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Dolce Vita in Bella Iltalia! Wovon so viele Deutsche träumen, ist für Familie Ulrich wahr geworden: Ein Leben in Rom, in einem echten Palazzo. Und das beinhaltet erst mal so einige Überraschungen. Als nach und nach jedoch der Alltag Einzug hält, beschließt Stefan Ulrich, im kommenden Jahr alle Regionen Italiens zu bereisen, von Südtirol bis Sizilien. Zum Glück wissen er und seine Lieben noch nicht, worauf sie sich da einlassen. Denn Bella Figura zu machen ist nicht immer einfach.

 

  Autor: Stefan Ulrich
Verlag: Ullstein
Erschienen: 2010
ISBN: 978-3-548-28143-8
Seitenzahl: 349 Seiten


Inhalt, Stil und Sprache
Stefan Ulrich, der nun schon seit drei Jahren als Italienkorrespondent für eine Süddeutsche Zeitung in Rom arbeitet, wird langsam aber sicher vom römischen Alltag eingeholt. Auch wenn es für Außenstehende eher unverständlich ist, aber das Leben in Rom oder Italien im Allgemeinen ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Besonders natürlich, wenn man sich als Ausländer erst an die neuen Gepflogenheiten des Gastlandes gewöhnen muss. Und doch war und ist es für den Italienliebhaber immer ein Traum, in der ewigen Stadt zu Leben. 
Ulrich versucht seine beginnende Lethargie bezogen auf Rom durch ein Projekt zu bekämpfen. Denn wenn er Rom zeitweise verlässt und dann zurückkehrt, erneuert sich seine Liebe zur Stadt und dem Leben in ihr. So beschließt er alle Regionen von der Lombardei im Norden bis nach Sizilien im Süden zu besuchen und seinen Eindruck von Italien zu vervollständigen. Oft führt ihn seine Arbeit in diverse Gegenden, wie zum Beispiel sein Besuch im Piemont. Dort möchte ein visionärer Bürgermeister seinen Ort, der in einem finsteren Tal liegend von November bis Februar keine Sonne sieht, mit einem großen Spiegel erleuchten. Pierfranco Midali ist voller Tatendrang und optimistisch führt er dem Reporter mit einem Spiegel vor, wie es einmal sein wird. Doch Italien ist vor allem ein Land der Gegensätze. In dem kleinen Ort im Piemont herrscht Aufbruchstimmung und im Kalabrischen San Luca die ‚Ndrangheta’, eine Mafia-ähnliche Gruppierung von Familien, die den kleinen Ort und die Region beherrschen. Auch dorthin verschlägt es Stefan Ulrich bei seinen Recherchen. Er soll mit einer der Familien sprechen und sich ein Bild der Situation machen, doch ihm wird eine heile Welt vorgegaukelt. Das ist das Italien das er liebt, das ihm aber auch oft auf die Nerven geht.

Was im ersten Teil ‚Quattro Stagioni’ noch locker und flockig begann, wird langsam zum Alltag. Dies merkt man auch an Stefan Ulrichs Art zu schreiben. Vieles, das ihn in seiner Anfangszeit noch überrascht und einige Schmunzler abgerungen hat, ist nun schon zum ständigen Begleiter geworden und somit nichts Besonderes mehr. Man bekommt stellenweise den Eindruck, als würden ihn nun viele der Dinge, die ihn fasziniert haben, nur noch nerven. Er versucht, den Alltagstrott durch die Reisen in die diversen Regionen Italiens abzuschütteln, was ihm aber nur teilweise zu gelingen scheint. Immer öfter quält er sich mit der Frage, ob er wirklich sein Leben hier verbringen will. Die vielen Erlebnisse auf seinen Fahrten prägen ihn und bringen ihm seine Liebe zum Land zurück.
In seiner Fortsetzung schreibt er - im Gegensatz zu seinem ersten Buch - mehr über sein Berufsleben. Dies war in ‚Quattro Stagioni’ eher Nebensache und wird nun zum Haupttenor. Dies ist sicherlich auch mit ein Grund, warum sein Stil etwas ernster geworden ist. Über das Erdbeben in den Abruzzen lässt sich eben nur schwer humorvoll erzählen. Trotzdem bleibt auch die Fortsetzung im Grunde eher lustig und erfrischend, gibt es doch noch genug Alltagsszenen wie zum Beispiel das Ausrichten eines großen Festessens, die die Familie vor ungeahnte Schwierigkeiten stellen. Das Bild vom chaotischen Italienleben wird also nur teilweise relativiert - allein schon, weil die vielen teils für uns skurrilen Personen wie der Fischverkäufer oder das Hausmeisterehepaar wieder mit von der Partie sind und dem Leser nun immer vertrauter werden. Der Text ist leicht zu lesen und beinhaltet durch die sehr guten geografischen Kenntnisse des Autors viele Tipps für den einen oder anderen Italienurlaub. Das Einzige was mir fehlt ist eine Italienkarte zum Buch. So wäre es für den Leser einfacher, die vielen Reisen und Ausflüge nachzuvollziehen.

 

Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch bleibt der Optik des Vorgängers ‚Quattro Stagioni’ treu. Das Cover zeigt im Comicstil den Hauptprotagonisten in einem 500er Fiat und dem Italienstiefel auf dem Dach. Der Hausmeister Federico verabschiedet ihn gerade. Neben einem kurzen Epilog am Schluss des Buches vermisse ich leider eine Italienkarte, um dem diesmal reisefreudigen Stefan Ulrich folgen zu können. Ansonsten passt die Aufmachung des Buches sehr gut zum Inhalt.


Fazit
Eine schöne Fortsetzung, die aber leider etwas zu ernst wirkt. Ein bisschen zu wenig Humor im Vergleich zum Vorgänger, dafür aber mit vielen interessanten Alltagsthemen. Wer schon immer mal wissen wollte wie das Leben in Italien und im Besonderen in Rom wirklich ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei.


3 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

Backlist
Band 1: Quattro Stagioni

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