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DER LETZTE LEBENDE DRUIDE – VON KELTISCHEN GÖTTERN GEJAGT

Der junge Ire Atticus hat sich mit seinem Wolfshund Oberon im Südwesten der USA niedergelassen. Er betreibt eine Buchhandlung mit okkulten Schriften und verkauft allerlei magischen Krimskrams. An Arizona schätzt er vor allem „die geringe Götterdichte und die fast vollständige Abwesenheit von Feen". Ein verhängnisvoller Irrtum ...

 

Die Hetzjagd 

Originaltitel: The Iron Druid Chronicles I. Hounded
Autor: Kevin Hearne
Übersetzer: Alexander Wagner
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: Februar 2013
ISBN: 978-3-608-93931-6
Seitenzahl: 349 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Atticus O'Sullivan lebt zusammen mit seinem Wolfshund Oberon in Arizona und betreibt einen Bücher- und Kräuterladen. Atticus ist ein über 2.000 Jahre alter Druide, der letzte seiner Art, der im Besitz eines mächtigen magischen Schwertes ist, das seine Feinde seit Jahrhunderten suchen. Doch im Zeitalter des Internets ist diesmal seine neue Identität nach wenigen Jahren aufgeflogen. Erst bekommt er Besuch von der Todesgöttin Morgana, die ihn vor der drohenden Gefahr warnt, und schon kurze Zeit später stehen die ersten Angreifer vor der Tür. Diesmal ist es für eine Flucht zu spät und Atticus gefällt es in Arizona so gut, dass er den gefährlichen Entschluss fasst, alles und jeden zu besiegen, der ihn oder Oberon angreift ...

Ein keltischer Druide, jede Menge Götter und Dämonen, da ist es spannend von Beginn weg. Dazu kommt die wirklich erstklassig ausgearbeitet Figur des Wolfshundes Oberon, der mit Atticus telepathisch verbunden und manchmal einfach zum Schreien komisch ist.


Stil und Sprache
Die Geschichte wird in Ich-Form aus Sicht von Atticus erzählt und da er über 2.000 Jahre alt ist, verfällt er manchmal in eine altertümliche Formulierung, wobei er meistens sofort eine „Übersetzung" nachliefert, die in die heutige Zeit und zu seinem Aussehen als junger Mann passt. So zum Beispiel: „Sturmwolken sind dreifach verflucht", will heißen: „Ey, mir klebt echt das Pech an den Hacken, Mann" (Seite 36). Solche Redensarten und Sprüche äußert Atticus meist nur in seinen Gedanken oder zu seinem Wolfshund Oberon. Sie kommen recht häufig vor und bringen den Leser auch in brenzligen Situationen noch zum Lachen.

Schon in den ersten Seiten des Buches erscheint die erste Welle der Angreifer, wobei es sich jeweils um verschiedene Feen, Hexen und Dämonen handelt. Dazu kommen mehrere Götter oder Göttinnen, denen Atticus nicht traut. Eigentlich müsste das den Leser bei den vielen verschiedenen Gestalten verwirren, ich konnte jedoch erstaunlicherweise immer problemlos folgen und wusste genau, von wem die Rede war. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass die Erklärungen kurz und doch ausführlich genug sind, andererseits sind die Charaktere so differenziert ausgearbeitet, dass sie haften bleiben. Schon früh wird Spannung aufgebaut und es bleibt ein stetiges Auf und Ab, einige Showdowns gipfeln dann auch in die ultimative Schlacht, die äußerst heftig, sprich gruslig und blutig ist. Dazwischen lockern die Gespräche, Sprüche und Witzeleien zwischen Atticus und Oberon das Geschehen auf und dieser Beziehung wird großzügig Raum gegeben, ohne langweilig oder füllend zu wirken. Im Gegenteil, dies macht viel vom Charme dieses Buches aus, obwohl es auch ein fesselnder magischer Thriller ist.


Figuren
Atticus ist eine ausgesprochen vielseitige Figur, die je nach Erfordernis sanft, schmeichelnd, überzeugend, gerissen oder brutal sein kann. Da er es häufig mit Göttern und Göttinnen zu tun bekommt, deren Ego gestreichelt werden müssen, ändert sich auch sein Verhalten ständig. Und um seinen Wolfshund Oberon kümmert er sich wirklich rührend. Er vertraut niemandem und das ist auch gut so. Oberon ist eine ebenso wichtige Figur wie Atticus und sehr überzeugend. Er ist zwar ein Wolfshund, hat aber ein ausgesprochen gutmütiges und verspieltes Gemüt. Seine Sprache ist einfacher, oft muss sich Atticus nach kurzer Zeit wiederholen, weil Oberon vor lauter Begeisterung das Meiste wieder vergessen hat. Oberon sprüht nur so vor Freude und Energie, sodass man den wedelnden Schwanz manchmal fast spüren kann. Er ist aber auch schnell beleidigt und träumt von vielen Pudeldamen, die nur auf ihn warten.

Zahlreiche magische Wesen aus verschiedenen Welten sind vorhanden, einige bekannte wie Werwölfe, Vampire und Hexen, andere sind einzigartig und gruslig. Dazu kommen die Götter, deren Ego und Macht perfekt verkörpert wird. Vor allem bei den Göttinnen weiß man nie genau, woran man ist bzw. welche Ziele sie wirklich verfolgen. Doch auch normale Menschen sind vorhanden. Besonders gut gefallen hat mir da die alte Witwe MacDonagh mit ihrem Hang zum Alkohol. Atticus kümmert sich um ihren Garten und führt lange, für ihn entspannende Gespräche mit ihr.


Aufmachung des Buches
Das gebundene Buch hat ein handliches Format und robuste Seiten. Der Einband zeigt den Druiden Atticus zusammen mit dem magischen Schwert und dem Wolfshund Oberon. Ich finde die beiden perfekt getroffen und sie spiegeln ausgezeichnet die Figuren im Buch wider. Der Himmel scheint zu bluten und dieses Rot zieht sich auch in die Klappen und zur Rückseite des Einbandes hin. Der feste Einband selbst ist in einem dunklen Grau, nur der Rücken ist mit den Angaben des Titels, des Autors und des Verlages versehen. Da in der Geschichte viele irische Namen und Wörter vorkommen, hat der Autor am Ende für diejenigen Leser, die Wert auf Genauigkeit legen, eine einfache Liste mit der korrekten Aussprache eingefügt. Der Hinweis zu dieser Liste befindet sich bereits auf der ersten Vorseite des Buches.


Fazit
Ein ganz spezieller Humor zeichnet dieses Buch aus. Dazu kommt die rasante Handlung, ein äußerst sympathischer Druide mit Hund und vielen spannenden Wendungen, die überzeugen.


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Zusätzliche Information des Rezensenten: Der erste Band „Die Hetzjagd" wurde als Taschenbuch unter dem Titel „Gehetzt" veröffentlicht.

  • Eigentlich mag ich Fantasy gar nicht so gerne. Aber dieses Buch habe ich mit Begeisterung gelesen.
    Atticus ist ein Druide, 2100 Jahre alt, sieht aber aus wie 21. Sein treuester Begleiter ist der Wolfshund Oberon. Atticus hat sich in Arizona niedergelassen und betreibt dort einen okkulten Laden mit Buchhandlung. Oft hilft er seiner alten irischen Nachbarin im Garten und er hat immer einen coolen Spruch drauf.
    Dort in der Einsamkeit glaubt er sich sicher vor dem keltischen Gott Aenghus Óg, dem er einst ein besonderes Schwert stibitzt hat. Leider gefehlt! Es tauchen immer mehr seltsame Gestalten dort auf mit magischen Kräften, gegen die sich Atticus zur Wehr setzen muss, da er nicht mehr fliehen will. Es geht oft recht blutig zu, aber das macht nichts, weil man ja magische Fähigkeiten hat und deshalb alles im Nu wieder heilt. Und Anwälte, die Wehrwölfe sind oder Vampir sind, sind auch recht hilfreich. Witzig ist auch die Kommunikation zwischen Atticus und Oberon, die auch lautlos von statten gehen kann.
    Es ist eine Geschichte voller Kontraste: einerseits die uralte Götterwelt, andererseits die Jetztzeit mit moderner Technik.
    Bis man sich in der Götterweltzurecht gefunden hat, braucht es schon ein Weilchen. Der Schreibstil lässt sich gut lesen. Die Geschichte ist amüsant und kurzweilig. Der nächste Teil ist ein Muss für mich.

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