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Frank Asbeck gehört zu den Pionieren der deutschen Solarbranche. Er ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG, eines der größten Solarunternehmens der Welt. Asbecks Rat in Fragen der Energiepolitik ist quer durch alle Parteien gefragt. In seiner Perspektive ist Solarstrom der Schlüssel, um die Beschränkungen unserer Ökonomie zu überwinden und zu nachhaltigem Wachstum zu kommen.
In diesem Buch zeigt er, wie Sonnenenergie unsere Zukunft bestimmen wird – und wie Umwelt, Klima und Wirtschaft davon profitieren.

 

 

Autor: Frank H. Asbeck
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erschienen: 24. August 2009
ISBN: 978-3-462-04080-7
Seitenzahl: 208 Seiten

Hier gehts zur Leseprobe


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Asbeck stellt in seinem Buch die Theorie auf, dass die Energiewende, also weg von den Fossilen Rohstoffen und der Atomkraft, hin zu den Erneuerbaren Energien, gelingen wird, wenn sie jetzt (!) an Fahrt gewinnt. Anhand von vielen Daten und Fakten belegt er seine Behauptung auch eindeutig. Dabei geht es ihm nicht nur um die Folgen des Klimawandels, der für ihn eine Tatsache darstellt, sondern auch um eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Wende. Das Ende der Energie-Monopolisten steht bevor und zukünftig wird es eine dezentrale Versorgung mit Strom und Energie zur Wärmeerzeugung geben. "Eine solare Welt" ist deshalb auch der Titel seines Buches, aber die Tatsache, dass es der Gründer der SolarWorld AG geschrieben hat, lässt den einen wohl zugreifen, schreckt den anderen aber eher ab.  Man befürchtet trockenen Stoff für Ingenieure und BWLer oder schönfärberische Eigenwerbung. Dies alles trifft zu und doch auch wieder nicht. Asbeck schreibt zum Teil für Eingeweihte, denn er setzt manches Wissen voraus – Maßeinheiten für Strom und Energie, Fachbegriffe wie peak oil. Erfreulicherweise fängt man nach einer gewissen Zeit aber an durchzublicken, ein Blick in Wikipedia kann aber trotzdem nicht schaden. Wer nun  glaubt, es wimmle von Fachbegriffen und geschraubten Sätzen, der täuscht sich. Mehr im Plauderton stellt er seine Ideen und deren Umsetzung vor, und beschreibt seine Vision einer dezentralen, demokratischen solaren Welt. So macht das Lesen Spaß. Leider stellt dies aber auch das Manko des Buches dar, denn es fehlt ein wenig die Gliederung. Historische Aufrisse zur Energieherstellung und Nutzung wechseln mit Wirtschaftstheorien und Biographischem sowie Werbung für die Photovoltaik ab. Da vergisst man Fakten rasch, und was bleibt ist die Vision. Grundsätzlich zwar nicht schlecht, aber bestimmt nicht gewollt.
Andererseits beweist er durch seine Biographie, dass unternehmerisches Kalkül und Weltverbesserung sich nicht ausschließen. Dies zeigt sich an seinem besonderen Verhältnis zum afrikanischen Kontinent, fast möchte man sagen: an ihm hängt sein Herz. Dort sammelte er erste Berufserfahrungen und schärfte sich sein Sinn für ökologische und ökonomische Zusammenhänge. Mit seinem Solar2World None-Profit-Projekt sorgt er deshalb dafür, dass u.a. Waisenhäuser, Schulen, und Krankenhäuser mit Strom und sauberem Trinkwasser versorgt werden. Dies gelingt ihm mit Hilfe der Photovoltaik. Jeder Mitarbeiter, der ein solches Projekt betreuen will, erhält bezahlten Extraurlaub.  Learning by doing.
In erster Linie kämpft er zwar für die Verbreitung der Photovoltaik, schließlich will er ja Geld verdienen, aber darüber hinaus auch für die anderen Erneuerbaren Energien. Gern lässt man sich dabei von seinem Optimismus und Schwung anstecken.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch hat einen weißen Einband und trägt außer dem Namen des Autors, dem Titel und einem Untertitel nur noch einen "Aufkleber", der an das Logo der "Atomkraft? Nein danke!" - Bewegung angelehnt ist. Gelber Untergrund, eine lachende rote Sonne mit Daumen hoch und dem Slogan drumherum "Sonne, was sonst?". Man weiß so gleich, um was geht, auch wenn man den Namen Frank Asbeck noch nicht gehört hat. Das Buch ist in 11 Kapitel, z.T. mit Unterkapiteln eingeteilt. Was fehlt ist ein Glossar über die gängigen Maßeinheiten und Erläuterung einiger Fachbegriffe wie z.B. peak oil.


Fazit
Bei der derzeitigen Diskussion um Klimawandel, Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke und die Chancen der Erneuerbaren Energien angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise ein erfreulich informatives und vor allem optimistisches Buch. Wir können die Energiewende schaffen, wenn wir sie nicht noch länger auf die lange Bank schieben. Trotz der Eigenwerbung des Autor ein empfehlenswerter Beitrag zum Thema Erneuerbare Energien.

 
4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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