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Mittsommernacht auf Sandhamn: Alle Menschen sind auf den Beinen, um den längsten Tag im Jahr mit Trinken, Essen und Tanzen zu feiern. Doch als der neue Tag beginnt, wird ein Jugendlicher tot am Strand gefunden. Wer ist der Tote? Und warum musste das Fest für ihn so enden?

Ein spannender Krimi über die dunklen Seiten des hellsten Tages im Jahr – Kommissar Andreassons fünfter Fall.

 

Beim ersten Schaerenlicht 

Originaltitel: I stundens hetta
Autor: Viveca Sten
Übersetzer: Dagmar Lendt
Verlag: KiWi
Erschienen: 04/2014
ISBN: 978-3462046014
Seitenzahl: 400 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Es ist Mittsommernacht auf Sandhamn – jeder genießt den längsten Tag des Jahres auf seine Weise. Einige übertreiben es allerdings ganz gewaltig, und so hat die Polizei auf der Insel mehr zu tun, als ihr lieb ist. Am nächsten Morgen ist einer der Jugendlichen tot und niemand weiß, was passiert ist. Thomas Andreasson und sein Team ermitteln, kommen aber nicht wirklich voran, denn niemand hat etwas gesehen, viele waren so betrunken, dass sie sich an nichts erinnern können. Und dann ist auch noch Wilma verschwunden, die Tochter von Noras Freund Jonas …

Ziemlich verworren ist der Fall, den Viveca Sten hier erzählt, und lange Zeit geschieht nicht wirklich etwas. Dieses Mal geht es ausnahmsweise nicht um eine lange zurückliegende Geschichte, sondern „nur“ um die Gegenwart. Ohne zu viel zu verraten, sei hier aber lediglich der Hinweis erlaubt, dass ich am Ende von der Auflösung etwas enttäuscht war, ist sie doch für einen Krimi einfach zu unspektakulär. Hier fehlt mir einfach ein gut konstruierter Hintergrund, stattdessen spielen unglückliche Zufälle eine – in meinen Augen zu große – Rolle.


Stil und Sprache
Wie von dieser Reihe schon gewohnt, erzählen hauptsächlich Thomas und Nora jeweils aus ihrer Perspektive, nur gelegentlich kommen andere zu Wort. Bisher wurde parallel zur Haupthandlung immer eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt, das ist dieses Mal nicht der Fall. Stattdessen gibt es gelegentlich Rückblenden aus Sicht der Zeugen, die dann auch mit deren Namen überschrieben sind, um sie von den übrigen Kapiteln abzugrenzen. Dieser Kniff gibt der Handlung ein wenig Schwung, kann aber die Spannung nicht ersetzen, die sich sonst aus der Verknüpfung mit der Vergangenheit ergab. So dümpeln die Ermittlungen lange vor sich hin und es passiert nicht wirklich etwas, das die Handlung vorantreibt.

Am interessantesten ist da fast noch Noras und Andreas' Privatleben, das wie üblich einen großen Teil der Story beansprucht. Nora allerdings agiert ungewohnt zurückhaltend und so passiert auch in dieser Hinsicht nicht allzu viel. Sprachlich sticht Viveca Stens Stil auch nicht so sehr heraus, dafür lässt sich die Geschichte leicht und flüssig lesen und gewinnt am Ende noch etwas durch ein paar lose Fäden, die offenbar erst im nächsten Fall weitergeführt werden sollen.


Figuren
Wie schon erwähnt, spielt die jeweilige private Geschichte von Nora und Thomas eine große Rolle in den Krimis der schwedischen Autorin. Nora ist mittlerweile geschieden und betreut ihre Söhne abwechselnd mit ihrem Exmann. Dafür hat Thomas mit seiner Exfrau einen neuen Anfang gewagt und mittlerweile eine kleine Tochter bekommen. Er ist immer noch traumatisiert vom plötzlichen Tod seiner ersten Tochter und macht sich mehr Sorgen, als ihm gut tun. Nora hingegen ist völlig sorg- und arglos und genießt die Zeit mit ihrem neuen Freund Jonas. Der allerdings hat eine halbwüchsige Tochter, die mit Nora überhaupt nicht klarkommt. Also ganz normale Probleme, die diese beiden Hauptdarsteller der Serie so sympathisch machen und dafür sorgen, dass man sie weiter verfolgen möchte.

Aber auch die Nebenfiguren bekommen ausreichend Raum und sind lebendig und farbig beschrieben. In dieser Hinsicht hat Viveca Sten eindeutig ein gutes Händchen für Details bewiesen und wird das hoffentlich auch weiterhin tun.


Aufmachung des Buches
Das großformatige Buch ist wie seine Vorgänger in Klappbroschur aufgemacht und zeigt ein relativ beliebiges Motiv: Ein typisches rotes Schwedenhäuschen auf einem Steg liegt in der Abendsonne der Schäreninseln. Innen gibt es eine grobe Übersichtskarte der Inseln und dann insgesamt 98 nummerierte Kapitel sowie etliche Zwischenkapitel, die mit dem Namen des jeweils erzählenden überschrieben sind.


Fazit
Viveca Sten hat mit Beim ersten Schärenlicht zum ersten Mal gewagt, einen Krimi ohne Bezug zur Vergangenheit zu schreiben und sich leider damit etwas verschätzt. Spannende Kapitel aus Schwedens Vergangenheit bieten einfach mehr Stoff als „nur“ die Gegenwart und ihre Probleme. So bleibt leider  ein durchschnittlicher Eindruck zurück und die Hoffnung auf Besserung im nächsten Fall.


3 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

 

Backlist:
Band 1: Tödlicher Mittsommer
Band 2: Tod im Schärengarten
Band 3: Die Toten von Sandhamn
Band 4: Mörderische Schärennächte

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