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DIE AUGEN DES BÖSEN

Ein Mann, der zehn Jahre lang auf den Tag der Rache gewartet hat. Eine Frau, die endlich vergessen will. Ein Club, der junge Frauen tötet. Der Albtraum hat begonnen.

 

Argus 

Originaltitel: The Cutting Room
Autor: Jiliane Hoffman
Übersetzer: Sophie Zeitz und Tanja Handels
Verlag: Wunderlich
Erschienen: 10/2012
ISBN: 978-3805208932
Seitenzahl: 496 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Es ist nicht so ganz einfach, die Handlung dieses Thrillers zu beschreiben. Das hängt vor allem damit zusammen, dass sie an zwei Bücher anknüpft, die schon vor etlichen Jahren erschienen sind, nämlich Cupido (2004) und Morpheus (2005) und in denen teilweise die gleichen Personen auftreten. Alles beginnt dieses Mal fast in Echtzeit – also der Abstand zur Geschichte von Cupido – denn dieser sitzt seit 10 Jahren in der Todeszelle, als plötzlich sein Name wieder ins Spiel kommt. Eine junge Frau wird umgebracht und dahinter soll ein exklusiver Club von Männern stecken, die sich damit vergnügen, zuzusehen, wenn eine Frau vor laufender Kamera vergewaltigt, gequält und ermordet wird. Nur einer kennt die Namen der Beteiligten: William Bantling, der vor zehn Jahren als Cupido gemordet hat. Bantling will aber nur aussagen, wenn er einen Deal bekommt, und so lässt sich die ehrgeizige Staatsanwältin darauf ein. Bantling verfolgt jedoch ein ganz anderes Ziel: Er will die Staatsanwältin wiederfinden, die damals für seine Verurteilung gesorgt hat. Zwei spannende Handlungsstränge also, die ausgesprochen geschickt miteinander verknüpft sind, allerdings sollte man als Leser zumindest eine der beiden Vorgeschichten halbwegs memorieren können, sonst wird es schwierig.


Stil und Sprache
Jiliane Hoffman versteht es, ihre Leser geschickt direkt in die Handlung zu ziehen, bereits mit dem – zugegebenermaßen sehr brutalen – Prolog baut sie eine unterschwellig bedrohliche, grausame Atmosphäre auf, die einen nur schwer wieder loslässt. Dabei geht sie ausgesprochen subtil vor, deutet Grausamkeiten eher an als sie tatsächlich zu beschreiben, dennoch weiß man als Leser genau, was gerade passiert und will sich einige Dinge lieber gar nicht vorstellen.

Spannung wird besonders durch immer wieder wechselnde Perspektiven aufgebaut, mal erzählt die Staatsanwältin Daria DeBiancchi, dann Ermittler Manny Alvarez, dann Cupido oder auch sein damaliges Opfer C.J. Townsend. So weiß der Leser manchmal mehr als die Beteiligten, kann aber eben auch die Ereignisse besser einordnen. Und wenn Cupido in seiner Zelle liegt und eine Zeichnung seines Opfers betrachtet, so ist das so authentisch beschrieben, dass einem schnell ein Schauder den Rücken herunter läuft. Auch insgesamt ist Jiliane Hoffman nicht gerade zimperlich, sie schreckt nicht davor zurück, Protagonisten sterben zu lassen oder einfach den ein oder anderen Handlungsstrang nicht zu Ende zu führen. So ergibt sich nach ausgesprochen spannenden fast 500 Seiten gar kein richtig „abgeschlossener“ Fall, sondern eher eine Art Zwischenbilanz, bevor es in einer hoffentlich bald erscheinenden Fortsetzung weitergeht. Das ist sogar weniger störend als ich erwartet hätte, normalerweise ärgert mich so etwas, hier passt es aber gut ins Gesamtbild.


Figuren
Nun ja, die Figuren sind schon etwas stereotyp, die ehrgeizige Staatsanwältin (Daria DeBiancchi), die alles tut, um ihre Karriere zu pushen, der abgeklärte Ermittler (Manny Alvarez), dessen Leben aus Arbeit und Bier vor dem Fernseher besteht, solche Protagonisten hat man irgendwie schon öfter gesehen. Nichtsdestotrotz wirken sie nicht unsympathisch und reichen für diese Art Thriller völlig aus, um die Handlung zu tragen. Fast angenehm facettenreich kommt dagegen Cupido herüber, da wird sogar angedeutet, dass er möglicherweise nicht der Serienmörder ist, für den ihn alle halten, auch ist er nicht völlig durchgedreht und quasi durch eine unglückliche Kindheit verdorben, sondern schlicht und einfach ein grausamer, bösartiger, aber auch sehr intelligenter Mensch. Brrr, dieser Typ lässt einen wirklich gruseln … Alle anderen Beteiligten bekommen nur so viel Aufmerksamkeit, wie sie für ihren jeweiligen Auftritt benötigen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Aufmachung des Buches
Das gebundene Buch ist optisch den beiden „passenden“ Büchern angeglichen und zeigt ein dunkelgrünes Blatt, an dessen dunkelrot hinterlegtem Loch eine Libelle nagt. Eher unterschwellig liegt hier eine Verbindung zum Inhalt des Buches vor, dennoch gefällt mir das Cover sehr gut. Innen ist das Buch in drei Teile unterteilt und besteht aus insgesamt 65 teilweise nur wenige Seiten langen Kapiteln.


Fazit
Nichts für zarte Gemüter ist Jiliane Hoffmans neuester Thriller, dafür aber durchweg spannend, mit unerwarteten Wendungen und einem geschickt konstruierten Plot, der förmlich nach einer Fortsetzung schreit.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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