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Brenna Spector hat eine Gabe: sie kann sich an alles erinnern, jeden Moment ihres Lebens sehen, riechen, hören, schmecken. In ihrem Job als Privatdetektivin ist das ein Segen, für sie persönlich ein Fluch. Ihr neuester Fall: eine vermisste Frau, die im Internet nackt vor einem Paravent posiert hat. Die Ermittlungen erweisen sich als sehr viel komplizierter und gefährlicher, als Brenna je gedacht hätte. Sie gerät in einen Strudel aus Obsessionen, Sex, Schuld und Mord – und muss sich schockierenden Erkenntnissen stellen. Ist die Vermisste etwa Brennas vor Jahren spurlos verschwundene kleine Schwester?

 

Aschebraut 

Originaltitel: Into the Dark
Autor: Alison Gaylin
Übersetzer: Uta Hege
Verlag: Ullstein
Erschienen: 12. April 2013
ISBN: 978-3-548-28379-1
Seitenzahl: 464 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Lula Belle ist Performance-Künstlerin – und sie ist verschwunden. Sie posierte, nur als Schatten sichtbar, und erzählte ihrer großen Fangemeinde im Internet ihre intimsten Geheimnisse. Als Brenna Spector gebeten wird, die vermisste Frau zu finden, traut sie ihren Ohren kaum. Denn die Geschichten, die sie zu hören bekommt, kennt sie nur zu gut, denn sie hat sie selber erlebt, gemeinsam mit ihrer Schwester, die bereits vor Jahren verschwunden ist. Kann es sein, dass die geheimnisvolle Lula Belle und Brennas vermisste Schwester ein und dieselbe Person sind?

Das einzigartige Erinnerungsvermögen der Hauptperson steht sicherlich auch in diesem zweiten Band im Vordergrund. Gleichzeitig wird aber auch eine spannende Geschichte um diese Gabe und die Person Brenna Spector gewoben, die die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen lässt.


Stil und Sprache
Alison Gaylin lässt das Geschehen aus der beobachtenden Perspektive erzählen, ebenso wie im ersten Band. Überhaupt versucht sie, Stil und Sprache insofern anzupassen, dass nicht nur durch Äußerlichkeiten ein gewisser Reihencharakter entsteht. Und das gelingt ihr gut. Man hat sofort das Gefühl von Nähe, nicht nur zu den Personen, sondern zur Geschichte im Allgemeinen. Es liegt eine besondere Ruhe in ihrer Schreibweise, die schwer zu fassen ist, aber dennoch eindeutig präsent. Sie kommt ohne blumige Umschreibungen und ausufernde Erklärungen aus.

Wie bereits im ersten Band gibt es natürlich auch hier zahlreiche Rückblicke, in denen Brenna sich an bestimmte Situationen aus der Vergangenheit erinnert. Diese Einschübe sind kursiv gedruckt, um sie vom Rest der Geschichte deutlich abzuheben. Wenn man den ersten Band bereits kennt, sind diese Sprünge nicht mehr so störend für den Lesefluss, wie sie es noch zu Anfang gewesen sind.

Die Atmosphäre ist schon sehr früh zum Zerreißen gespannt und von Seite zu Seite wird es mehr. Das Tempo des Geschehens wird kontinuierlich angezogen, wodurch die Spannung ebenso immer weiter steigt. Auch vor plötzlichen Wendungen und zahlreichen Überraschungen ist man dieses Mal nicht gefeit. Egal wie sehr man sich darauf konzentriert, Hinweise auf mögliche Finten zu finden, man wird es in nahezu keinem Fall schaffen. Nicht nur durch die Geschichte, sondern auch durch den besonderen Stil der Autorin wird der Leser in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.


Figuren
Für Brenna Spector geht es in „Aschebraut“ um einen sehr persönlichen Fall, auch wenn sie das zunächst noch gar nicht weiß. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass die vermisste Künstlerin ihre vor Jahren verschwundene Schwester ist, oder zumindest jemand, der weiß, was mit ihr geschehen ist. Dadurch verliert Brenna hin und wieder den Fokus des Geschehens, was ihr niemand verübeln kann. Im Gegenteil, sie wirkt dadurch nahbarer, vielleicht auch menschlicher, da ihre Gabe sie ansonsten doch recht perfekt erscheinen lässt. Wieder erfährt man vieles über ihre Person aus den Rückblicken, wodurch das Bild, was man sich im ersten Band machen konnte, noch erweitert wird. Brennas Gefühle springen häufig auf den Leser über, so dass man sehr gut nachempfinden kann, wenn sie beispielsweise nervös oder angespannt ist. Durch diese Nähe fühlt man sich in die Geschichte eingebunden und will natürlich umso mehr wissen wie es ausgeht.

Die weiteren Charaktere werden mehr am Rande beleuchtet, jedoch immer so genau wie möglich, ohne zu ausschweifend zu werden. Das gelingt gut, so dass sich ein recht genaues Gesamtbild ergibt und man zumindest von jeder Figur einen Eindruck erhält.


Aufmachung des Buches
Den Hintergrund dieses Taschenbuchs dominiert die Farbe blau. Als einziges Element, neben Autorenname und Titel, ist eine Engelstrompete zu sehen, die einen farblichen Akzent liefert. Damit passt es sehr gut zum Vorgängerband und zeigt, dass es sich hier um eine Reihe handelt. Da das Titelbild alles andere als überladen ist, zieht es den Blick des Betrachters sofort an und macht neugierig auf den Inhalt.


Fazit
Nach „Dornröschenschlaf“ schafft Alison Gaylin mit „Aschebraut“ einen absolut würdigen zweiten Band rund um die Privatdetektivin mit der besonderen Gabe. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und einiges zum Nachdenken zurück lässt.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Backlist:
Band 1: Dornröschenschlaf

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