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Eigentlich wollte der amerikanische Geheimagent Cotton Malone sein Leben voller Lügen, Adrenalin und Gewalt für immer hinter sich lassen. Doch dann wird eine ehemalige Kollegin beim CIA Opfer eines mysteriösen Raubüberfalls. Und so muss Cotton einmal mehr auf seine Fähigkeiten zurückgreifen – im Kampf gegen die finsteren Pläne einer uralten Bruderschaft…

 

  Autor: Steve Berry
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 01/2008
ISBN: 978-3442367818
Seitenzahl: 605 Seiten 


Die Grundidee der Handlung
Der ehemalige CIA-Agent Cotton Malone hat sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen. Er führt ein beschauliches Leben als Antiquar in Kopenhagen. Als ihm seine ehemalige Vorgesetzte Stephanie Nelle einen Besuch abstattet, erkennt der erfahrene Spion schnell, dass etwas nicht stimmt. Mrs. Nelle wird verfolgt. Die Verfolger haben es scheinbar auf ein Tagebuch abgesehen, dass ihr Mann Lars ihr nach seinem Tod hinterlassen hat. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach Hinweisen und stoßen bald auf ein uraltes Geheimnis: Hat Lars Nelle tatsächlich den Schlüssel zum legendären Schatz der Templer gefunden?
Unterdessen kommt es im Orden der Tempelritter, der seit 1307 im Verborgenen existiert, zu einem Machtkampf. Mit Raymond de Roquefort stellt sich ein Hardliner an die Spitze der Templer, der es als seine heilige Pflicht sieht, den Orden zu alter Stärke zurück zu führen.
Er heftet sich an die Fersen von Cotton Malone und Stephanie Nelle, während diese das Rätsel des Schatzes zu knacken versuchen.


Stil und Sprache
Steve Berry bedient sich in „Alpha et Omega“ eines einfachen und flüssigen Schreibstils, der ohne große Anstrengung zu lesen ist. So entwickelt sich der Roman schnell zu einem echten „Pageturner“ mit nur wenigen Längen.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht eines personalen Erzählers, der dem Leser geschickt Motive und Beweggründe der Charaktere näher bringt. Aufgelockert wird das Ganze durch einzelne Kapitel, die entweder Quellen zusammenfassen oder vergangene Ereignisse wiederspiegeln. Dabei macht sich der Autor geschickt das eidetische Gedächtnis (eine besonders intensive Art des Vorstellungsvermögens) seines Protagonisten Cotton Malone zu Nutze. Die Erzählung gewinnt so enorm an Tiefe.


Figuren
Cotton Malone ist ein etwas eingerosteter Ex-Agent und eigentlich ein Draufgänger und Adrenalinjunkie. Nach einer gescheiterten Ehe und einer Schiesserei mit mehreren Todesopfern hat er sich aufs Altenteil zurückgezogen und genießt ein beschauliches Leben im Ruhestand.

Stephanie Nelle ist Cotton Malones ehemalige Vorgesetzte, eine analytisch denkende Person, die verbissen ihrer Arbeit als Einsatzleiterin beim CIA nachgeht. Nach ihrer Scheidung, dem anschließenden Selbstmord ihres Mannes und dem Unfalltod ihres Sohnes plagen sie Gewissensbisse, da sie weder mit ihrem Mann, noch mit ihrem Sohn im Guten auseinander gegangen ist.

Der Antagonist, Raymond de Rochefort, frischgebackener Großmeister des Tempelritterordens, sieht es als seine heilige Pflicht an, den Orden wieder zu alter Macht zu verhelfen. Dabei ist ihm so ziemlich jedes Mittel recht.

Steve Berry hat bei der Ausarbeitung seiner Figuren gute Arbeit geleistet. Er breitet ihre Geschichten und Motive konsequent vor dem Leser aus und verleiht ihnen damit eine große Glaubwürdigkeit. Besonders aber die gelungenen Dialoge tragen zur Charakterisierung der Helden bei und verleihen Haupt- wie Nebenfiguren eine eigene Identität.


Aufmachung des Buches
Auf dem Cover des Buches prangt ein rotes Tatzenkreuz, das Zeichen des Templerordens. An seinen Diagonalen sind die griechischen Schriftzeichen Alpha und Omega zu finden. Unter dem Templerkreuz steht, in an das griechische Alphabet angelehnten Lettern, der Titel des Romans. Dahinter ist – sehr klischeehaft - ein finsterer Kapuzenmann vor gotischer Kulisse zu erkennen.

Das Buch selbst ist in fünf Teile und 67 Kapitel aufgeteilt. Beim Wechsel des Schauplatzes ist den Kapiteln - in bester Thrillertradition - der Ort und die Uhrzeit vorangestellt. Aufgelockert wird das Layout durch Abbildungen von Grabsteinen und Kryptogrammen, die das ganze etwas plastischer wirken lassen und den Leser zum miträtseln animieren. Allerdings sollte dieser hierzu über Latein- und Französischkenntnisse verfügen.

Als sehr angenehm empfand ich, die Anmerkungen des Autors am Ende des Romans. Hier geht er auf seine Beziehung zu den Schauplätzen ein, verliert ein paar Worte zu den von ihm aufgestellten Thesen und nennt einige Quellen, die ihn zu diesem Roman inspiriert haben.


Fazit
Bei „Alpha et Omega“ handelt es sich um einen klassischen Vertreter des Genres ‚Verschwörungsthriller’. Es werden viele Orte und Begebenheiten beschrieben, die dem regelmäßigen Leser solcher Romane durchaus bekannt vorkommen, wenn nicht sogar schon ans Herz gewachsen sein sollten. Und doch hebt sich Steve Berrys Werk durch seine Eigenständigkeit angenehm von anderen Vertretern der Zunft ab. Zum einen sind seine Charaktere vielschichtig und plastisch geschildert, zum anderen muss er nicht auf paranormale Erklärungen zurückgreifen, um seine Rätsel auflösen zu können. Ganz im Gegenteil führt er die Geschichte mit gesundem Menschenverstand zu einem klugen Ende. Statt billiger Schockeffekte setzt Berry auf die Rätsel und Mysterien, die sich um den Schatz der Templer ranken und garniert diese gelegentlich mit rasanten Actionpassagen.
Definitiv einer der besseren Romane des Genres.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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