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Dass der Immobilienmakler ebenfalls grad „in Bahn“ ist, ist nur eines der Dinge, die ihn stören. Was er dort findet, eröffnet jedoch ungeahnte Perspektiven. Einen Fußball-Fan spornt die Aussicht auf ein WM-Ticket zu Höchstleistungen an, kreative Prämiengestaltung inspiriert moderne Kopfgeldjäger und der Rat eines Lebenshilfegurus erweist sich als wegweisend. Dreizehn neue Stories von unfreiwilligem Ableben und anderen Gründen.

 

  Autor: Susanne Henke
Verlag: Books on Demand
Erschienen: 2006
ISBN: 978-3-833-46536-9
Seitenzahl: 88 Seiten 


Die Idee, Stil und Sprache
Eine Weiterführung boshafter, gehässiger und mit viel schwarzem Humor gespickten Kurzgeschichten.

Schon im ersten Büchlein wurde der Leser von der Autorin in ein Reich voll Intrigen, Boshaftigkeit und Zynismus entführt. Im zweiten Band gehen das „zufällige“ Morden und die vor Häme triefenden Erzählungen weiter.
Susanne Henke hat einen guten Blick fürs Wesentliche und eine besondere Beobachtungsgabe. In irgendeiner ihrer Geschichten kann sich der Leser – insofern er sich das eingesteht – selbst wieder finden.
Da sind zwei junge Männer, denen das freie Leben wichtiger ist, als Kinder in die Welt zu setzen, aber als ihnen ihr Boss lange Zähne auf ein Fußball-WM-Ticket macht, sind sie auf einmal bereit, ihre egoistischen und engstirnigen Gene weiter zu vererben. Oder es gibt den weichen netten und aufopferungsbereiten Ehegatten, der sich seiner Frau zu Liebe stundenlang durch Autoren und Bücher auf einer Messe schleppen lässt, dem dann plötzlich der Zufall zu Hilfe kommt und er sich ihrer entledigen kann – so ganz nebenbei und unschuldig.
Wieder jongliert Susanne Henke mit Wort und Satzbau. Treffend, böse, ironisch und hinterhältig hält sie der Menschheit einen Spiegel vor, ohne dass diese es bemerken, sondern sich noch erfreuen über die Borniertheit und Infamie ihrer Mitmenschen (denn es sind ohnehin immer die anderen die Blöden).


Figuren
Wieder hat sich die Autorin Leute auf der Straße ausgesucht, um sie in ihre Geschichten mit einzubauen. Man findet athletisch und gestählte junge Muskelprotze, dicke, mit Schwabbelbäuchen schwitzende Bürohengste oder das aufgedonnerte Modepüppchen ebenso, wie den durchtriebenen und hinterhältigen Freund.
Der Leser kennt sie alle. Vielschichtig und intelligent beschreibt Susanne Henke ihre Figuren und setzt ihre Stärken und Schwächen gekonnt in Szene.
Auch wenn sich viele Geschichten und auch so manche Figuren ähneln, so ist man doch immer wieder überrascht, ob der Vielseitigkeit der menschlichen Gedankengänge und Wünsche.


Aufmachung des Buches
Auch dieses zweite Büchlein ist äußerlich genauso erschienen wie schon der erste Teil. Broschiert, mit schwarzen und gelben Umschlag, auf dem vorne eine Zeichnung zu sehen ist.


Fazit
Auch bei diesem zweiten Teil taucht aus der Tiefe der Gedanken wieder die Idee auf, dass man für dieses Heftchen doch etwas zu viel bezahlt hat. Dies liegt aber nicht an den Geschichten, sondern einfach an dem doch sehr dünnen Bücherl.
Die Geschichten sind – wie schon im ersten Band – wieder kurzweilig und perfekt pointiert. Wieder ein unterhaltsames und zum Schmunzeln verleitendes Werk, das so manche Minuten in Sekunden verwandelt. Liebhaber des tiefschwarzen englischen Humors werden ihre Freude daran haben.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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