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DER IRRWITZIGE WELTERFOLG AUS ENGLAD ERSTMALS AUF DEUTSCH!

Hinterher ist man ja immer schlauer. Aber wie hätte Dave Lister auch ahnen können, dass er nach einer ausgedehnten Zechtour durch ganz London plötzlich auf der anderen Seite des Sonnensystems aufwachen würde? Kurz entschlossen heuert er auf dem Riesenraumschiff Roter Zwerg an, das ihn zurück zur Erde bringen soll. Doch das war die blödeste Idee seines ganzen Lebens, denn damit fangen Daves Schwierigkeiten erst so richtig an ...

Basierend auf der erfolgreichen BBC-TV-Serie „Red Dwarf"

 

Roter_Zwerg 

Autor: Grant Naylor = Rob Grant und Doug Naylor
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 09. November 2009
ISBN: 978-3-442-26665-4
Seitenzahl: 329 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe!


Die Grundidee der Handlung
Nach einer Zechtour zu seinem 25ten Geburtstag wacht der Londoner Dave Lister unter einem Billard-Tisch auf, allerdings nicht mehr auf der Erde, sondern auf dem Saturn-Mond Mimas. Er schlägt sich damit durch, Hopper (so eine Art Taxi mit Sprungfedern statt Reifen) zu klauen und damit illegal Taxi-Touren zu fahren. Eine offizielle Aufenthaltserlaubnis hat er auch nicht und chronisch zu wenig Geld, als dass er aus eigenen Kräften nach Hause kommen könnte. Deswegen heuert er auf dem Riesenraumschiff Roter Zwerg an, um doch noch nach Hause zu kommen. Durch unglückliche Umstände kommt es zu einem Reaktor-Unfall auf dem Schiff, bei dem die gesamte Besatzung umkommt - bis auf Lister, der zu diesem Zeitpunkt in einer Stasis-Kammer „eingefroren" und geschützt ist. Der Bordcomputer hielt die Stasis so lange aufrecht, bis die nukleare Verseuchung auf einen akzeptablen Wert gesunken war. Dies dauerte leider 3 Millionen Jahre und nun ist Lister der allerletzte Mensch. Doch allein ist er nicht: Es gibt noch seinen als Hologramm wiederbelebten ehemaligen Zimmergenossen Rimmer und ein katzenartiges, vermenschlichtes Wesen namens „Kater". Die drei fangen einen Notruf des beschädigten Raumschiffes Nova 5 auf, mit dem sie eventuell zur Erde zurückkehren könnten. Wird es dieser Chaostruppe gelingen? Oder schlagen sie sich vorher doch gegenseitig die Köpfe ein? Eine rasante Tour durch die Welten des Alls mit einem völlig ungeahnten Ende wartet auf den geneigten Leser!


Stil und Sprache
In dritter Person wird aus Sicht des Hauptprotagonisten Dave Lister erzählt. Und gleich beim Einsteigen in das Buch wird man vom einzigartigen typisch britischen Humor gefangen genommen. Beispiel.: Tote Mensch können als Hologramme „wiedererweckt" werden und erhalten die Broschüre „Ihr eigener Tod und wie sie damit fertig werden". Bei einer Therapiesitzung wird ein Hologramm mit der Frage konfrontiert: „Beschreiben Sie, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Diagrammen, die genauen Umstände, die zu ihrem Tod geführt haben." (Seite 9). Auch das weiter Geschehen ist gespickt mit skurrilen Persönlichkeiten und bisweilen irrwitzigiger Situationskomik.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt: Teil eins erzählt, wie Lister an Bord des Roten Zwergs kommt, der zweite erzählt von den Erlebnissen an Bord des Schiffes nach dem Reaktor-Unfall, und der dritte bildet den Abschluss. Die Sprache des Romans ist einfach, leicht verständlich und flüssig gehalten. Spannung kommt am Anfang im Laufe der ersten Kapitel langsam auf und hält sich bis zum Ende des ersten Teils ganz wacker. Im zweiten Teil, der gefühlt etwa die Hälfte des Romans ausmacht, ließ dann die Spannung nach kurzer Zeit leider ziemlich nach und die Handlung plätscherte ein wenig vor sich hin. Den dritten und kürzesten Teil dagegen fand ich weit interessanter, weil dort einige Wendungen vorkamen, die man so nicht erwartet hätte.
Trotz der Tatsache, dass es sich um einen Sci-Fi-Roman handelt, kommt auch ein durchaus nicht „vorgebildeter" Leser gut mit, denn es werden viele unbekannte Begriffe und Umstände im Buch gut erklärt.


Figuren
Der Hauptprotagonist Dave Lister ist eher ein Anti-Held, denn ein Held. Er hat keinen Abschluss und keine Ausbildung und bewirbt sich beim Space Korps nur, weil er keinen anderen Ausweg sieht. Er wird als Techniker vierter Klasse eingestuft, der gerade für die niedrigsten Dienste gut ist. Er ist unmotiviert und faul, aber auf seine ganz eigene verschrobene Art und Weise ein liebenswertes Original, mit dem man sich durchaus identifizieren kann. Sein Zimmergenossen Arnold J. Rimmer (anfangs real menschlich, später als Hologramm) ist das krasse Gegenteil von ihm. Er träumt davon, es auf der Karriereleiter zu etwas zu bringen. Allerdings hat er seine Navigations-Prüfung schon 9 mal in den Sand gesetzt, weil er die meiste seiner Lern-Zeit damit verbringt, einen Lernplan zu erstellen, den er dann immer wieder revidieren muss, weil ihm die Zeit davon läuft. Das bringt ihn aber auch nich davon ab, es wieder und wieder zu versuchen. Er ist immer korrekt und will als Techniker zweiter Klasse von seinen Untergebenen seinem Status nach gebührend behandelt werden. Schlamperei und Arbeitsscheu kann er gar nicht leiden, genauso wenig wie die Tatsache, dass Lister schnarcht. Die zwei können sich von Anfang an nicht leiden und zeigen das auch immer wieder in ihren häufig auftretenden Kabbeleien, die zum Teil wirklich richtig komisch sind.
Dann gib es noch „Kater", er ist der Nachfahre einer Katze, die Lister bei einem Freigang von einem Planeten mitgebracht hat und die zu diesem Zeitpunkt trächtig war. Die Katzen haben sich in den 3 Millionen Jahren rasant weiterentwickelt zu einem fast menschenähnlichen Katzenwesen, nämlich „felis sapiens" (analog zu homo sapiens). Kater kann sprechen, ist chronisch faul und hat definitiv einen Mode-Fimmel. Komplettiert wird diese Chaostruppe durch den hyperintelligenten, aber doch senil werdenden Boardcomputer Holly und den Androiden mit dem irren Putz- und Reinlichkeitszwang Kryten.

Die Charaktere, mit denen das Buch aufwartet, sind durchaus gut entwickelt worden und auch weitestgehend glaubwürdig. Sie sind alle irgendwie total verschroben und jeder für sich ein Original. Man muss sie einfach gern haben.


Aufmachung des Buches
Auf dem Cover der Taschenbuchausgabe ist ein Ausschnitt des Raumschiffs „Roter Zwerg" zu sehen. Aus einer Luke schaut gerade ein Mensch heraus; er trägt ein schwarzes H auf dem Kopf, was das Kennzeichen ist, dass es sich um ein Hologramm handelt. Auf dem hinteren Cover ist dann noch mal der Zwerg in seiner ganzen Größe vor dem Hintergrund eines Mondes zu sehen. Das gesamte Buch ist mehr oder weniger Rot, was es für den potentiellen Käufer durchaus auffallend macht.
Im Inneren findet sich vor jedem der drei Teil dasselbe Bild vom roten Zwerg wie auf der Buchrückseite, was ich durchaus gestalterisch für gelungen halte. Durch die Cover-Gestaltung fällte es auch nicht schwer, das Genre des Buches dem Sci-Fi zuzuordnen.


Fazit
Von Anfang an war ich fasziniert von der Geschichte von Dave Lister, schließlich hat er sich in ein ganz schönes Schlamassel gebracht. Allerdings flachte der Lesespaß mit Beginn des zweiten Teils starkt ab, was nun leider ca. die Hälfte des Buches ausmacht. Lediglich das unerwartete Ende und der amüsante kurze dritte Teil haben ein Stück der Enttäuschung wettgemacht. Für eine solide Leistung, die mich leider nicht durchgehen zu fesseln vermochte, spreche ich trotzdem eine Leseempfehlung aus - vor allem für Fans einer gepflegten Space-Opera und des britschen Humors


3 5 Sterne


Hinweise
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