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Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht.
Die Suche nach seiner Identität wird zu einem Alptraum, für Noah und die gesamte Menschheit. Ist er das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat?

Der große, kontroverse und apokalyptische Thriller von Bestsellerautor Sebastian Fitzek, inklusive Interview mit dem Autor. 

 

 

Noah

Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 19.12.2013
ISBN: 978-3-8387-4496-4
Seitenzahl: 559 Seiten

Hier geht’s zur Leseprobe



Die Grundidee der Handlung
Als er aufwacht, kann er sich an nichts aus seinem Leben erinnern. Nicht einmal an seinen Namen, und so nennt ihn der Obdachlose, der ihn gefunden und seine Schussverletzung so gut wie möglich behandelt hat, Noah – nach der ungelenken Tätowierung auf seiner Hand. Während Noah sich zu erinnern versucht, wer er ist und woher er kommt, muss er schon bald feststellen, dass die Schussverletzung kein Zufall war, denn irgendjemand möchte ihn um jeden Preis umbringen. Zudem sorgt die Manila-Grippe, die bereits zu tausenden Toten geführt hat, für Angst und Schrecken – und die Panik greift immer mehr um sich ...

 

Die Grundidee klingt vielversprechend, allerdings erinnert die Umsetzung zu Beginn stark an "Die Bourne-Identität" von Robert Ludlum, was das Lesevergnügen spürbar trübt. Zwar schlägt Fitzek schließlich eine eigenständige Richtung ein, doch so recht mag die Geschichte nicht zu packen, was vielleicht an dem erhobenen Zeigefinger liegt, den der Autor laut Nachwort zwar nicht beabsichtigt hat, der sich jedoch unübersehbar in den Thriller eingeschlichen hat.


Stil und Sprache
Neben einigen anderen Figuren ist es vor allem Noah, der den Leser in 3. Person durch die Geschichte führt. Mehrere Handlungsstränge, deren Zusammenhänge sich lange Zeit nicht erschließen, verlaufen parallel, wobei nur einer davon zunächst wichtig erscheint, nämlich Noahs, denn immerhin ist er der Titelgeber des Buches. Die anderen wirken über weite Strecken überflüssig und verwirren mehr, als dass sie zum Fortgang und Verständnis der Geschichte beitragen.

Stellenweise schleppend, dann wieder tempo- und actionreich und mit zahlreichen Wendungen – von denen manche absehbar, andere unerwartet sind – schreitet das Buch voran. Dennoch fällt es schwer, sich voll und ganz auf den Thriller einzulassen. Einerseits sind zunächst die Parallelen zu dem bereits erwähnten "Bourne"-Thriller zu deutlich, andererseits bleibt das Ganze lange Zeit zu undurchsichtig und die Zusammenhänge zu abstrakt, als dass einen die Geschichte packt. Auch das Wiederholen von Daten und Fakten trägt nicht gerade zum Spannungsaufbau bei, sondern ermüdet den Leser eher – auch wenn die Angaben an sich erschreckend sind. Allerdings möchte man bei einem Thriller gut unterhalten werden und nicht ständig den erhobenen Zeigefinger – in diesem Fall die Ausbeutung der Erde betreffend – zwischen den Zeilen lesen. Es fehlt das Besondere, das gewisse Etwas, das den Funken überspringen lässt. Erst zum Ende hin, als der Thriller eine überaus unerwartete Wendung nimmt, kommt endlich ein ordentliches Maß an Spannung auf – leider ist das zu spät und kann die vorhergehende Flaute nicht wett machen.


Figuren
Noah hat sein Gedächtnis verloren. Oscar, ein Obdachloser, hat ihn angeschossen und bewusstlos gefunden und gepflegt, seither leben sie gemeinsam auf bzw. vielmehr unter der Straße. Aus Noah schlau zu werden ist nicht einfach, was sicherlich daran liegt, dass er selbst nicht weiß, wer er ist. Seinen Lebensretter schließt man deutlich schneller ins Herz. Oscar ist eine Nummer für sich, wirkt durchgeknallt, aber auch intelligent. Er bringt Witz in die eine oder andere Szene, auch wenn er das meistens eher nicht beabsichtigt hat.

Neben diesen beiden Figuren treten noch zahlreiche weitere auf, von denen manche mehr, manche weniger tiefgreifend ausgearbeitet sind und einige sehr blass bleiben. Eine sehr interessante Figur ist Zaphire, über den ich an dieser Stelle jedoch nicht mehr schreiben möchte, um nicht zu viel vorweg zu nehmen.


Aufmachung des Buches
Mir liegt das eBook vor, sodass ich zur qualitativen Ausgestaltung der gebundenen Ausgabe keine Aussage treffen kann. Das Cover ist zwar passend gestaltet, aber nicht unbedingt ansprechend. Für Aufmerksamkeit wird es jedoch sorgen und das ist bei der Vielzahl an Neuerscheinungen sicherlich die Hauptsache.

Unterteilt ist das Buch in drei Abschnitte bzw. Stufen, bei denen die Kapitelnummerierung jedes Mal von vorne beginnt. Das Buch schließt mit einem sehr persönlichen Nachwort, einer Danksagung und einem Interview mit dem Autor.


Fazit
Wer einen typischen Fitzek erwartet, wird enttäuscht. Die politischen Ränkespiele sind glaubhaft dargestellt, die enthaltenen Fakten überaus erschreckend, die Gesellschaftskritik unüberlesbar – für einen spannenden Thriller reicht das jedoch nicht. Fitzek sollte eindeutig seinen gewohnten Pfad wieder einschlagen, denn dort ist er sicher und überzeugend unterwegs, während der Leser durch "Noah" hindurchstolpert.


2 Sterne


Hinweise
Das eBook kaufen bei: amazon.de
Das Hardcover kaufen bei: amazon.de

Buchtrailer:

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