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Für eine junge Dame im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts ist es das Wichtigste, sich möglichst vorteilhaft zu verheiraten. Liebe spielt dabei selten eine Rolle, zumal meist die Eltern eine Ehe arrangieren. Mrs. Bennet, Mutter von fünf Töchtern, hat das Kuppeln zu ihrem Lebensziel erkoren. Als ein wohlhabender Junggeselle und seine kultivierten Freunde eine Sommerresidenz in der Nähe beziehen, wittert die resolute Dame eine ideale Chance, um ihre älteste und schönste Tochter Jane zu verheiraten. Tatsächlich erliegt der junge Mann, Charles Bingley ist sein Name, sofort dem Charme der gutherzigen Jane. Auch die intelligente Elizabeth, die zweitälteste Tochter der Bennets, erregt die Aufmerksamkeit eines Junggesellen …

 

  Autor: Jane Austen
Verlag: Penguin
Erschienen: 10/2005
ISBN: 978-0143036234
Seitenzahl: 400 Seiten 


Die Grundidee der Handlung
Es könnte für Jane und Elizabeth so einfach sein, sich zu verheiraten, stünden ihnen nicht Eifersucht, Intrigen, gesellschaftliche Zwänge und nicht zuletzt auch Stolz und Vorurteil entgegen. Während Jane und Mr. Bingley sich näher kommen und heillos ineinander verlieben, lernt Elizabeth den reichen, arroganten Mr. Darcy kennen, einen Freund Bingleys. Beide sind zunächst wenig angetan voneinander, doch bald fühlt sich der gut aussehende Darcy zu Elizabeth hingezogen, die ihn mit ihrer Klugheit und Schlagfertigkeit beeindruckt. Elizabeth, die dem Gedanken an eine Heirat ohnehin wenig abgewinnen kann, spottet  nur über Darcy, zudem verhindern eifersüchtige Konkurrentinnen, dass die beiden sich näher kommen.
Mr. Bingley ist frei von falschem Stolz oder Vorurteilen, jedoch kann er seine Ohren nicht dauerhaft gegen die Ratschläge seines Freundes Darcy verschließen. Dieser glaubt, dass Jane nur auf Bingleys Geld aus ist und bringt die beiden Liebenden so auseinander …


Stil und Sprache
Jane Austen war eine begnadete Stilistin und wird von vielen ihrer Leser als unerreichbar gehandelt. Ihre feine Prosa, ihr ironischer Humor, ihre scharfe Beobachtungsgabe und die daraus resultierende treffende Satirik – das und vieles mehr zeichnet diese fabelhafte Autorin aus, die seit Generationen junge und alte Leser in ihren Bann zieht.
Dabei beginnen Austens Bücher meist unspektakulär, fast ein bisschen langweilig, denn die Autorin stellt zunächst nur die Charaktere, deren komplexe Familienverhältnisse und ihren gesellschaftlichen Stand vor, zudem macht sie mit dem Handlungsort vertraut. Wenn man diesen Part allerdings überstanden hat, wird man mit einer wunderbar geschriebenen Geschichte belohnt, die keinen Moment langweilt, obwohl man einen traditionellen Spannungsbogen vergeblich sucht. Viel Wortwitz und lebendige Dialoge voll englischem Charme machen das Lesen dennoch zu einer kurzweiligen Angelegenheit, dabei lernt man überdies eine Menge über die damalige Gesellschaft. Große Gefühle kommen ebenfalls nicht zu kurz, aber glücklicherweise wird Austen nie kitschig oder gar pathetisch, sodass selbst jene Leser auf ihre Kosten kommen, die Liebesromanen nichts abgewinnen können.
Austens Sprache erscheint heute nicht mehr zeitgemäß, schließlich erschien „Pride and Prejudice“ bereits vor 200 Jahren. Trotzdem ist sie gut verständlich, sofern man über ein gutes Schulenglisch verfügt, und trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Romans bei. Hat man sich erst eingelesen, fühlt man sich direkt in die Epoche der Autorin zurückversetzt und stört sich gar nicht mehr an antiquierten Ausdrücken.


Figuren
Elizabeth Bennet ist eine Heldin, die man einfach mögen muss: Sie ist scharfsinnig, witzig, gutherzig, von natürlicher Schönheit und fehlbar. Sie hat durchaus Charakterschwächen, weshalb man sich gut mit ihr identifizieren kann, denn schließlich ist niemand perfekt. Dank der modernen Vorstellungen Austens ist Elizabeth zudem eine Figur, die nie altbacken oder konservativ wirkt. Faszinierend ist, dass Mr. Darcy trotz all seiner Charakterfehler ebenso dass Herz der Leser gewinnt. Man kann einfach nicht anders, als diesen zynischen, snobistischen, unterkühlten Engländer zu lieben und ihm Erfolg bei seinem Werben um Elizabeths Hand zu wünschen.

Jane Austen ist vor allem auch dafür bekannt, dass sie wunderbar komische, skurrile Nebencharaktere schafft, die zwar recht überzeichnet wirken, aber doch Austens Menschenkenntnis und ihre scharfe Beobachtungsgabe beweisen. Figuren wie Mrs. Bennet oder Mr. Collins, ein furchtbar pathetischer Cousin der Familie, sind treffende ironische Karikaturen, die dem Leser einen ganz neuen Blickwinkel auf das englische Bürgertum ermöglichen.


Aufmachung des Buches
Das Cover des Taschenbuches zeigt im Vordergrund Keira Knightley als Elizabeth und im Hintergrund Matthew Macfadyen als Mr. Darcy; beide waren Darsteller in der Verfilmung von „Pride und Prejudice“ aus dem Jahr 2005. Wer den Film mochte und fand, dass er gut besetzt wurde, wird auch dieses Cover mögen, allerdings gibt es auch zahlreiche Ausgaben des Buches in einem klassischeren Design.


Fazit
„Pride and Prejudice“ ist ein zeitloser Klassiker, der auch nach 200 Jahren noch viel Spaß macht. Eine romantische Gesellschaftssatire im einzigartigen Jane-Austen-Stil, die man gelesen haben muss!


5 Sterne


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