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Aus einem Labor für Gentechnologie entläuft ein Hund. Der Eigenbrötler Travis Cornell nimmt den streunenden Golden Retriever bei sich auf. Aber schon bald müssen die beiden feststellen, dass sich nicht nur rivalisierende Geheimdienste, sondern auch ein mysteriöses Wesen an ihre Fersen geheftet haben.

 

  Autor: Dean Koontz
Verlag: Ullstein Tb
Erschienen: 11/2001 (Erstausgabe: 1988)
ISBN: 978-3-548-25339-8
Seitenzahl: 663 Seiten 


Die Grundidee der Handlung
In dem Buch „Brandzeichen“ geht es in erster Linie um den Golden Retriever „Einstein“ und den sogenannten „Outsider“. Beide sind mittels Gentechnologie veränderte Wesen: Der Golden Retriever ist optisch ein normaler Hund, jedoch ein Vielfaches intelligenter, als es Hunde normalerweise sind und er besitzt eine menschliche Auffassungsgabe.
Der Outsider ist eine neu kreierte, abscheuliche Schöpfung, die geschaffen wurde, um zu töten. Er richtet seine ganze Wut gegen den Golden Retriever und wünscht sich nichts mehr, als dessen Tot.
Beide schaffen es, aus dem Labor, in dem sie „erzeugt“ wurden, auszubrechen. Der Hund findet seinen Freund und Helfer in Travis Cornell, der ihn bei sich aufnimmt. Der Outsider spürt die Fährte des Hundes auf und verfolgt ihn, wobei er eine Blutspur hinter sich herzieht.

Dean Koontz hat die Idee gentechnisch veränderter Wesen sehr gut umgesetzt. Wenn man bedenkt, dass die ersten Klon-Versuche Anfang der achtziger Jahre durchgeführt wurden und dieses Buch 1988 erschienen ist, ist die Ausführlichkeit, mit der Koontz die Folgen von Gentechnologie beschreibt, faszinierend. Er hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen, und dabei an Details, die das Ganze nachvollziehbar machen, nicht gespart.


Stil und Sprache
Das Buch beginnt mit einem recht langen, seichten Einstieg, bei dem nur kurzfristig Spannung aufkommt. Es wird zunächst viel erklärt, was stellenweise etwas langatmig und ermüdend ist. Doch mit der Zeit wird die Geschichte immer spannender, bis man das Buch schließlich nicht mehr aus der Hand legen mag.
Der Roman ist in zwei Abschnitte aufgeteilt, die sich wiederum in Kapitel mit mehreren Unterkapiteln gliedern. Dabei variiert die Länge der (Unter-)Kapitel enorm. Zudem enden die Unterkapitel oft an sehr spannenden Stellen, sodass man gar nicht anders kann, als weiter zu lesen.
Durch die vier verschiedenen Handlungsstränge – die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben - erfährt der Leser nicht sofort, wie es mit dem einen Handlungsstrang weitergeht, da Koontz meist zum Nächsten übergeht. Auf diese Weise hält er die Spannung aufrecht, auch wenn in dem aktuellen Unterkapitel nichts Aufregendes passiert.
Während die Handlungsstränge verschmelzen, fügt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen.

Spannende und ruhige Szenen wechseln sich ab, was dem Leser die Möglichkeit zum Durchatmen gibt. Dean Koontz spart auch nicht an humorvollen Passagen, die einem beim Lesen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Zudem wird der Leser in die Geschichte emotional einbezogen; er freut sich mit den Figuren und leidet mit ihnen.

Leider neigt der Autor immer wieder dazu, zu ausschweifend zu werden. Als Leser möchte man einfach einige Seiten überspringen, um zur eigentlichen Handlung zurück zu kehren. Es hätte dem Buch sicher nicht geschadet, es um einige Seiten zu kürzen und die Handlung dadurch zu straffen.


Figuren
Dean Koontz stellt dem Leser die Figuren nach und nach vor, ohne diesen mit Fakten zu überhäufen. Jede Figur hat ihre eigene Stimme, was den Roman authentisch und lesenswert macht. Zudem verfügen die Figuren über eine Vergangenheit, sind fähig zu Gefühlen und ihre Motive zu jeder Zeit nachvollziehbar.

Selbst der hochintelligente Hund wirkt zu keiner Zeit unglaubwürdig oder an den Haaren herbeigezogen, da der Autor detailreich erklärt, wie es zu dieser genetischen Veränderung kam.
Der „Outsider“ ist eine Figur, die vor allem abstoßend wirkt. Doch durch bestimmte Eigenschaften schafft Koontz es, dem Leser Mitleid für diese Kreatur abzuringen und in Frage zu stellen, ob dieses Wesen tatsächlich der Antagonist der Geschichte ist.


Aufmachung des Buches
„Brandzeichen“ ist als Taschenbuch mit 663 Seiten erschienen. Auf dem dunklen Cover ist groß ein flammender Abdruck einer Hundepfote zu sehen, der gut zum Titel passt. Allerdings ist es mir schleierhaft, warum dieses Buch „Brandzeichen“ heißt. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet „Watchers“, welcher den Inhalt des Buches viel treffender wiedergibt.


Fazit
„Brandzeichen“ ist ein spannendes Buch, das sich zu Lesen lohnt, auch wenn an manchen Stellen die Beschreibungen zu ausführlich sind.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch ist nicht mehr erhältlich!

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