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Dies ist der Plan: Ein Jahr lang werde ich jeden Monat eine andere Art testen, den Mann meines Lebens kennen zu lernen - gut, vielleicht nicht den Mann meines Lebens, sondern den Mann für den nächsten Lebensabschnitt, das wäre ja mal ein Anfang! Juli hat keine Lust mehr auf Alleinsein. Und eigentlich kann sie die vielen Tipps zur Partnersuche nicht mehr hören. In diesem Jahr soll, ja, muss es endlich klappen. Es kann doch nicht alles falsch sein, was einem Freundinnen, Eltern, Frauenzeitschriften und Psychologen raten. Juli macht ein Experiment: Monat für Monat wird sie mit einer anderen Strategie vorgehen, um endlich Mr. Perfect zu treffen. Ihre Erfahrungen, die allesamt wahr und wirklich erlebt sind, dokumentiert die Bloggerin im Internet - von der Liebe im Büro, übers verkuppelt werden, Speeddaten, Sport, Computerliebe, die Single-Party, das Flirten mit Hund bis hin zur Wiederbelebung des Exfreundes. Juli hat alles ausprobiert - und vielleicht am Ende sogar die Liebe gefunden.

 

Zwoelf Monate siebzehn Kerle 

Autor: Juli Rautenberg
Verlag: Eichborn
Erschienen:  September 2011
ISBN: 978-3821866048
Seitenzahl: 208 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Juli hat genug davon, auf der Seite der Singles zu stehen. Ewig allein zu sein, macht ihr keinen Spaß und nach einer langen Durststrecke beschließt sie schließlich aktiv etwas zu unternehmen. Zwölf Monate lang wird sie mit monatlich wechselnden Mottos die große Liebe suchen und dabei hoffentlich zumindest den nächsten Lebensabschnittsgefährten finden. Dabei trifft sie so viele neue Männer, dass sie den Richtigen dann beinahe übersieht ...

Juli Rautenberg erzählt mit „12 Monate, 17 Kerle und ein Happy End“ keine erfundene Geschichte, sondern präsentiert die Buchform ihres Blogs. Auf diesem hat sie ihre Suche nach dem Traummann tatsächlich ein Jahr lang dokumentiert, womit das Buch eigentlich ein privates Tagebuch ist. Die kurzen Blogeinträge garantieren ein abwechslungsreiches Lesen und einen starken Fokus auf die tatsächliche Suche, Nebengeschichten gibt es keine.


Stil und Sprache
Juli schildert die Handlung durchgängig aus ihrer eigenen Sicht in der ersten Person. Das ermöglicht dem Leser einen sehr persönlichen Einblick in ihre Gedankenwelt und eine ausgesprochen emotionale Sichtweise auf die Handlung. Diese ist es auch, die das Buch von Beginn an interessant macht, Spannung kommt erst erheblich später auf. In den ersten Kapiteln sind es noch lustige Versuche der Kontaktaufnahme und keine zusammenhängende Entwicklung. Dass es trotzdem nicht langweilig wird, erreicht Juli Rautenberg durch ihren ironischen und extrem witzigen Schreibstil. Sie beschreibt nicht einfach die Geschehnisse, sondern kommentiert alles auf eine so sympathische Art, dass die Handlung selbst beinahe schon nebensächlich wird. Sei es der scheiternde Versuch einen Praktikanten zu finden oder die Erkenntnis, dass ein wenig mehr Sport ganz gut wäre - alles wird auf die gleiche ehrliche Art analysiert und nicht selten durch viel Ironie schreiend komisch. Durch die kurze Blogpost-Form bleibt das Geschehen abwechslungsreich und es gab im gesamten Buch kaum eine langatmige Phase. Ab der Hälfe, nach dem Auftreten des männlichen Hauptdarstellers, entwickelt sich dann auch ein roter Faden und die Handlung strebt zu einem spannenden Finale.


Figuren
Das Buch dreht sich vollständig um Juli. Nebencharaktere sind lediglich die sich abwechselnden Männer und ein paar beste Freundinnen, die allerdings am Rand bleiben und bis auf wenige Nebensätze nicht weiter beschrieben werden. Lediglich die zwei entscheidenden Männer kurz vorm Finale werden etwas ausführlicher, durch Julis Sicht aber sehr voreingenommen und einseitig, charakterisiert. Zum Glück hat Juli selbst eine so abwechslungsreiche Gedankenwelt, dass es nur mit ihr alleine nicht langweilig wird. Ihre Kontaktaufnahmen mit der Männerwelt sind so witzig und emotional geschrieben, dass man Juli einfach sympathisch finden muss, und viele Single-Frauen werden sicher einige ihrer eigenen Probleme und Eigenheiten in ihr wiederfinden. Julis Handlungen bleiben über das gesamte Buch stets authentisch und menschlich. Einiges wirkt sicher nicht mehr ganz so sympathisch, aber gerade diese Szenen machen einen Reiz des Buches aus, denn sie zeigen, dass Juli ein realer Charakter ist und damit eben kein perfekter Mensch. Am Ende wünscht man ihr trotz der Fehler ein Happy End und nimmt für das eigene Leben so einige Erkenntnisse mit. Da in jeder von uns ein kleines bisschen Juli steckt, kann man viel von ihrer Reise und besonders ihren Fehlern lernen.


Aufmachung des Buches
„12 Monate, 17 Kerle und ein Happy End“ ist als Taschenbuch mit einem ungewönlich rauen Einband erschienen, der ein bisschen an ökologisches, mattes Papier erinnert. Das Cover ziert eine Zeichnung von Juli, die ein Schild mit dem Titel des Buches hält. Im Inneren sind die Kapitel nach den Monaten und ihren jeweiligen Mottos eingeteilt. Die Überschriften sind schräg gesetzt und umrahmt. Innerhalb der Kapitel finden wir dann die einzelnen Blogposts, jeweils mit einer Überschrift und dem Datum samt Uhrzeit versehen. Alles in allem eine schlichte, aber sehr passende Aufmachung.


Fazit
Juli Rautenberg ist mit der Schilderung ihrer eigenen Geschichte ein sehr unterhaltsames Buch gelungen. Ihr ein Jahr lang bei der Suche nach dem Traummann über die Schulter zu gucken, sorgt für beste Leseunterhaltung und sehr viel Spaß. Für alle, die romantische Geschichten mögen und über Ironie lachen können, ist „12 Monate, 17 Kerle und ein Happy End“ auf jeden Fall ein äußerst empfehlenswertes Buch.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Der Blog, auf dem das Buch beruht: Das Single-Experiment

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