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Franziska_Harvey_klein


Herzlichen Dank, Frau Harvey, dass Sie sich die Zeit nehmen, mir einige Fragen rund um Ihre Arbeit als Illustratorin zu beantworten.

Sie versehen für verschiedene Verlage Kinderbücher – sowohl belletristische Werke als auch Sachbücher - mit Bildern. Wie sind Sie dazu gekommen, Bücher zu illustrieren?

Eigentlich ganz klassisch – ich habe schon als kleines Mädchen gern Bildergeschichten gezeichnet, ich war ein großer Fan von Asterix und Obelix und von den Mordillo Bildergeschichten. Ursprünglich schwebte mir vor, Zeichentrickfilme zu illustrieren, aber da ich nicht wirklich ein Technikfreund bin, bin ich doch auf dem Papier – sprich in den Bilderbüchern gelandet. Als Jugendliche habe ich irgendwann angefangen alles Mögliche abzuzeichnen, meinen Hund, ein totes Insekt, einen Stuhl, Gläser, Flaschen, mein Zimmer, die Straße, eine Landschaft auf meinem Schulweg ... damals begann meine Begeisterung die Umwelt mit dem Stift zu „sehen“. Im Studium habe ich mich dann intensiv mit dem Zeichnen, Aktmalerei, Aquarellmalerei, naturwissenschaftliches Zeichnen von Tieren und Pflanzen sowie mit Kalligrafie beschäftigt.
Da ich kurz nach dem Studium mein erstes Kind bekam, habe ich zunächst nur nebenher als Illustratorin für verschiedenen Agenturen und Verlage hier in Frankfurt gearbeitet, daraus ergab sich später ein Kontakt zum Carlsen Verlag, wo ich das Handbuch für Prinzessinnen von Hilke Rosenboom illustrieren durfte, seit Erscheinen dieses Buches ist die Nachfrage nach meinen Zeichnungen stetig gestiegen, so dass ich inzwischen für viele Verlage jede Menge Kinderbücher illustriere.

Muffelmonsterchen


Mit welchen Materialen arbeiten Sie? Haben Sie hierbei Favoriten?

Ich arbeite mit Bleistift, Graphit, Tuschefeder, Aquarell und Buntstift.
Mein Lieblingsinstrument ist die Tuschezeichenfeder!


Sie haben unter anderem das Buch „Tschüss, kleines Muffelmonster!“ illustriert. Wie sind Sie auf die Idee zum Aussehen dieses muffeligen und doch so niedlichen Monsters gekommen?

In der Regel ist es so, dass nach oder beim Lesen einer Geschichte einfach automatisch das Bild der Figur vor meinem inneren Auge entsteht – schwarz, böse aber doch wuschelig – das war einfach sofort klar – niedlich und doch wie ein Teufelchen.


Schränkt es Sie ein, dass Sie Ihre Illustrationen stets den Texten Anderer anpassen müssen? Möchte die Muse nicht manchmal mit Ihnen durchgehen? Oder sind Sie vielmehr froh über den gesteckten Rahmen?

Es macht mir schon Spaß die Bilder zu den vorgegebenen Geschichten zu entwickeln, es fällt mir sehr leicht - aber ja, die Freiheit fehlt da schon hin und wieder und ich hätte jede Menge Ideen für eigene Figuren und Geschichten – hierbei spielt es noch eine große Rolle, dass die Zeichnerei im Moment für mich und meine Kinder der wichtigste Brötchengeber ist und für eigene Projekte braucht es deutlich mehr Zeit.


Ist es Ihnen schon passiert, dass Sie zu einem Kinderbuch, das Sie illustrieren sollten, keine Ideen hatten?

Das ist mir noch nie passiert [grinst]


Wie kommt man als Illustrator an entsprechende Aufträge?

Wie gesagt, der erste Fuß in die Verlagswelt ist oftmals der richtige Kontakt im richtigen Moment – damals suchte der Carlsen Verlag genau für die Prinzessinnen neue Illustratoren, was ich über eine Autorenmanagerin erfuhr und ab dann haben meine Zeichnungen für mich gearbeitet und die Nachfragen kamen von allein.
Ansonsten gibt es immer die Möglichkeit Illustrationsproben an die Verlage zu schicken oder sich auf den Buchmessen zu entsprechenden Mappenterminen anzumelden. Es gibt auch Internetportale, wo man seine Bilder zur Ansicht reinstellen kann.


Wie eng ist die Zusammenarbeit zwischen Illustrator und Autor?

Unterschiedlich, mit manchen habe ich persönlichen Kontakt – aber in der Regel vermitteln die Lektorinnen alles nötige zwischen Autor und Illustrator.


Arbeiten Sie derzeit an einem Buchprojekt? Worauf dürfen sich Ihre Fans als nächstes freuen?

... viel darf ich da noch nicht verraten [lächelt], aber ein tapferer kleiner Ritter und ein fürchterliches Ungeheuer sind für die Jüngeren unterwegs. Und für die älteren Leseratten: Drei coole Freunde werden in Frankfurt detektivisch tätig und kommen gefährlichen Kunsträubern
auf die Spur.


Was sagen Ihre eigenen Kinder zu Ihren Bildern?

Sie sind mein kritischstes Publikum [lacht] weil sie mir jeden Tag über die Schulter gucken - manches ist cool, manches ist blöd – sie zeichnen alle drei selbst sehr gern und gut und meine Jüngste will am liebsten Bücher schreiben, zu denen ich dann die Bilder zeichnen soll. Auf jeden Fall ist es schön, dass sie so viel Einblick in meine Arbeit haben können.


Vielen Dank für das Interview!

Muffelmonsterchen_Vorskizze
(Vorskizze "Das kleine Muffelmonster verschwindet")


Hinweis:
Hier geht es direkt zur Rezension des Buches "Tschüss, kleines Muffelmonster!".

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