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Die ersten Tage nach der Geburt in Bildern festzuhalten, stellt besondere Anforderungen an Fotografen: Kreativität beim Erstellen des Sets und Finden der richtigen Posen, Sicherheit im Umgang mit dem Neugeborenen, eine genaue Vorbereitung und nicht zuletzt handwerkliches Können von der Fotosession bis zur Aufbereitung und Präsentation der Bilder.

Die bekannte Baby-Fotografin Robin Long zeigt Ihnen in diesem Buch, wie Sie mit wenigen Hilfsmitteln natürliche und bezaubernde Baby-Fotos machen. Ob Sie als Profi in diesem Markt Fuß fassen möchten oder Fotografie als Hobby betreiben: Die in langer Praxis erprobten Anleitungen und Tipps helfen Ihnen, die natürliche Schönheit Neugeborener in perfekten, ungekünstelten Bildern einzufangen.

Auf über 200 inspirierenden Seiten lernen Sie:

  • wie Sie Konzepte für Ihre Fotosessions entwickeln – von der ersten Idee bis zum Erzählen einer Geschichte
  • wie Sie eine vertrauensvolle Beziehung mit den Eltern aufbauen
  • wie Sie eine für das Kind optimale Umgebung schaffen und unruhige Babys wieder beruhigen
  • mit welchen Kameraeinstellungen und welchem Zubehör Sie arbeiten
  • wie Sie Ihre Bilder entwickeln und mit Photoshop und ACR zur Perfektion bringen und
  • wie sich Profis als Baby-Fotograf/in erfolgreich positionieren und vermarkten

Robin Long hat sich mit ihren Fotos Neugeborener international einen Namen gemacht. Ihr langjähriges Wissen teilt sie als Autorin, in ihren Workshops und als Rednerin auf internationalen Konferenzen. Mehr erfahren Sie auf ihrer Website robinlong.com.

 

Babys fotografieren 

Originaltitel: Natural Newborn Baby Photography
Autor: Robin Long
Übersetzer: Johannes Leckebusch
Verlag: dpunkt Verlag
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-86490-114-0
Seitenzahl: 207 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Das Hauptthema dieses Buches ist, Neugeborene auf einfache und natürliche Weise in Szene zu setzen [...]“ – mit diesen Worten definiert Robin Long bereits in der Einleitung konkret und treffend das Anliegen und die Ausrichtung ihres Buches. Ebenso schränkt sie die Themenbereiche und die fotografischen Subjekte ein: es geht ihr ganz um die Fotografie von Neugeborenen bis zur sechsten Woche – die Babyfotografie, also von Kindern etwas höheren Alters, überlässt sie anderen. In dieser Hinsicht mag der Buchtitel also nicht ganz exakt gewählt sein, treffender würde er lauten Neugeborene fotografieren. Und nicht zuletzt stellt die Autorin die Zielgruppe prägnant heraus: „Auch wenn Hobbyfotografen dieses Buch schätzen mögen, richtet es sich doch vor allem an diejenigen, die aus der Neugeborenen-Fotografie einen Beruf machen und sich das Handwerkszeug für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit aneignen wollen“. Stellt man diese Aussage der Beschreibung auf der Buchrückseite gegenüber, so ist diese irreführend, werden dort Hobbyfotografen ausdrücklich als Zielgruppe mit inbegriffen. Es zeigt sich im Verlauf des Buches jedoch immer wieder, dass diese Gruppe höchstens ein Nebenprodukt der Vermarktung sein mag – die Ausrichtung auf Berufsfotografen zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Zwar finden sich zu Beginn einige Grundlagen wie die Faktoren einer Belichtung oder der Weißabgleich. Dennoch klingen die beruflichen Aspekte immer wieder an, wenn es beispielsweise um die Verwaltung des Budgets für Requisiten geht – Seite 90: „Denken Sie aber daran, dass Sie ein Geschäft führen [...]“ –  darum, dass Zeit Geld ist, oder um konkrete Verkaufsargumente. Engagierte Hobbyfotografen können sich da schnell „außen vor“ fühlen.

Wie ist Robin Long die Neugeborenen-Fotografie nun angegangen? In acht Kapiteln führt sie den Leser durch ihr Buch und konzentriert sich dabei auf folgende Bereiche:

  • Inspriration
  • Schönes Licht
  • Posen für Neugeborene
  • Die Anatomie eines Neugeborenen
  • Natürlich erzählte Bildgeschichten
  • Die digitale Dunkelkammer
  • Die Neugeborenen-Nische

Bei den technischen Grundlagen vermittelt die Autorin ihre Vorliebe für Tageslicht in Räumen, vermisst habe ich aber Aussagen zu der vollständig ausgesparten Thematik „Neugeborene + Blitzlicht“ – diese ist in den Communities der Fotografie umstritten und wird heiß diskutiert, und wer gehofft hat, hierzu von Robin Long einen Rat zu erhalten, wird enttäuscht. In der „Planungsphase“ gibt die Autorin viele Ratschläge zum Ablauf, zum Umgang mit Eltern, dem Set-Aufbau oder der erforderlichen Grundausrüstung. Eine wichtige Rolle spielt auch die Sicherheit des Babys beim Shooting. Schritt für Schritt geht Robin Long bei den Grundposen vor, warnt vor schädlichen Haltungen und stuft die Posen nach dem Können und der Erfahrung des Fotografen ein. Wichtige Tipps zum (Um-)Lagern des Neugeborenen und zu Aufnahmen ergänzen den Abschnitt.
Bei den Einwickeltechniken helfen detaillierte Beschreibungen und Beispielbilder den unerfahrenen Fotografen, die Wickeltechniken selbst umzusetzen. Empfehlungen zu verschiedenen Stoffen runden diesen Teil ab. Auch hier wird die berufliche Orientierung der Autorin deutlich, wenn sie  wiederholt ihren eigenen Web-Shop für Fotografen anspricht, in dem sie beispielsweise Wickeltücher anbietet.

In der „Digitalen Dunkelkammer“ beschreibt Robin Long ihren Workflow der Bildbearbeitung. Dabei geht sie angenehm kritisch mit der Einstellung um, dass dies der Bildoptimierung, aber nicht der Notrettung verpatzter Aufnahmen dient. Sie gibt einige Hilfen an die Hand – beispielsweise bei der Erstellung von Aktionen – fordert allerdings Vorkenntnisse in Photoshop, um ihrem Workflow zu folgen. Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel, dass sich ganz an aktuelle oder künftige Berufsfotografen richtet, deren Bedürfnisse bei der Führung eines Betriebs und dem Definieren eines eigenen Stils aufgreift. Hier werden die gängigen Aspekte des beruflichen Fotografierens besprochen. Ihre geschäftspolitischen Ansichten vertritt die Autorin mit anschaulichen Vergleichen aus der Luftfahrt- und Bekleidungsbranche und schafft so das Bild eines fachkundigen und spezialisierten Fotografen, der sich kontinuierlich abhebt.

Robin Longs Stil ist sachlich und professionell, konzentriert und strukturiert, die Abschnitte sind auf Augenhöhe mit anderen Fotografen geschrieben und lassen sich flüssig lesen. Man merkt Long auf jeder Seite die jahrelange Erfahrung und die Leidenschaft für diesen speziellen Bereich der Fotografie an. Ihre Ausführungen im Fließtext ergänzt sie durch Randnotizen, die wichtige Gedanken bzw. Aussagen wiederholen oder konkrete Tipps enthalten. Zudem begleiten zahlreiche Bilder die Texte, vermitteln als Beispiele die Aussagen und die beschriebene Stimmung. Sie sind mit kurzen Kommentaren sowie den wichtigsten Aufnahmedaten unterschrieben.


Aufmachung des Buches
Das Buch ist in annähernd quadratischem Format als Softcover-Variante aufgelegt. So bietet es sowohl den Texten, als auch den vielen Fotografien reichlich Platz. Die Verarbeitung ist, wie vom dpunkt-Verlag nicht anders bekannt, einwandfrei. Durch die Softcover-Gestaltung kann das Buch zu einem günstigeren Preis angeboten werden, der Außenumschlag ist allerdings anfälliger als der von gebundenen Ausgaben. Obwohl ich mit meinen Büchern grundsätzlich sehr pfleglich umgehe, konnte ich nach dem Lesen einige Spuren am Umschlag ausmachen.

Eröffnet wird das Buch mit einem fein gegliederten Inhaltsverzeichnis, einer Danksagung sowie einer Einleitung. Den Abschluss bildet ein Index.


Fazit
Babys fotografieren ist ein Fachbuch für Fotografen mit professionellen Ambitionen, die sich im Bereich der Neugeborenen-Fotografie etablieren wollen – sie erhalten einen Leitfaden, der nahezu sämtliche Aspekte dieser beruflichen Tätigkeit abdeckt und reich an Ratschlägen und wertvollen Tipps ist. Hobbyfotografen bleiben dagegen eher außen vor.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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