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Seit dem blutigen Überfall auf Cintra ist Ciri, die Thronerbin des Reiches, verschollen. Doch es gehen Gerüchte um, dass sie nicht tot ist, sondern von Geralt, dem Hexer, entführt und an einen geheimen Ort gebracht wurde. Und Geralt sieht sich mit heiklen Fragen konfrontiert. Hat Ciri wirklich magisches Potential? Oder ist sie nur das Medium einer bösen Macht? Der halbverfallene Stammsitz der Hexer wird zum Schauplatz einer großen Prüfung.

 

Das Erbe der Elfen HB 

Originaltitel: Krew Elfów
Autor: Andrzej Sapkowski
Übersetzer: Erik Simon
Sprecher: Oliver Siebeck
Verlag: audible.de
Erschienen: Mai 2014
ISBN: keine ISBN, da audible-Exklusiv-Titel
Spieldauer: 754 Minuten; ungekürzte Fassung

Hier geht's zur Hörprobe


Die Grundidee der Handlung
Der Hexer Geralt von Riva nimmt sich der jungen Ciri – der „Löwentochter“ von Calanthe von Cintra – an, bildet sie in den Kampfkünsten aus und gewährleistet ihren Schutz. Doch plötzlich interessieren sich nicht nur die Könige der nördlichen – und von einem Bürgerkrieg bedrohten – Länder, sondern auch die Spione des Erzfeindes Nilfgaards und die Vereinigung der Zauberer für die junge Prinzessin, und für Geralt und seinen Freund Rittersporn wird es gefährlich …

Mit „Das Erbe der Elfen“ startet Andrzej Sapkowski seine fünfteilige Saga um den Hexer Geralt von Riva und seinem Schützling Cirilla von Cintra. Eine raffiniert inszenierte High-Fantasy-Geschichte, die sich sowohl von den Inhalten, als auch der Sprachgestaltung aus der großen Masse der Fantasy-Romane hervortut.


Darstellung des Hörbuchs
Oliver Siebeck hat eine angenehm tiefe, raue Stimme, die gut zu einem Erzähler fantastischer Geschichten passt. Auffällig ist bei ihm eine interessante, ausdrucksstarke Form der Betonung bestimmter Satzteile und Wörter, die mit einem nicht selten sanften Ausklingen der Sätze einhergeht. Doch er betont nicht nur gut, sondern steuert seine Lesung auch geschickt über die Intensität seiner Stimme: in einigen Abschnitten kräftig und fesselnd, in anderen dann flüsternd und einfühlsam. Genießt man das Hörbuch, während man Tätigkeiten mit Nebengeräuschen (z.B. Auto fahren oder Staubsaugen) nachgeht, kann das regelmäßige Anpassen der Lautstärke zuweilen nerven, im Übrigen verleiht es der Story eine größere Authentizität. Zwischen den Sätzen fügt der Sprecher kurze Pausen ein, um der recht flotten Lesung Elemente der Ruhe zu verleihen. Szenen- und Perspektivwechsel erfolgen jedoch zu knapp aufeinander, nur aus den Inhalten ergibt sich, dass es nun an einer anderen Stelle weitergeht. Die Lesung selbst ist flott und lebendig gestaltet, dennoch kann man den Inhalten gut folgen.

Kampfszenen spricht Oliver Siebeck in einem etwas schnelleren Tempo, mal eindringlich und drängend, mal der Angst der panischen Betroffenen angepasst, mal sanft und einfühlsam. Diese dynamischen Szenen setzt er dann etwas abgehackt um, was gut zu diesen actionreichen Sequenzen passt.

In Sapkowskis Geschichte trifft man auf viele Völker, die Oliver Siebeck zumeist gut zu unterscheiden versteht. Zwerge haben harte, kehlige Stimmen, Druiden klingen erhaben, Menschen vielfältig  differenziert, Gnome eher piepsig – fast hört man die Körpergröße des Sprechenden aus dem Klang seiner Stimme heraus. Elfen erscheinen lieblich und melodisch, aber auch hochmütig und arrogant. Auch einzelne Persönlichkeiten, die im ersten Teil der Saga eine Rolle spielen, sind meist gut herauszuhören. So tritt Rienze fordernd, kaltherzig und brutal auf. Ganz anders gestaltet Siebeck den Barden Rittersporn aus: zwar sehr unterhaltsam, aber auch selbstsicher und hochmütig erscheint er dem Hörer. Geralts Stimme ist ebenfalls tief und rau, dabei aber von einer angenehm ruhigen Ausstrahlungskraft. In einer längeren Diskussion sind allerdings Ciri und Tris Merrygold kaum zu unterscheiden, nur aus dem Inhalt der Geschichte ergibt sich hier, wer gerade das Wort führt. Die Emotionen der vielfältigen Charaktere – mal voller Zorn, aufgewühlt oder veränstigt, mal distanziert und eisig, ruhig oder verachtend – weiß Oliver Siebeck in seiner dynamischen Form der Vertonung gekonnt unterzubringen.

Dem Sprecher gelingt es gut, das mittelalterliche Sprachmuster, dem sich Andrzej Sapkowski bedient, authentisch weiterzureichen. Auch die „ältere Rede“, die fremdartige und elegante Sprache und der Akzent des Elbischen hat Oliver Siebeck toll getroffen.


Aufmachung des Hörbuches
Die Covergestaltung des Hörbuchs, dass in der ungekürzten Fassung exklusiv als Download-Variante bei audible.de bzw. bei amazon.de erhältlich ist, orientiert sich an derjenigen der gedruckten Romanfassung. Für den Download ist das Hörbuch in zwei Teile gegliedert.


Fazit
Mit einer faszinierenden, aber auch anspruchsvollen und fordernden High-Fantasy-Story hat Andrzej Sapkowski seine Saga um den Hexer Geralt von Riva eröffnet. Sein Roman wurde von Oliver Siebeck  – bis auf wenige, kleine Kritikpunkte – spannend und authentisch vertont.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Hörbuch kaufen bei: amazon.de oder audible.de

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