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Die Regierung hat Ember und Chase für tot erklärt – endlich sind sie frei und schließen sich dem Widerstand an. Doch im Lager der Rebellen herrscht Aufregung: Der geheimnisvolle „Heckenschütze“ erschüttert mit seinen Anschlägen die Moralmiliz. Wer ist er? Steht er wirklich aufseiten der Rebellen? Wird er dem Widerstand zum Durchbruch verhelfen? Um den Attentäter zu fassen, veröffentlicht das FBR eine Fahndungsliste – und zu den Hauptverdächtigen gehört Ember Miller. Dass sie nun auch von ihren neuen Freunden verraten wurde, wird der totgeglaubten Ember schmerzhaft bewusst. Doch dann gibt sie ihr Versteckspiel im Untergrund auf und kämpft für ihre Freiheit.

 

Gesetz der Rache 

Originaltitel: Breaking Point
Autor: Kristen Simmons
Übersetzer: Frauke Meier
Verlag: ivi
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3492703055
Seitenzahl: 444 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Ember und Chase haben es geschafft zu entkommen und leben nun in der Keimzelle des Widerstands in Knoxville, einem Ort, der „Sicherheit“ so nahe kommt wie im Moment nur möglich. Ember beginnt sich zu entspannen, doch dann geht alles schief: ihr Name taucht auf der Liste der Top-Verbrecher auf, ein alter Bekannter stößt zum Widerstand dazu und plötzlich müssen sie das bisschen Sicherheit, was sie sich so hart erkämpft hatten, verlassen und wieder fliehen… oder endlich kämpfen.

Embers Welt hat sich nicht verändert und doch erfasst sie – und mit ihr der Leser – erst in diesem Band das ganze Ausmaß der Gefahr. Die Welt der Zukunft bleibt düster, bedrohlich und unglaublich spannend. Kristen Simmons lässt viele bekannte Ideen der Dystopien einfließen, allerdings in eine so realistische und überwältigende Zukunftssicht, dass auch ihr zweiter Band sich deutlich von der Flut der Dystopien, die den diesjährigen Buchmarkt überschwemmten, abhebt.


Stil und Sprache
Kristen Simmons zweiter Band heißt im englischen Original sehr passend „Breaking Point“ und tatsächlich treibt sie ihre Charaktere an den absoluten Rand der Belastbarkeit. Nichts ist sicher und der Leser erlebt mit Ember jeden neuen Rückschlag und erkennt mit ihr jede neue Gefahr. Zu Beginn des Buches gibt es eine ruhigere Phase, die Ember und Chase in so etwas ähnlichem wie Sicherheit verbringen, aber sobald sie diese einmal verlassen haben, geht es Schlag auf Schlag. So hat man kurz Zeit, sich wieder in Embers Welt zurecht zu finden und ist wieder voll dabei, wenn die eigentliche Handlung los geht. Der Weg, den Ember geht, ist durchaus früh erkennbar und auch einige Gefahren auf dem Weg kann man vorher sehen, aber immer wieder wird der Leser voll und ganz überrascht. Dazu ist, ebenso wie im ersten Band, der Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite da und spätestens nach 100 Seiten ist es praktisch unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Beinahe an jedem Kapitelende hat sich die Situation so verschoben, dass man nur noch schnell ein Kapitel lesen will, um die Lösung der akuten Gefahr zu erfahren. Nur um dann am nächsten Kapitelende das gleiche „Problem“ zu haben. Da die langsame Eingewöhnung in die dystopische Welt hier nicht mehr nötig ist, geht die Handlung sogar noch rasanter voran als im ersten Band und lässt den Leser am Ende sehnsüchtig auf den dritten Band zurück.

Neben der fesselnden Handlung ist nicht zuletzt auch Kristen Simmons Schreibstil Grund genug, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Sie erzeugt, ebenso wie im ersten Band, eine durchgängig sehr düstere und gefährliche Stimmung. Ihre Charaktere müssen viele emotionale Tiefschläge verarbeiten und werden dabei von so gefühlvollen Worten begleitet, dass der Leser nicht selten Tränen in den Augen hat. Die Autorin findet genau die richtigen, ausreichend detaillierten Worte, um die Stimmung, die Emotionen und die Umgebung gleichermaßen treffend zu beschreiben. Besonders die emotionalen Szenen werden noch zusätzlich dadurch unterstützt, dass das gesamte Buch von Ember als Ich-Erzählerin erzählt wird und der Leser somit ihre Gedanken und Gefühle „live“ miterlebt.


Figuren
Die Ereignisse am Ende des ersten Bandes haben Ember verändert. Ihre sorglose Naivität hat sie lange verloren und sie selbst kann es kaum glauben, dass sie sich vor wenigen Monaten noch mit ganz normalen Schul-Klatsch-Geschichten beschäftigt hat. Nach allem, was sie erlebt hat – und im Laufe dieses Buches noch erleben wird – ist sie innerlich gewachsen und stark geworden. Gleichzeitig lässt die Autorin den Leser aber auch sehen, dass diese Stärke mit vielen Wunden einhergeht und ihre Hauptperson immer wieder dicht am Abgrund steht. Gerade diese Momente, in denen Ember kurz davor ist, einfach zu zerbrechen, machen „Gesetz der Rache“ so bewegend und überzeugend. Denn Ember ist eben keine perfekte Superheldin geworden, sondern ein Mensch geblieben. Ein Mensch, für den jeder neue Schlag vielleicht einer zu viel sein wird und der trotzdem weiter kämpft.

Chase hat ebenfalls sehr gelitten im ersten Band und  schon in der Zeit davor. Auch im zweiten Band der Reihe nimmt er eine sehr wichtige Rolle ein und trotzdem hat man das Gefühl, dass er mehr in den Hintergrund rückt, je stärker Ember wird. Immer mehr definiert man ihn über die Gefühle, die Ember für ihn hegt und nur in wenigen – dafür aber umso emotionaleren – Momenten kann man noch einen Blick in sein Innerstes werfen. Auch er ist während des gesamten Buches sehr authentisch und wird dem Leser stetig noch sympathischer, gerade weil er bereit ist, mit Ember bis ans Ende der Welt zu gehen, selbst wenn ihr Weg offensichtlich einer Selbstmordaktion gleicht.

Wie schon im ersten Band spielen nur wenige Nebencharaktere eine tragende Rolle, die Handlung dreht sich weitestgehend um Chase und Ember. Diejenigen, die doch wichtiger werden, können nicht ohne Spoiler beschrieben werden. Deswegen nur so viel: Die Nebencharaktere sind ihren Rollen entsprechend alle sehr gut ausgearbeitet und ganz besonders einer macht eine wichtige Wandlung durch und bleibt dabei stets undurchsichtig und sorgt für einige Spekulationen über den dritten Band.


Aufmachung des Buches
Ebenso wie der erste Band der Reihe erschien auch „Gesetz der Rache“  als Klappbroschur und zeigt ein traurig guckendes Mädchen auf dem Cover. Diesmal handelt es sich um ein scheinbar blondes Mädchen mit stechend blauen Augen und einem Blick, der irgendwo zwischen panisch und verzweifelt liegt. Die Aufmachung passt also sehr gut zum ersten Band und gleichzeitig zur düsteren Grundstimmung der Geschichte. Nur schade, dass es kein Hardcover ist, denn der Buchrücken leidet natürlich unter dem Lesen.


Fazit
„Gesetz der Rache“ bietet 444 Seiten höchste Spannung. Diese wird mit einem herausragend guten Erzähl- und Schreibstil sowie absolut überzeugenden Charakteren kombiniert, so dass Kristen Simmons auch mit ihrem zweiten Band voll und ganz überzeugen kann. Absolut empfehlenswert, ich kann den dritten Band gar nicht erwarten!


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Backlist:
Band 1: Artikel 5

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