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DU BRAUCHST NUR EINEN GOTT ZU ERSCHLAGEN, SCHON WOLLEN ALLE MIT DIR REDEN.

Der Druide Atticus will eigentlich nur eines: seine Ruhe haben vor all den Göttern, Hexen und Feen. Aber dieser Wunsch bleibt ihm verwehrt – denn in Tempe, Arizona, wütet ein bis dahin unbekannter Hexenclan, der den einst so friedlichen Landstrich mit schmutziger Magie überzieht.

 

Verhext 

Originaltitel: The Iron Druid Chronicles 2. Hexed
Autor: Kevin Hearne
Übersetzer: Alexander Wagner
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: April 2014
ISBN: 978-3-608-93932-3
Seitenzahl: 362 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Leider hat Atticus mit dem Gewinn der letzten Schlacht seine Ruhe und verborgene Lebensweise eingebüßt. Ob Freund oder eher Feind, laufend stehen Hexen, Vampire, Werwölfe und andere Gestalten oder gar Götter vor seiner Türe, um ihn zu beauftragen, jemanden – vorzugsweise eine verhasste Gottheit – um die Ecke zu bringen. Doch eigentlich hat Atticus ganz andere Probleme, da jemand fortwährend versucht, ihn mit Flüchen und magischen Angriffen zu töten. Als er der magischen Spur folgt, trifft er auf einen Feind aus längst vergangener Zeit, der nicht nur ihn bedroht, sondern auch die Mitglieder des Hexenzirkels, mit dem Atticus kurz vor dem Abschluss eines Bündisvertrages steht ...

Der Einstieg in die Geschichte ist mir erstaunlicherweise nicht so leicht gefallen, wie ich das angenommen hatte. Zwar ist dies eine nahtlose Fortsetzung des ersten Bandes, es treten jedoch schnell neue Feinde zu den vielen bisherigen auf und zahlreiche Bekannte und Verbündeten lassen den Überblick nur allmählich gewinnen. Doch wenn man sich erst eingefunden hat, überzeugt die Handlung mit Spannung, Intrigen, Kämpfen und dem gewohnten Humor von Atticus und Oberon.


Stil und Sprache
Atticus selbst in Ich-Form führt wiederum durch die Handlung und eröffnet die Geschichte mit einem fast philosophischen Rück- und Ausblick seiner Situation, wie es dazu gekommen ist und wie die nahen Zukunftsaussichten aussehen könnten. Somit ist der Leser mit seiner Figur sofort wieder vertraut und durch die zahlreichen beschriebenen Gedanken erhält man sehr gute Einblicke seines Charakters. Mit seinem Wolfshund Oberon ist Atticus mental verbunden und kann telepathisch mit ihm sprechen. Solche Passagen sind jeweils in Kursivschrift eingefügt.

In diesem Band wurden die altertümlichen Formulieren und deren Übersetzungen weggelassen, über die ich im ersten Teil der Serie oft und heftig lachen musste. Beibehalten oder eher ausgebaut wurden dafür die Zitate verschiedener Bühnenstücke – meist von Shakespeare – mit denen Atticus in kameradschaftlichen Rededuellen oder versteckt sarkastisch um sich schmeißt. Der Schreibstil wirkt dadurch nicht immer ganz flüssig, zumal auch der Überblick manchmal schwer zu behalten ist durch die Namen der verschiedenen Gottheiten, Welten und magischen Geschöpfe. Die Handlung schließt nahtlos an den ersten Band an und hat auch viele Bezüge zu dessen Ereignissen, die hier nur sehr kurz erwähnt werden und eine nähere Erklärung meistens fehlt.

Dafür wird die Spannung und Neugier bereits nach wenigen Seiten mit dem ersten magischen Anschlag lanciert, dem der Angriff eines Dämons folgt. Danach erfolgen weitere Anschläge auf verschiedenen Ebenen und Gegner, die es teilweise unabhängig voneinander auf Atticus abgesehen haben. Die Spannung steigt schnell merklich an und zieht den Leser wie ein stetig stärker werdender Sog in seinen Bann. Kämpfe sind unausweichlich, Verletzungen und Verluste in den Reihen der Verbündeten sind zu beklagen. Der packende Showdown ist perfekt gelungen, actionreich, dramatisch und explosiv. Nicht alle Hintergründe werden offenbart und einzelne dünne Fäden bleiben lose, sodass sie problemlos für eine Fortsetzung aufgenommen werden können.


Figuren
War ich im letzten Band von den beiden Figuren Atticus und Oberon noch restlos begeistert, können sie in diesem Band zwar noch immer überzeugen, aber sie wirken etwas abgeflacht. Die Rolle von Oberon wurde zurückgenommen, seine sprühende Energie, die Überschwänglichkeit und Freude ist nicht mehr ganz so gut zu spüren. Die Träume von edlen Pudeldamen sind verschwunden und wurden ersetzt durch Leckerli und feine Würste, die er glaubt, bei jeder noch so kleinen Gelegenheit verdient zu haben. Atticus wartet mit neuen magischen Fähigkeiten auf, verwandelt sich öfters in Tiere oder tarnt sich, weil er ständig entweder untertauchen muss oder auf der Flucht ist.

Zahlreiche Figuren aus dem ersten Band sind vorhanden, von rivalisierenden Göttinnen über Hexen, Vampire und Werwölfe sind neu auch ein katholischer Priester und ein Rabbi mit von der Partie. Die meisten lassen sich nicht in die Karten schauen, jeder verfolgt auch eigene Ziele, die nicht immer im Einklang mit denen von Atticus stehen. Die Feinde sind wieder zahlreich. In der letzten entscheidenden Schlacht im ersten Band konnten nicht alle Dämonen aus der Unterwelt unschädlich gemacht werden. Diese folgen noch immer dem Auftrag, Atticus zu töten. Ein böser Hexenclan hat sich zudem der Aufgabe verschrieben, Vergeltung für ein zurückliegendes Ereignis zu üben und verbündet sich dazu mit Dämonen.


Aufmachung des Buches
„Verhext" wurde als Taschenbuch mit Klappbroschur veröffentlicht. Das Cover passt nicht zum gebundenen ersten Teil, der nun ebenfalls als Taschenbuch mit neuem Titel und einem zu diesem Band passenden Cover verlegt wurde. Dominiert wird das Bild von Atticus mit seinem magischen Schwert in der Hand. Der Himmel im Hintergrund ist in verschiedenen Gelbtönen gestaltet. Das Motiv wird auf der Klappe weitergeführt, sodass man zum Betrachten des gesamten Bildes diese aufklappen muss. Die Rückseite ist eher dunkel und zeigt unter dem Text der Inhaltsangabe nur verschwommene Schemen einer Mauer.

Wiederum ist am Ende des Buches eine Liste mit der korrekten Aussprache der irischen Namen eingefügt für Leser, die Wert auf Genauigkeit legen. Der Hinweis zu dieser Liste ist bereits auf der ersten Vorseite des Buches.
Leider weist das Buch nach nur einmaligen, sorgfältigen Lesen bereits Falten am Buchrücken auf. 


Fazit
Die Spritzigkeit und der ganz spezielle Humor des ersten Bandes ist hier etwas verloren gegangen, weil sowohl auf die witzigen altertümlichen Redewendungen verzichtet wurde als auch die zahlreichen Diskussionen mit Oberon zurückgenommen wurden. Dafür sind die Feinde zahlreich, die Kämpfe blutig und die Handlung dramatisch. Daher absolut empfehlenswert.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Backlist:
Band 1: Die Hetzjagd

Zusätzliche Information des Rezensenten: Der erste Band „Die Hetzjagd" wurde als Taschenbuch unter dem Titel „Gehetzt" veröffentlicht.

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