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Prinz des galaktischen Imperiums zu sein, sollte eigentlich ein Traumjob sein. Schließlich haben die Auserwählten die Chance, Imperator zu werden. Dummerweise gibt es ganze zehn Millionen Prinzen, die alle darauf aus sind, ihre Konkurrenten auszuschalten. Frei nach dem Motto: Nur ein toter Prinz ist ein guter Prinz. Khemri hat von all dem keine Ahnung, bis er selbst zum Prinzen ernannt wird - und ihm prompt Laserstrahlen um die Ohren zischen. Damit beginnen seine Probleme jedoch erst, denn kurz darauf wird er für den Imperialen Geheimdienst rekrutiert ...

 

Das Imperium der Prinzen 

Originaltitel: A Confusion of Princes
Autor: Garth Nix
Übersetzer: Barbara Imgrund 
Verlag: Bastei Lübbe Taschenbuch
Erschienen: 14. Februar 2014
ISBN: 978-3404207459
Seitenzahl: 384 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Die alte Erde hat sich in einigen tausend Jahren zu einem gewaltigen intergalaktischen Imperium ausgedehnt. Nicht immer ging und geht das friedlich ab. Regiert wird das Imperium von einem Imperator, der durch den Imperialen Geist mit 10 Millionen Prinzen und noch ein paar mehr Priestern und Assassinen, die sowohl den Prinzen als auch dem Imperium dienen, in Verbindung steht. Die Berufsbezeichnungen (Priester, Assassinen, Prinzen) entsprechen nicht mehr den heutige üblichen Definitionen. Ebenso wenig lässt sich die Technik mit irgendetwas heute Bekanntem vergleichen. Außerdem gilt die Gleichberechtigung von Männer und Frauen, aber nicht die der Prinzen mit dem Rest der Bevölkerung. Sie stellen die Elite in Verwaltung und Militär, und turnusmäßig wird der Imperator ausgetauscht. In 2 Jahren ist es wieder soweit. Um ihr Ziel zu erreichen, tun die Prinzen so allerhand und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Prinz Khemri will wie die 10 Millionen anderen auch Imperator werden, aber das wird man nicht so einfach, und so beginnt die Zeit der Ausbildung und Menschen-Bildung für ihn. Wird er es schaffen?

Gath Nix mischt Sience Fiction mit einer Coming-of-Age-Geschichte und einer Prise Thriller; durchaus gelungen würde ich sagen, wenn auch 2 Jahre eigentlich für alles, was Prinz Khemri erlebt, ein bisschen kurz sind.


Stil und Sprache

Seine Hoheit Prinz Khemri schreibt seine "Autobiographie" und berichtet, wie es dazu kam, dass er drei Tode starb und der vierte ein unwiderruflicher sein wird, und weshalb er dies nicht bedauert. Ein erwachsener Mann berichtet von seiner Jugend und das macht denn auch den Stil und die Sprache aus, in der erzählt wird. Der Erzähler steht über den Dingen, schreibt nicht nur einen Bericht, sondern kommentiert auch sein Verhalten als träumerischer  Jungspund, der erstaunlich naiv und unwissend seiner Umwelt gegenübertritt. Das Ende steht bereits zu Beginn fest, das "Dazwischen" ist folgerichtig das Interessante. Die Spannung aufrecht zu erhalten könnte deshalb schwierig werden, zumal auch eine völlig fremde Welt beschrieben werden muss, doch dem Autor gelingt beides überzeugend. Selbst das "Techno-Gebabbel", das ich zunächst als ermüdend empfand, fügt sich schnell in die Geschichte ein und gibt wohldosiert dem Buch seinen besonderen Flair und Authentizität.


Figuren
Die sympathische Hauptfigur ist sehr gut ausgearbeitet und Khemris Wandlung bleibt ohne innere Widersprüche. Häufig ist er völlig auf sich allein gestellt. Aber er interagiert immer wieder mit einer Fülle von Personen und natürlich jederzeit mit dem Imperialen Geist. Die Nebenfiguren lernt man unterschiedlich gut kennen, häufig erfüllen sie nur Funktionen (z.B. die Priester). Die wenigen, die man besser kennenlernt, wirken sehr lebendig und der Assassine Haddad, der so etwas wie einen Mentor des Prinzen darstellt, wird zwar nur kurz skizziert, dennoch bringt man ihm die gleichen Gefühle entgegen, die auch Khemri für ihn empfindet. Der Autor verzichtet auf ein Schwarz-Weiß-Schema. Wer hier die "Guten" sind und wer die "Bösen", das muss man selbst herausfinden. Auch dies trägt zur Spannung bei und macht den Reiz des Buches aus.


Aufmachung des Buches
Das Cover des Taschenbuchers glänzt mit einer kühlen Optik, überwiegend Blautöne im Kontrast zu Weiß, dabei zieht es sich über den ganzen Einband. Es wirkt durch die Farbgebung technisch, und verweist gleich auf SciFi, da hätte es der Raumschiffe im Hintergrund fast nicht bedurft.


Fazit
Eine spannende SciFi-Geschichte, die mit vielen neuen Zukunfts-Ideen aufwartet, aber gerade deshalb das "Menschliche" betont.


4 Sterne


Hinweise
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