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Niemand weiß, warum einige Mädchen die GABE besitzen. Natürlich gibt es Theorien. Dass sie vererbt wird. Oder dass kluge, aufgeschlossene MÄDCHEN zu jeder Zeit das WEBMUSTER DES LEBENS in der Welt um sich herum sehen können. Man sagt sogar, dass es ein Geschenk sei, das nur denen zuteil wird, die REINEN HERZENS sind. Aber ich weiß es besser. Es ist ein FLUCH.

Gesegnet oder verdammt - wer in den Konvent der heiligen Webjungfern berufen wird, hat keine Wahl. Und doch gibt es eine, die sich widersetzt. Eine, die kämpft. Für ihre Familie, ihre Freiheit, ihre Liebe …

 

Cocoon 

Originaltitel: Crewel
Autor: Genifer Albin
Übersetzer: Jakob Schmidt
Verlag: Egmont INK
Erschienen: 11.10.2012
ISBN: 978-3863960285
Seitenzahl: 360 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Adelice ist eine Webjungfer – das heißt, sie besitzt das Talent, das Gewebe des Lebens zu flechten. Damit gehört sie eigentlich in den Konvent. Doch trotz der Propaganda glaubt Adelice nicht, dass das Leben als Webjungfer das ist, was behauptet wird: ein Leben in Luxus. Ihrem Schicksal kann sie jedoch nicht entkommen, obwohl Ad gemäß der Anordnung ihrer Eltern versucht, ihr Talent zu verbergen. Man findet sie und sie hat keine andere Wahl als zu tun, was von ihr verlangt wird. Bald erfährt Ad, wie sehr das Leben um sie herum und ihre Welt aus Lügen bestehen. Kann sie den politischen Machenschaften entfliehen? Oder bleibt sie eine Gefangene ihrer eigenen Fähigkeiten?

Eine tolle Idee, die sehr gut umgesetzt wurde. „Cocoon“ besitzt einerseits die typischen Elemente einer Dystopie, doch zugleich erstaunt die Autorin mit originellen Einfällen, die dem Leser so noch nicht begegnet sind.


Stil und Sprache
Das Buch ist in der ersten Person im Präsens geschrieben. Der Einstieg fällt zunächst ein bisschen schwer, weil die Welt, in der die Geschichte angesiedelt ist, sehr fremdartig erscheint. Durch die wenigen Erklärungen ist es anfangs nicht einfach sich die Welt vorzustellen, doch im Laufe des Buches bessert sich dies. Dass manche Mädchen die Fäden der Welt um sie herum sehen können und mithilfe eines Webstuhls verändern und reparieren können, finde ich wunderbar. Dies ist kein Thema, das oft in Büchern aufgegriffen wird, sodass sich „Cocoon“ von anderen Dystopien abhebt. Vor allem die Konsequenzen davon – dass die Menschen nun „transferieren“, also reisen können, indem die Webjungfern sie an eine andere Stelle hinweben – waren sehr spannend und wecken das Interesse des Lesers.

Der Stil der Autorin ist flüssig und locker. Das Buch reißt den Leser mit, vor allem aufgrund seines rasanten Einstiegs. Für kurze Zeit flacht die Spannung wieder ab, als Adelice vor einer schweren Entscheidung steht und man als Leser nicht das Gefühl hat, als gäbe es eine Lösung. Das Ende ist jedoch gelungen, da die Autorin hier eine überraschende Wendung eingebaut hat. Es ist zwar kein Cliffhanger, allerdings auch nicht wirklich in sich abgeschlossen. Wann der zweite Teil erscheinen soll, ist noch nicht absehbar.


Figuren
Die Liebe kommt in „Cocoon“ auch nicht zu kurz. Es entwickelt sich eine Art Dreiecksbeziehung zwischen Jost, Adelice und Erik, doch es ist schnell klar, für wen Adelice sich entscheiden wird.

Jost ist der Chefbutler, der dem System genauso wenig treu ergeben ist, wie Adelice. Erik ist Beamter und Assistent einer hochrangigen Webjungfer im Konvent. Er ist nicht so einfach zu durchschauen, doch er kümmert sich um Ad. Adelice ist stur und versucht sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie ist ganz auf sich allein gestellt, doch Jost und Erik bieten ihr beide auf ihre eigene Art und Weise Unterstützung.

Trotz der Tatsache, dass es keine Perspektivwechsel gibt und der Leser daher nur Einsicht in Adelices Gedanken und Gefühle hat, sind auch die Jost und Erik sehr dreidimensional. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Motive nachvollziehen. Dasselbe gilt für die Nebenfiguren. Sie sind mit Tiefe versehen, so dass sie nicht den Eindruck bloßer Requisiten machen.


Aufmachung des Buches
Bei dem Buch handelt es sich um ein Hardcover. Zu sehen ist eine junge blonde Frau, die von goldenen Lichtfäden umgeben ist. Diese könnten das Gewebe darstellen, das im Buch erwähnt wird. Das gesamte Cover scheint zu leuchten und die goldene Farbe des Titels ist gut gewählt. Da Adelice in dem Buch jedoch als rothaarig beschrieben wird, passt die junge Frau nicht ganz zum Buch. Ansonsten ist es aber insgesamt ein gelungenes Cover.


Fazit
Eine gelungene Dystopie, die inhaltlich gesehen etwas Neues bietet. Der Einstieg mag nicht einfach sein, doch nach den ersten paar Kapiteln bessert sich dies. Somit ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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