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Anja erwacht als Einzige ihrer Elitetruppe in den Weiten des Alls aus ihrem Tiefschlaf. Auf der Suche nach Antworten tastet sie sich langsam durch das riesige Schiff. Erst nachdem die von ihr unbewusst eingeleitete Befehlssequenz die gewaltige Vernichtungsmaschinerie des Schiffes unwiderruflich in Gang gesetzt hat, erkennt sie das todbringende Ziel der Mission. Zweifel beginnen sich zu formen. Zweifel, die die in ihrem Gehirn implantierten Befehlsketten nie hätten aufkommen lassen dürfen, wäre deren Verfallsdatum nicht schon lange überschritten worden.

 

Engel_spucken_nicht 

Autor: Simon Halo
Verlag: KINGonly
Erschienen: 18. Mai 2010 (3.Auflage)
ISBN: 978-3-00-027480-0
Seitenzahl: 427 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Das Buch beginnt damit, dass die Elitekämpferin Anja außerplanmäßig erwacht. Denn wer auf dem Auswandererschiff nicht gerade gebraucht wird, befindet sich in Stasis. Aber damit nicht genug, ihre Kollegen in den Stasekammern sind alle tot. Anja begibt sich auf Erkundungstour durch das Raumschiff, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Parallel dazu sind auch Anjas Schwester Rebecca sowie die Brüder Manfred und Thomas wach und machen ähnliche Erfahrungen. Da tauchen plötzlich seltsame Außerirdische auf, zentaurenartige Wesen, die das Schiff unsicher machen. Und in Anjas implantierten Befehlsketten wird der Start zur Vernichtung gegeben. Ist alles schon zu spät? Und wer hat den Befehl gegeben? Wer ist in diesem Verwirrspiel überhaupt der Böse? Der Leser darf sich auf eine abenteuerliche Reise in die Wunderwelt des Simon Halo begeben und versuchen, diese Fragen zu beantworten.


Stil und Sprache
Pro Kapitel folgt man in dritter Person Singular jeweils abschnittsweise zwei der vier Protagonisten. Man hat das Gefühl, ihnen gerade über die Schulter zu schauen bzw. sie bei ihrer Reise zu begleiten. Die aktuellen Erzählstränge werden teilweise durch Rückblicke oder (Tag-)Träume unterbrochen, die in Kursivschrift vom restlichen Text abgegrenzt sind. Der Stil für sich ist einfach einzigartig: Er bewegt sich zwischen haarkleinen Beschreibungen und rasanten Szenen hin und her, was eine Art zeitliche Verzerrung beim Lesen bewirkt. Dazu kommt, dass man eine ganze Weil nicht weiß, inwieweit entsprechende Passagen aus der Gegenwart oder vielleicht doch aus der Vergangenheit stammen. Der Autor schafft es, durch seine ungewöhnliche Story und seinen auffallenden Stil den Leser von Anfang an für sich einzunehmen. Zudem weist das Buch nicht nur Elemente von Science-Fiction auf, sondern durchaus aus Horror, Krimi oder Fantasy. Das hauptsächliche Genre als Science-Fiction ist klar zu erkennen durch hoch entwickelte Technik und die Tatsache, dass man sich in der Zukunft befindet.
Gleich am Anfang wird durch die Ausgangssituation Spannung erzeugt und fast nahtlos bis zum Ende durchgezogen. Dabei gibt es mehr oder weniger erwartete kleine Wendepunkte. Die Spannung geht dabei zu keinem Zeitpunkt verloren. Auch wenn am Ende des Buches einige Fragen offen bleiben, bleibt es trotzdem faszinierend und kann den Leser fesseln.


Figuren
Die Protagonisten sind Anja, Rebecca, Manfred und Thomas. Anja ist eine Elitekriegerin, stark, intelligent und selbstbewusst. Auf der Suche nach Antworten durchstreift sie alleine das scheinbar verlassene Schiff. Rebecca, ihre Schwester, die lieber Kindergärtnerin ist, als eine Kämpferin, wirkt dagegen viel zerbrechlicher als Anja. Die Brüder Manfred und Thomas sind Wartungsingenieure. Allerdings verdankt Manfred seinen Job seinem Bruder, da er selbst nicht studiert hat und auch nicht durch die Implantation eines Chips "verbessert" wurde. Beim Einchecken ins Schiff hat sich Manfred in Rebecca verliebt und hofft, sie bald wieder zu sehen. Dieses Streben wird im Verlauf des Buches immer wieder deutlich.
Alle Hauptcharaktere sind gut entwickelt und durchgehend mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Allerdings werden weibliche Akteure generell äußerlich näher beschrieben, als die Männlichen. Neben Anja, Rebecca, Manfred und Thomas gibt es auch noch weitere Personen auf dem Schiff, die auch, für die Kürze des Auftretens entsprechend, gut charakterisiert sind. Am besten gelungen ist Anja, sicherlich auch deswegen, weil sie eine der wichtigsten Personen in dem Buch ist.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch wirkt stabil, vielleicht ein bisschen zu sehr, denn das Umblättern der Seiten fällt ein wenig schwer, da die Bindung sehr fest ist. Das Cover, welches von Oliver Wetter gestaltet wurde, ist einfach fantastisch und passt richtig gut zum Buch. Es zieht sich durchgehend von der Frontseite bis zum Klappentext durch. Man erkennt einen fast nackten, aber sehr ästhetisch gestalteten Frauenkörper, der sich (vermutlich) in einer Stasekammer sitzend befindet.

Der Titel "Engel spucken nicht" erklärt sich durch eine kleine Szene im Buch, die allerdings nicht unbedingt wichtig ist. Aber allein dieser ungewöhnliche Titel macht das Buch schon interessant.


Fazit
Kurz und gut: Dieses Buch schafft es, den Leser auf einzigartige Weise durch seinen Schreibstil und vor allem durch den einzigartigen Ideenkosmos zu fesseln. Einfach spitze! Für Genrefans ist es definitiv ein Muss, aber sei auch anderen neugierigen Lesern ans Herz gelegt.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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