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Vier Freundinnen. Ein Haus. Und ein Wochenende, das alles verändert.

Das Haus mit den Apfelrosenhecken steckt voller Erinnerungen: Hier haben Sanne, Fritzi, Mona und Kirsten zu Studienzeiten in einer WG gelebt. 15 Jahre später treffen sich die Freundinnen wieder vor dem Haus an der Kieler Förde. Um es zu entrümpeln - denn es steht leer, seit Isa, die fünfte im Bunde, bei einem Autounfall starb. Sofort ist die alte Vertrautheit wieder da: Tagsüber wird ausgeräumt, abends bei Rotwein über das Leben geredet. Doch jede der Frauen hat Geheimnisse, die sie lieber nicht erzählt. Als an einem kalten Dezembertag die Heizung ausfällt und sich die Freundinnen um den warmen Ofen versammeln, kommt es zum Eklat. Und nichts ist mehr, wie es einmal war.

 

Apfelrosenzeit 

Autor: Anneke Mohn
Verlag: rowohlt
Erschienen: 01/2015
ISBN: 978-3499268946
Seitenzahl: 320 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Der Rückentext beschreibt zwar die Idee hinter der Geschichte schon ganz gut, das Ganze ist allerdings nicht ganz so dramatisch wie beschrieben: Ja, die vier Frauen treffen sich nach langer Zeit, um das Haus ihrer verstorbenen Freundin zu entrümpeln und ja, es gibt auch eine Szene am Ofen, aber der große Eklat findet eher hinter den Kulissen statt und zieht sich auch über mehrere Monate hin. Eine – wie im Rückentext beschriebene – Konzentration auf ein einziges schicksalhaftes Wochenende findet schlicht nicht statt. Nichtsdestotrotz verändert sich das Leben aller vier Frauen durch dieses Wochenende nicht unerheblich.

Apfelrosenzeit hat zwar einige ernste Themen zum Inhalt, es geht um Freundschaft, Liebe, Verrat und neue Lebensperspektiven, ist aber dennoch in erster Linie gute Unterhaltung. Man zweifelt als Leser keine Sekunde lang daran, dass am Ende alles gut ausgeht, daher gibt es hier auch keine großen Überraschungen.


Stil und Sprache
Anneke Mohn gelingt es mit wenigen Worten, ihre Leserinnen – Männer werden wohl eher nicht zu einem Buch mit dem Titel Apfelrosenzeit greifen – mitzunehmen in die Welt der vier Freundinnen. Sie beginnt mittendrin mit einem Telefonat zwischen Mona und Sanne und dann geht es auch direkt los mit der Geschichte. Erklärungen zu Lebensumständen der vier Frauen und ihrer gemeinsamen Vergangenheit in der WG baut sie jeweils in die Gedanken und Gefühle der vier Frauen ein, denn diese erzählen wechselweise aus ihrer Sicht der Dinge. Dabei steht vor allem Sanne im Mittelpunkt, außerdem hat Mona viele Erzählanteile. Die beiden anderen kommen nur gelegentlich zu Wort, sind aber nicht weniger wichtig für den Verlauf der Geschichte.

Wie schon erwähnt geht es nicht darum, Spannung aufzubauen und auch Überraschungen sucht man vergebens. Eigentlich ist sehr schnell klar, worauf das Ganze hinausläuft und so hat man Gelegenheit, in aller Ruhe das Geschehen zu verfolgen, ohne sich vor Spannung die Fingernägel abkauen zu müssen…auch mal schön!


Figuren
Es gibt naturgemäß vier Protagonistinnen, die allerdings sämtlich ein bisschen klischeehaft wirken. Sanne hat ihr Studium aufgegeben, als sie früh schwanger wurde und fristet nun ein langweiliges Leben als Hausfrau und Mutter; sie ist eigentlich unzufrieden, weiß aber nicht, was sie dagegen tun soll. Mona ist erfolgreich im Beruf und die Geliebte eines verheirateten Mannes, stolz und unabhängig, aber tief im Inneren sehnt sie sich doch nach Geborgenheit. Fritzi hat sich von ihrem Mann getrennt und erzieht ihre Tochter allein, hat dabei die üblichen trennungsbedingten Probleme zu bewältigen. Kirsten ist oberflächlich glücklich, erfolgreich im Beruf und in einer guten Ehe lebend, kann sich aber den sehnlichen Wunsch nach einem Kind nicht erfüllen. Noch irgendwelche Fragen? Hier wird nichts ausgelassen und dann kommen noch ein paar Randfiguren – der gutaussehende Naturbursche, die herrische Chefin, der begriffsstutzige Ehemann – hinzu, die vollkommen ins Bild passen und den passenden Rahmen für die Geschichte bilden. Naja, die eine oder andere Überraschung hätte der Darstellerriege vermutlich gut getan, ist aber auch nicht zwingend erforderlich.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch ist sehr hell und freundlich gestaltet, auf dem Cover sieht man einen Zettel mit Titel und Autorin, der mit einem Nagel an einer hellen Holzwand befestigt ist. Hagebutten umrahmen den Titel und weisen auf den Inhalt hin. Innen ist die Handlung nach Monaten unterteilt, innerhalb der Monate gibt es jeweils kurze Kapitel, die mit dem Namen der jeweiligen Protagonistin überschrieben sind.


Fazit
Wer einen leichten Schmöker für zwischendurch sucht, liegt mit Apfelrosenzeit genau richtig. Eine luftige Story um vier Frauen, die aber trotz aller Leichtigkeit auch  - ein bisschen wenigstens - an der Oberfläche kratzt.


3 5 Sterne


Hinweise
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