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Wildbienen sind eine vielfältige und faszinierende Insektengruppe. Dieses reich bebilderte Buch bietet einen Einstieg in die Bienenkunde: Alle 40 mitteleuropäischen Großgattungen und rund 170 Arten werden ausführlich in Wort und Bild vorgestellt. Der umfassende Einleitungsteil informiert über Biologie und Ökologie der Bienen, über Gefährdung und Schutzmaßnahmen, über Beobachtungs- und Untersuchungsmethoden und wird durch einen Gattungs-Bestimmungsschlüssel abgerundet. «Bienen Mitteleuropas» ist Feldführer und Nachschlagewerk zugleich. Mit außergewöhnlichen Bildern und verständlichen Texten weckt und fördert dieses Buch das Interesse für diese faszinierende Insektengruppe, zeigt deren Bedeutung auf und regt zu eigenen Beobachtungen an.

 

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Autor: Felix Amiet, Albert Krebs
Verlag: Haupt Verlag
Erschienen: 18. April 2012
ISBN: 978-3258077130
Seitenzahl: 424 Seiten

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Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe

Gleich zu Beginn dieses umfangreichen Buches umreißen die Autoren die Zielgruppe: interessierte Laien, Naturfreunde, Studierende der Biologie, sowie BiologInnen. Damit wollen sie ein breites Spektrum an Lesern ansprechen und das kann in die sprichwörtliche Hose gehen. Tut es aber nicht, denn den Autoren gelingt tatsächlich dieser Spagat und man spürt sehr deutlich ihr Bemühen, auch für Laien verständlich zu schreiben, die Fachleute aber nicht zu langweilen. Fachbegriffe werden zunächst im Text erläutert und später bei Bedarf per Seitenangabe in Klammern wieder auf die Erklärung verwiesen, so ersparen sich die Autoren ein Glossar. Ob das nun eine Erleichterung beim Lesen darstellt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Auf ungefähr 70 der 410 Seiten stellen sie uns die Bienen vor und zwar zunächst einmal, was sie alle gemeinsam haben: Körperbau, Sinnesorgane, die verschiedenen Lebenszyklen (mit Paarung und Nestbau), sowie das unterschiedliche Sozialverhalten und eventuelle Brutparasiten. Schließlich gehen sie auch noch kurz darauf ein, wie man sie und ihre Lebensräume schützen kann. Abgeschlossen wird dieser Teil mit einer systematischen Übersicht über die Gattungen und einem detailliert ausgeführten Bestimmungsschlüssel. Danach folgen auf den verbleibenden Seiten die Gattungs- und Artenporträts. Letztere sind immer nach dem gleichen Schema aufgebaut - zuerst eine allgemeine Beschreibung der Gattung, dann die Portraits der Arten. Diese gleichen sich auch wieder im Aufbau: links steht der lateinische Name, in Klammern dabei der Erstentdecker dieser Art, abgetrennt durch eine vertikale rote Linie, dann weitere Informationen. In einem Kasten erfährt der Leser etwas zur Flugzeit und ob die Biene selten oder häufig vorkommt - wobei sich die Autoren auf deren Verbreitung in Deutschland, der Schweiz und Österreich beschränken. Darunter werden unter den Überschriften Kennzeichen, Vorkommen und Biologische Angaben noch weitere Hinweise zur jeweiligen Art gegeben: zum Aussehen, zum Vorkommen (ob sie z.B. über der Baumgrenze zu finden sind), zu den Nistplätzen, welche Blüten sie gegebenenfalls bevorzugen und von welchen Brutparasiten sie ggf. befallen werden. Jedem Portrait ist ein Foto der beschrieben Art beigestellt. Dies sind sehr gute Nahaufnahmen, die die Wildbienen z.B. beim Blütenbesuch, dem Nestbau oder bei der Paarung zeigen, und manche haben mich fasziniert; das Foto eines schlafenden Schienenbienenmännchens (Seite 316) ist fast schon Kunst.

Der Stil der Autoren unterscheidet sich beim allgemeinen Teil und bei den Porträts. Während erster sich gut und flüssig lesen lässt, besteht letzterer hauptsächlich aus Hauptsätzen und stichwortartigen Sätzen. Das macht ja auch Sinn, denn man möchte eine Biene schnell zuordnen können. Man darf aber nicht glauben, dass man alle Bienen "im Feld" bestimmen könnte, von einigen Gattungen/ Arten abgesehen, gelingt dies eher nicht. Hier wendet sich dann der Bienenführer an die Fachleute, die Individuen der Natur entnehmen und töten dürfen. Können dann Laien das Buch überhaupt mit Gewinn lesen? Klare Antwort: Ja! Man erfährt enorm viel über diese große Insektengruppe und begreift sehr gut, wie in der Natur alles ineinander greift und dass wir Menschen oft da mit unserem Ordnungsdrang eingreifen, wo wir besser die Finger davon lassen würden.


Aufmachung des Buches
Die Broschur zeigt auf ihrem Cover direkt, worum es in diesem Buch geht – im oberen Bereich eine Pelzbiene beim Blütenbesuch, darunter eine artenreiche Wiese. Mit dem Titel wird das Cover in zwei Hälften geteilt. Fadenheftung und stabiles Papier garantieren, dass das Nachschlagewerk auch lange hält. Weniger gefallen hat mir das daraus resultierende Gewicht. Also ich möchte es nicht bei einer Wanderung mit mir rumschleppen. Trotzdem meine ich, geht die Haltbarkeit vor, und das Gewicht muss man halt in Kauf nehmen.

Im Anhang findet man neben den Bildnachweisen noch zahlreiche Literaturhinweise, sowie ein Stichwortregister. Hier allerdings hat man die Laien und Naturfreunde übersehen, denn wer merkt sich schon alle lateinischen Namen. Es wäre hilfreich gewesen, zum schnelleren Auffinden wenigstens die deutschen Gattungsnamen zu nennen, aber man kann leider nicht alles haben.


Fazit
Neben Fachleuten werden hier alle ausführlich bedient, die ihr Wissen über Bienen (Honig- und Wildbienen) vertiefen wollen.


5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Im Vorwort schreiben die Autoren, dass sich das vorliegende Buch "weitgehend auf den Text und die Fotos von Bienen. Mitteleuropäische Gattungen,Lebensweise, Beobachtungen des Naturbuchverlags von 1997" stützt, ergänzt um neue Erkenntnisse.

Wer Wildbienen schützen und ihnen sowohl Nahrungsangebote machen, als auch Nistplätze anbieten möchte, den verweisen die Autoren auf "Wildbienen: Die anderen Bienen" von Paul Westrich

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