wird. Und dann gibt es Stellen, da kommt man aus dem Lachen nicht mehr heraus, so naiv und fast schon dumm stellt sich die Hauptfigur da an und bringt damit unweigerlich eine Komik in die Geschichte, die sich dann aber ins Tragische umkehrt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptcharakteren beginnt spannend und interessant, gerät dann aber durch die vielen Überlegungen der Protagonistin fast in den  Hintergrund. Das fand ich etwas schade, knistert es doch gewaltig zwischen den beiden. Keine Frage, die Handlung von Allys Suche nach ihrem Vater ist abwechslungsreich und packend in Szene gesetzt, aber auch mit der einen oder anderen Schwachstelle.


Figuren
Mit ihren Charakteren hat die Autorin diesmal kein so glückliches Händchen gehabt. Selbstüberschätzung, gewaltiger Egoismus, Blutgier, Dummheit und viel Naivität sind hier die Hauptbestandteile, die das Agieren der Einzelnen lenken. Einerseits überzeugend, andererseits fast schon zu viel des Guten. Aber vermutlich ist es genau diese Mischung, die den Figuren ihre Glaubwürdigkeit gibt und diese real erscheinen lässt.

Selten habe ich eine weibliche Hauptfigur erlebt, die so dermaßen naiv und unschuldig ist und streckenweise so unglaublich fahrlässig handelt, dass man sich als Leser unweigerlich fragt: Kann die nicht dazu lernen, oder will sie nicht? Ally agiert scheinbar ganz nach dem Motto „Was-ich-nicht-weiß,…“ und gerät dadurch unbewusst in Lebensgefahr. Fernab jeglicher Realität aufgewachsen und von ihrem Onkel immer strengstens kontrolliert, hat sie keine Ahnung, wie ein normales Leben aussieht, geschweige denn, wie es sich anfühlt. Sie wird buchstäblich zum Karateunterricht geprügelt, und hätte überhaupt keine Freude im Leben, wäre da nicht ihre Freundin Julie. Was jedoch am erstaunlichsten ist, so viel wie Ally in diesem Roman auch durchmacht und erlebt, es hat keinerlei Wirkung auf sie – zumindest keine, die sie wachsen lässt. Am Ende ist sie noch genauso naiv und vertrauensselig, wie zu Beginn – auch wenn die Ereignisse und die ganzen Informationen sie eigentlich eines besseren hätten belehren müssen. Aber nein, sie gibt wertvolle Informationen ohne zu Überlegen an einen wildfremden Mann weiter und beendet damit praktisch das Leben eines anderen.

Julie ist das krasse Gegenteil von Ally, und das nicht nur, weil sie eine sehr weibliche Figur und eine blonde Lockenmähne hat. Sie ist auch ein absolutes Computergenie. Dank ihrer Hilfe, und oftmals auch Erpressung (freundschaftlich gesehen), findet Ally nicht nur Stück für Stück heraus, was sich an brisanten Daten auf dem Laptop verbirgt, nein, es verhilft Ally auch zu einem Blog bei einer Zeitung. Die Frechheit, mit der sich Julie dafür dann nicht nur in Allys Blog hackt und dort nach Lust und Laune den Text verändert, sondern auch mittels ihrer Fähigkeiten den Trip nach Paris aufbessert, das ist so köstlich dargestellt, da kommt man aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. Andererseits weiß sie oft aber nicht, wann sie am besten den Mund halten sollte, was wiederum zu entweder peinlichen oder sehr witzigen Szenen führt.


Aufmachung des Buches
Der Titel ist als Taschenbuch erschienen, das mit den Maßen 12,7cm x 1,8cm x 20,3cm von der Norm etwas abweicht. In sehr hellen Pastellfarben gehalten, wirkt das Motiv eher hintergründig. Ganz schwach ist ein Pärchen zu sehen, das sich küsst. Ein Tablet und ein paar Schmetterlinge geben dem Ganzen eine sehr verspielte Note. Wobei ich aber sagen muss, der blaue Schmetterling auf dem Buchstaben „n“ von „Operation“ gefällt mir - bei dieser optischen Aufmachung - noch am besten. Der leuchtet in seinem wunderschönen Blau und hebt sich optisch dadurch unglaublich ab. Auf der Rückseite findet man einige Worte zum Romaninhalt, von denen ein paar in Pastelllila abgebildet sind. Auch der wunderbare blaue Schmetterling ist rechts oben abgebildet. Die Gestaltung ist farblich nicht ganz meins, doch die Optik passt gut zum Inhalt.


Fazit
Ein schön zu lesender Roman, der leider an ein paar Stellen unnötig schwächelt. Ohne das könnte sich Operation Heartbreaker zu den Spitzenromanen zählen. So muss er sich mit dem Status des Lesevergnügens begnügen.


4 Sterne


Hinweise
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