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Wussten Sie, dass die Sonne jeden Tag 15 000-mal so viel Energie zur Erde schickt, wie die Menschen täglich weltweit verbrauchen? In der komplett überarbeiteten Neuausgabe seines programmatischen Klassikers und Weltbestsellers zeigt Franz Alt, wie wir mit einer solaren Energiepolitik die Klimakatastrophe verhindern und zugleich neue Arbeitsplätze schaffen und für eine neue Art der Mobilität sorgen können. Denn Sonnenstrahlen, Wind, Biomasse, Erdwärme und solarer Wasserstoff sind eine echte Alternative zu Atomkraft, Erdöl und Kohle.

 

 

Autor: Franz Alt
Verlag: Piper-Verlag
Erschienen: Juli 2010
ISBN: 978-3-492-25498-4
Seitenzahl: 240 Seiten


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Franz Alt sagt: "Die Sonne schickt uns keine Rechnung", nun der Wind auch nicht, möchte man entgegnen und ist mittendrin im Thema Erneuerbare Energien. Der Autor mahnt uns, schnellstmöglich die solare Energiewende zu vollziehen. Wer da nun nur an Photovoltaik denkt, erfasst den Begriff "solar" noch nicht im Altschen Sinne. Das ganze Leben auf der Erde hängt von der Sonne ab. Allein ihre Energie macht Leben erst möglich (und natürlich auch der richtige Abstand zwischen Sonne und Erde, sonst wäre es zu kalt oder zu heiß).  Alle uns bekannten Energieträger – Wind, fossile Brennstoffe, Biomasse usw. – kommen von der Sonne. Indem wir z.B. Erdöl verbrennen setzen wir die Mengen CO2 in kurzer Zeit (ca. 200 Jahre) frei, die Pflanzen in Jahrmillionen gespeichert haben. Im Verbund mit Methangas, das unsere Nutztiere produzieren, erwärmt CO2 unsere Atmosphäre. Der Klimawandel ist bereits da, wie Alt darlegt, und jetzt muss gehandelt werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, nur tut sich sehr wenig in diese Richtung. Alt lobt den Ausstieg aus der Atomenergie, ist aber leider nicht auf der Höhe der Zeit, denn der wurde ja schon wieder rückgängig gemacht und zwar von jenen Bremsern, die der Autor in seinem Buch benennt – die Spitzenpolitiker von CDU/CSU und FDP, sowie die Energiekonzerne, in deren Besitz sich die alten Kohle- und Atomkraftwerke  befinden, ebenso die großen Erdölkonzerne. Inzwischen gibt es aber noch neue Bremser, an die man eher selten denkt - Ökofundamentalisten, die neue Windräder verhindern oder dafür sorgen, dass 70 000 Wasserräder, die man stillgelegt hatte, aus Naturschutzgründen nicht wieder in Betrieb genommen werden dürfen. Alt erinnert sie daran, dass Naturschutz ohne Klimaschutz sinnlos ist.

Alts Motto ist "Global denken, lokal handeln". Anhand vieler Beispiele, hauptsächlich aus Deutschland, zeigt er auf, wie der Mittelstand und Politiker auf unterer Ebene (Städte, Landkreise) bereits die Wende eingeleitet oder fast vollendet haben. Dazu ist es notwendig, Energie intelligent und effizient zu produzieren und einzusetzen. Die Wende setzt auf Energieeinsparung, die verschiedenen Möglichkeiten Energie zu erzeugen (Wind, Wasser, Solar, Geothermie, Biomasse) und die gute Vernetzung derselben, so dass immer ausreichend Energie zur Verfügung steht. In verschiedenen Szenarien zeigt er, dass es in 20 – 40 Jahren möglich ist, Europa mit alternativen Energien zu versorgen. Und, dass dabei niemand auf den gewohnten Komfort  verzichten muss, kann Alt auch beweisen. Ebenso, dass ökologisch erzeugter Strom nicht teurerer ist als konventionell erzeugter, wenn man die Subventionen für Kohle oder die Tatsache berücksichtigt, dass die Endlagerung des Atommülls vom Steuerzahler finanziert werden muss. Während die Leser seines Buches vieles selbst in die Hand nehmen können, braucht es aber auch politische Vorgaben u.a. für die Wirtschaft, und ausgerechnet daran haperts zur Zeit immer noch. Die Wende wird aber nur funktionieren, so Alt, wenn es auch neue ökologische Verkehrskonzepte, ein anderes Steuersystem und eine andere Landwirtschafts-, Bau– und Arbeitspolitik gibt, umweltschädliche Subventionen abgebaut und das Verursacherprinzip wieder gestärkt wird. Wenn alle an einem Strang ziehen dann schaffen wirs.

Sein Plädoyer für die Erneuerbaren Energien ist stimmig und solide recherchiert, eine rundum gute Sache könnte man jetzt meinen, denn Alt schreibt auch gut verständlich und man kann seinen Gedankengängen immer  folgen. Ich würde gerne mehr als 3 ½ Sterne vergeben, aber da das Buch erstmals 1994 erschienen ist, wurde es inzwischen mehrfach überarbeitet und aktualisiert, und genau das merkt man ihm an. Zuviele Wiederholungen von bereits Gesagtem langweilen auf Dauer, ganz schlimm, dass sich auf S.126 und S.137 ein ganzer Ansatz mit fast identischem Wortlaut findet. Da hat man nicht richtig aufgepasst. Auch die Aktualisierung hat ihre Tücken, denn Alt setzt in seinem im Mai 2009 geschriebenen Vorwort seine Hoffnungen auf Obama und darauf, dass die Atomkraftwerke wie von Rot-Grün geplant vom Netz gehen werden. Das Jahr 2010 hat deutlich gezeigt, dass Alt da auf dem Holzweg war. Dennoch ein wichtiges Buch, das man lesen sollte.


Aufmachung des Buches
Das Cover des gebundenen Buches zieht sofort die Blicke auf sich – ein phantastischer Sonnenuntergang bildet den Hintergrund für Autorenname und Titel. Eine umfangreiche Inhaltsangabe hilft bei der Orientierung. In der Mitte des Buches finden sich 25 z.T. bunte Grafiken, die den Text unterstützen. Gedruckt wurden sie, entgegen dem Rest des Buches, auf weißem Hochglanzpapier. Literaturhinweise runden es ab.


Fazit
Angesichts des Klimawandels nützt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und einfach so weiter zu machen wie bisher. Kriege um Öl werden schon heute geführt. Franz Alt zeigt sehr deutlich die Alternativen auf, die keine Visionen mehr sind, sondern vielfach schon Realität. Nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein politisches Buch, dem ich trotz seiner Mängel viele Leser wünsche. Schließen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch (S.76) - "Also: lasst uns die solare Energiewende von unten gestalten – frei nach dem Motto: Bürger zur Sonne zur Freiheit."


3 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Internetseite von Franz Alt zu den Themen dieses Buches.

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