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Niemand ahnt, dass die effiziente Berliner Wachschutzfirma Nacht-Patrouille von Vampiren geleitet wird. Ihre Aufträge führen sie in Luxushotels, Fabriken und Clubs. Doch in den Straßen Berlins, zwischen Alt- und Plattenbauten, in herrschaftlichen Villen und zwielichtigen Bars, gehen sie ihrer wahren Bestimmung nach – der Jagd nach Dämonen.
Als Anführer der Gemeinschaft der Vampire glaubt Julian, sich keine Schwäche leisten zu können. Doch er weiß, sein größter Feind ist er selbst. Zerrissen zwischen Pflichtgefühl und seiner düsteren, zügellosen Seite, beginnt er, mehr und mehr an sich zu zweifeln.
Nachdem einer seiner Männer in der Psychiatrie gelandet ist, trifft Julian bei dessen Rettung die energische Psychologin Ellen, die sich zunächst weder von seiner Attraktivität noch seiner Arroganz beeindrucken lässt.
Als eine Serie von Entführungen und Morden die Stadt erschüttert, gerät Ellen zwischen die Fronten.

 

Novembermond 

Autor: Linda K. Heyden
Verlag: Sieben Verlag
Erschienen: November 2012
ISBN: 978-3-864430-91-6
Seitenzahl: 232 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Der ausführliche Klappentest gibt die Grundidee des Buches sehr gut wieder. Mitten in Berlin gibt es Vampire, sie agieren unter dem Deckmantel der Wachschutzfirma Nacht-Patrouille. Ihr Anführer ist Julian. Und als solcher darf er keine Schwäche zulassen. Doch da trifft der auf Ellen, die irgendwie sein Herz berührt. Aber für einen Menschen könnte es zur Gefahr werden, sich mit einem Vampir einzulassen. Zumal gerade die so genannten „Alexander-Platz-Morde" für Aufsehen sorgen und alte Feinde Julian das Leben nicht einfach machen.

Sicher keine neue Idee, Vampire und Menschen, alte Feindseligkeiten, die Umsetzung ist dafür aber umso ansprechender und sehr spannend geworden!


Stil und Sprache
Das Besondere an dem Buch ist nicht nur, dass (mindestens) drei verschiedene Perspektiven zu erkennen sind, sondern auch dass es einmal die erste Person ist, in der erzählt wird, und dann wieder die dritte Person. Die meisten Abschnitte sind aus Sicht von Ellen (in erster Person) und Julien (dritter Person) verfasst. Daneben finden sich Passagen aus einer eher neutralen Erzählerperspektive. Der Handlungsverlauf ist nahezu linear, mit wenigen Ausnahmen, in denen es Rückblicke in die Vergangenheit gibt. Spannung wird von anfang an langsam und kontinuierlich aufbaut, wenn Christian zwar behauptet, dass es Vampire und Dämonen gibt, ihm aber keiner - Ellen im Besonderen - glaubt. Neben der primären Geschichte, die sich um das Kennenlernen der beiden Protagnisten und die Beziehung zueinander dreht, gibt es auch eine Art Nebenhandlung mit Christian und Richard. Gerade die Tatsache, dass Julian immer wieder zögert und sich wehrt, sich auf Ellen einzulassen, strapaziert die Nerven des Lesers bis ins Unermessliche. Dabei nimmt man intensiv teil an der Gefühls- und Gedankenwelt der beiden, die sehr überzeugend dargestellt wird. Gegen Ende hin gibt es einige Überraschungen, die sogar noch Raum für eine Weiterführung des Buches offen lassen.


Figuren
Der Roman besticht vor allem durch seine Figuren. Ellen Langner ist Psychologin und arbeitet in einem Berliner Krankenhaus. Seit der Trennung von ihrem Ex Thomas, der im selben Krankenhaus als Neurologe arbeitet, hatte sie keine Beziehung mehr. Sie schiebt vor, keine Zeit dafür zu haben, aber insgeheim wünscht sie sich jemanden an ihrer Seite. Auf Julian trifft sie das erste Mal direkt in der Firma und später dann im Krankenhaus. Obwohl sie es nicht zugeben will, fühlt sie sich von ihm angezogen.
Julian ist als Kopf der Vampirgemeinschaft sehr darauf bedacht, sich keinerlei Schwächen zu erlauben. Dazu gehört auch, sich nicht auf eine Menschenfrau einzulassen. Dennoch geht Ellen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Es knistert stark zwischen beiden. Sie scheinen sich beide ineinander verliebt zu haben. Doch plötzlich blockt Julian ab, hält Ellen auf Distanz. Was ist da nur los? Gibt es doch kein Happy End für die beiden?

Sowohl Ellen als auch Julian sind als zentrale Figuren des Buches sehr gut und absolut glaubwürdig dargestellt. Aber auch Nebenfiguren wie Christian, einem menschlichen Vertrauten der Vampirgesellschaft, oder Richard, ein Vampir, den Julian gewandelt hat und in den Christian verliebt ist, finden ihren Platz. Besonders gelungen fand ich die Passage, in der von Richards Verwandlung zum Vampir erzählt wird, ebenso wie die sehr emotionale Darstellung der Zerrissenheit von Julians und Ellens Gefühlen. Hierdurch kann man ihrer beider Denken und Handeln sehr gut nachempfinden.


Aufmachung des Buches
Die Aufmachung des Sieben-Verlages als größerformatiges Taschenbuch ist bekannt. Es liegt gut in der Hand und ist stabil verarbeitet. Das betont schwarz-weiß gehaltene Cover ziert am rechten Rand einen Bildausschnitt einer nachdenklich wirkenden Frau mit geschlossenen Augen und pink geschminkten Lippen, das gleiche Pink, in dem auch der Schriftzug mit dem Autorennamen gehalten ist. Man blickt auf einen weiten Gang eines alten Gebäudes, vermutlich in der Vampirzentrale. Das gesamte Cover ist außerdem mit zahlreichen, kunstvollen Ornamenten verziert, was das Buch insgesamt trotz wenig Farben zum Eye-Catcher macht.


Fazit
Eine wahnsinnig emotional geladene Geschichte, die vor allem durch ihre Figuren besticht. Dass dabei Vampire vorkommen, ist schon fast Nebensache. Ansprechender könnte man von der Welt der Unsterblichen mitten in Berlin nicht schreiben. Und Raum für eube Fortsetzung ist ja auch noch da!


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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